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Notfallmedizin: Hohe Behandlungsqualität bei Reanimationen in Covid-19-Schutzausrüstung ist sichergestellt

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(Wien, 26-02-2021) Die Wiederbelebung nach einem Kreislaufstillstand, zum Beispiel bei einem „plötzlichen Herztod“, zählt zu den herausforderndsten Maßnahmen in der Rettungs- und Notfallmedizin und ist häufig lebensrettend. Die Universitätsklinik für Notfallmedizin von MedUni Wien und AKH Wien untersuchte gemeinsam mit der Berufsrettung Wien, ob sich die Covid-19-Schutzausrüstung der NotfallsanitäterInnen auf die Behandlung auswirkt. Die Studienergebnisse zeigen, dass die hohe Behandlungsqualität bei Wiederbelebungen auch unter Covid-19-Schutzmaßnahmen sichergestellt werden kann.

An der gemeinsamen Studie der Universitätsklinik für Notfallmedizin von MedUni Wien und AKH Wien und der Berufsrettung Wien nahmen insgesamt 48 NotfallsanitäterInnen der Berufsrettung Wien teil. Untersucht wurden die Wirksamkeit der Reanimation und die körperliche Belastung der NotfallsanitäterInnen beim Tragen der Covid-19-Schutzausrüstung.

Entsprechend einem realistischen Rettungsszenario führten die StudienteilnehmerInnen dreimal zwölf Minuten lang Wiederbelebungsmaßnahmen durch, nachdem sie mit der Notfallausrüstung über das Stiegenhaus rasch in den dritten Stock gelangen mussten. Bei der Reanimation wurde die Drucktiefe der Herzdruckmassage gemessen, die nach internationalen Empfehlungen bei mindestens fünf Zentimeter liegt. Bei der Studie wurde festgestellt, dass die Drucktiefe sowohl innerhalb der Gruppe, die die Reanimation in voller Covid-19-Schutzausrüstung durchführte, als auch bei jener Gruppe ohne Schutzausrüstung im Durchschnitt bei 5,6 Zentimeter liegt. Die maximale Abweichung zwischen beiden Gruppen lag bei zwei Millimetern. Die Studienergebnisse zeigen, dass die hohe Qualität der häufig lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen auch dann sichergestellt ist, wenn die SanitäterInnen unter Covid-19-Vollschutz arbeiten.

Untersucht wurde weiters, wie belastend der Covid-19-Vollschutz für die NotfallsanitäterInnen ist. Es wurde kein Anstieg der CO2-Gehalts durch das Tragen der Maske festgestellt. Sowohl bei den Blutdruckwerten als auch bei der Herzfrequenz zeigten sich nur geringe Unterschiede zwischen der Gruppe, die in voller Covid-19-Schutzausrüstung reanimierte, und jener ohne Schutzausrüstung. Der maximale Unterschied in der Herzfrequenz lag bei 5 Schlägen pro Minute und in den Blutdruckwerten bei 2 mmHg. Auch die maximale subjektive Belastung der NotfallsanitäterInnen, die den Covid-19-Vollschschutz getragen haben, lag auf einer zehnteiligen Skala bei 4 und damit im unteren Bereich.

Die Studie wurde aus dem Covid-19-Forschungsprogramm des „Medizinisch-Wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien“ unterstützt und im Top-Journal „Resuscitation“ veröffentlicht. Insgesamt werden an der MedUni Wien derzeit mehr als 100 Forschungsprojekte zum Thema Covid-19 durchgeführt.

Service:
Kienbacher C, Grafeneder J, Tscherny K, Krammel M, Fuhrmann V, Niederer M, Neudorfsky S, Herbich K, Schreiber W, Herkner H, Roth D. The use of personal protection equipment does not impair the quality of cardiopulmonary resuscitation: A prospective triple-cross over randomised controlled non-inferiority trial. Resuscitation 2021.