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Julia Pointner erhält Hertha-Firnberg-Stipendium des FWF

Postdoc am Ludwig Boltzmann Institut für Kardiovaskuläre Forschung erforscht Atherosklerose
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(Wien, 09-12-2020) Julia Pointner, Postdoc an der MedUni Wien, wurde mit dem Hertha Firnberg Stipendium des Forschungsförderungsfonds FWF ausgezeichnet. Sie erhält eine Förderung für ihr Projekt „Der Effekt von Plasminogenbindung auf die angeborene Immunzellfunktion in Atherosklerose“.

Monozyten und Makrophagen sind wichtige Blutzellen in der Immunabwehr, die aber auch wesentlich zur Entstehung von atherosklerotischen Plaques in Gefäßen („Gefäßverkalkung“) beitragen. Eine wichtige Eigenschaft von Immunzellen ist das Migrieren zum Entzündungsherd. Dieser Prozess und ihre Aktivierung werden durch das Binden von Plasminogen und seiner Aktivierung zu Plasmin unterstützt. Für diese Interaktion ist der neuentdeckte Plasminogenrezeptor (Plg-RKT) besonders wichtig. Allerdings sind die Konsequenzen der Plg-RKT-vermittelten Leukozytenfunktion in der Atherosklerose noch nicht bekannt, welche Julia Pointner daher im Detail erforschen will.

Julia Pointners Ziel ist es, den Einfluss der Plasminogenbindung durch Plg-RKT in verschiedenen Stadien der Gefäßwandveränderungen auf Grund von atherosklerotischen Erkrankungen zu untersuchen. Basierend auf ihren Vordaten, vermuten Pointner und ihre KollegInnen, dass der Mangel an Plg-RKT die Ansammlung von Makrophagen und Schaumzellen reduziert und so die Plaqueentstehung verringert, dies wird begleitet von einer erhöhten Kollagenablagerung, die die Plaquestabilität fördert. Daher erwarten die ForscherInnen, dass Plg-RKT-Mangel die Entstehung und die Progression einer atherosklerotischen Gefäßwandläsion verlangsamt. Andererseits könnte ein solcher Mangel an Plg-RKT aber auch die Plaqueregression negativ beeinflussen. Auf Grund eines atherosklerotischen Gefäßverschlusses kann es zur Bildung eines natürlichen Bypasses durch die Neubildung von Blutgefäßen, sogenannten Kollateralen, kommen, für dessen Bildung Makrophagen eine wichtige Rolle spielen. Daher wird angenommen, dass dieser Prozess durch Plg-RKT positiv beeinflusst wird. Um die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen werden Pointner und ihre KollegInnen die Funktion von Plg-RKT-defizienten und Wildtyp-Makrophagen im Detail in der Zellkultur untersuchen. Da die Vordaten zeigen, dass Monozyten von weiblichen Individuen höhere Spiegel an Plg-RKT exprimieren, will Pointner auch diesen geschlechtsspezifischen Unterschied in der Atherosklerose genauer untersuchen.

Über das Hertha Firnberg Stipendium
Der FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) bietet mittels seiner drei angebotenen Programme (Hertha Firnberg, Elise Richter und Elise-Richter-PEEK) hoch qualifizierten Universitätsabsolventinnen aller Fachdisziplinen die Möglichkeit, insgesamt 72 Monate Förderung in Anspruch zu nehmen. Ziel ist es, die Karrierechancen von Frauen an österreichischen Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Das Postdoc-Programm Hertha Firnberg ist dabei zur Förderung von Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere bestimmt. Die Vergabe erfolgt durch das Kuratorium des FWF auf Grundlage einer internationalen Begutachtung.

Zur Person
Julia Pointner studierte Molekulare Biotechnologie (BA) an der FH Campus Wien und Genetik und Molekulare Pathologie (MA) an der Universität Wien und absolvierte ihr PhD-Studium Vaskuläre Biologie an der MedUni Wien. Sie arbeitet als Postdoc bei Johann Wojta am Ludwig Boltzmann Institut für Kardiovaskuläre Forschung an der Klinischen Abteilung für Kardiologie (Universitätsklinik für Innere Medizin II) der MedUni Wien. Pointners Forschungsinteresse liegt in der Interaktion zwischen dem Immunsystem und dem hämostatischen System mit besonderem Schwerpunkt auf Atherosklerose, Thrombose und Lungenerkrankungen.