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Christoph Bock übernimmt Professur für Medizinische Informatik

Bioinformatiker und Genomforscher kommt vom benachbarten CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW an die MedUni Wien
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Christoph Bock/Copyright CeMM

(Wien, 01-01-2021) Christoph Bock übernimmt zum 1.1.2021 die Professur für Medizinische Informatik an der Medizinischen Universität Wien sowie die Leitung des Instituts für Artificial Intelligence and Decision Support am CeMSIIS. Der Bioinformatiker und Genomforscher kommt vom benachbarten CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW an die MedUni Wien. Er wird seine Arbeitsgruppe am CeMM komplementär zu den neuen Aufgaben an der MedUni Wien fortführen.

Als studierter und promovierter Informatiker mit breiten Interessen arbeitet Christoph Bock seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin und Informatik. Seine Arbeitsgruppe kombiniert datenbasierte Methoden (Bioinformatik, Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz) mit modernen molekularbiologischen Verfahren (Genom-Sequenzierung, CRISPR-Technologie, Systembiologie). Sein besonderes Augenmerk liegt auf neuen Methoden für die Präzisionsmedizin, in enger Kooperation mit klinischen Arbeitsgruppen und mit dem Ziel der Verbesserung von Diagnose und Therapie.

Christoph Bock leitet seit 2012 eine Forschungsgruppe am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien. Davor war er Postdoc am Broad Institute of MIT and Harvard und der Harvard University (2008-2011) sowie Dissertant am Max-Planck-Institut für Informatik (2004-2008). Er ist außerdem wissenschaftlicher Koordinator der Biomedical Sequencing Facility von CeMM und MedUni Wien, „Key Researcher“ am Ludwig-Boltzmann-Institut für Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen (LBI-RUD), Fellow des European Lab for Learning and Intelligent Systems (ELLIS) und gewähltes Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW. Er erhielt wichtige Forschungspreise, unter anderem die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (2009), einen ERC Starting Grant (2016-2021), einen ERC Consolidator Grant (2021-2026) und den Overton-Preis der International Society for Computational Biology (2017). Er wird für 2019 und 2020 in der globalen Liste der „Highly Cited Researchers“ von Clarivate Analytics (ISI Web of Science) geführt.

An der MedUni Wien will sich Christoph Bock besonders in dem Zukunftsbereich Künstliche Intelligenz / Maschinelles Lernen sowie in der Entwicklung neuer Methoden für die Präzisionsmedizin engagieren. Seine Professur ist am CeMSIIS (Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme) angesiedelt, wo er die Leitung des Instituts für Artificial Intelligence and Decision Support übernimmt. Wichtige Ziele sind ein starkes, international vernetztes Forschungsprogramm zum Maschinellen Lernen in der Biomedizin, prototypische Anwendungen in der personalisierten Medizin und die Ausbildung einer neuen Generation von Expertinnen und Experten für „Biomedical Data Science“, die sich in der Informatik ebenso auskennen wie in der Medizin und der Biologie.

Um einen wichtigen Beitrag zur Präzisionsmedizin in der Behandlung von Krebs, Immun-Erkrankungen und anderen Krankheiten zu leisten, wird Christoph Bock Methoden aus der Bioinformatik und Medizininformatik mit biomedizinisch-experimenteller Grundlagenforschung und klinischen Kooperationen verbinden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem CeMM, wo er weiterhin (in reduzierter Stundenzahl) als Principal Investigator tätig sein wird, soll die Brücke von anspruchsvoller biomedizinischer Forschung und Methodenentwicklung bis hin zur klinischen Validierung zusammen mit Kooperationspartnern an der MedUni Wien geschlagen werden. Ein Beispiel ist der vor wenigen Wochen genehmigte ERC Consolidator Grant (2021-2026), bei dem es um die gezielte Weiterentwicklung von CAR T-Zell-Immuntherapien für die Behandlung von soliden Tumoren geht.

CEMSIIS (Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme) 
CEMM Forschungszentrum für Molekuare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften