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Karin Pfisterer erhält Forschungsgrant der Fellinger Krebsforschung

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(Wien, 26-11-2021) Karin Pfisterer, Junior Group Leader an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien, erhält für ein Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Melanomforschung einen Forschungsgrant der Fellinger Krebsforschung.

Karin Pfisterer erhält finanzielle Unterstützung für das Projekt „Investigating the role of the extracellular matrix to induce ‚pioneer melanoma cells‘“.
Melanom (schwarzer Hautkrebs) verursacht jedes Jahr Tausende von Todesfällen mit steigender Tendenz weltweit. Im Gegensatz zu anderen Krebsformen tritt das Melanom bei jüngeren PatientInnen immer häufiger auf. Die Prognose ist gut, wenn das Melanom in einem frühen Stadium behandelt wird. Im Spätstadium, bei welchem Krebszellen vom Primärtumor zu den Lymphknoten und später an entfernte Stellen im Körper wandern, reduziert sich die Überlebensrate auf 20%. Ein wesentlicher Schritt für die Verbreitung von Krebszellen und die Bildung von Metastasen ist die Tumorumgebung. Krebszellen nehmen durch Interaktionen mit der extrazellulären Matrix ihre Umgebung aktiv wahr und können sich so schnell an Veränderungen im umliegenden Gewebe anpassen. Die Mechanismen, welche an den ersten Schritten der Invasion ins Gewebe beteiligt sind, sind bis jetzt jedoch unvollständig geklärt.
In diesem Projekt wollen Karin Pfisterer und ihre KollegInnen verstehen, welche mechanischen und molekularen Vorgänge notwendig sind, um eine statische in eine mobile „Pioneer-Melanom-Krebszelle“ umzuwandeln. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Krebsinvasion. Sobald einzelne „Pioneer-Melanom-Krebszellen“ den Weg durch die extrazelluläre Matrix gefunden haben, können sie den Weg für nachfolgende Krebszellen ebnen und Metastasenbildung ermöglichen.

„Wir haben kürzlich gezeigt, dass statische Krebszellen sehr dynamische fingerartige Membranfortsätze haben, welche Filopodia genannt werden“, erklärt Pfisterer, „Filopodia ermöglichen es der Krebszelle die Umgebung zu erforschen und sich dadurch an Umweltveränderungen besser anzupassen. Wir möchten verstehen, wie die biomechanischen Eigenschaften eines 3D-Kollagengerüsts die Morphologie, das Genexpressionsprofil und das Migrationsverhalten von schwach und stark metastasierten Melanomzellen beeinflussen können.“ Darüber hinaus wollen die ForscherInnen untersuchen, wie Filopodia von „Pioneer-Melanom-Krebszellen“ durch Interaktionen mit der Matrix diese verändern können und „Highways“ für nachfolgende Krebszellen bilden. Dadurch könnten sie eine passende Umgebung für eine erfolgreiche Krebszellinvasion schaffen.
Dieses Projekt soll es ermöglichen, die Rolle von „Pionier-Melanomzellen“ an der Initiierung von Tumorzellmetastasen besser zu verstehen und in Zukunft die Entwicklung neuer adjuvanter therapeutischer Ansätze, welche die mechanischen Eigenschaften der Matrix inkludieren, zur Bekämpfung von Metastasen bei Melanom zu entwickeln.

Zur „Fellinger Krebsforschung"
Die „Fellinger Krebsforschung“ fördert Projekte der Grundlagenforschung, die das Ziel haben, neue Erkenntnisse über molekulare Prozesse der malignen Transformation und der Signaltransduktion zu gewinnen, die in weiterer Folge für die Entwicklung neuer therapeutische Ansätze hilfreich sein könnten (translationale Forschung). Weiters werden auch Projekte der klinischen Krebsforschung unterstützt. Hier sollen vor allem Fragen der Qualitätsoptimierung bei der Betreuung von PatientInnen mit Malignomen im Mittelpunkt stehen, sowie Projekte zur Erfassung und Verbesserung von Patientenbedürfnissen und der Lebensqualität.

Zur Person
Karin Pfisterer ist Junior Group Leader an der Universitätsklinik für Dermatologie. Pfisterer studierte Genetik/Mikrobiologie an der Universität Wien und schloss ihr MSc-Studium an der Abteilung für Immunologie, Allergie und Infektionskrankheiten der Universitätsklinik für Dermatologie ab. Sie promovierte in Immunologie an der Abteilung für Molekulare Immunologie der Medizinischen Universität Wien. Während ihrer Postdoc-Ausbildung am „Randall Centre for Cell & Molecular Biophysics“ am King's College London arbeitete sie in einem multidisziplinären Team von PhysikerInnen und ZellbiologInnen, um gemeinsam die Zellmigration und Zell-Matrix-Wechselwirkungen von Krebszellen in 3-dimensionalen Umgebungen mithilfe von superauflösender Mikroskopie zu verstehen. Karin Pfisterer forschte auch als Gastwissenschafterin am Advanced Imaging Center des Janelia Research Campus in den USA.

Während ihrer akademischen Laufbahn spezialisierte sich Karin Pfisterer auf Immunologie, T-Zell-Signaltransduktion und Zellmigration. Ihr aktuelles Forschungsgebiet umfasst regulatorische Mechanismen zur Erhaltung des Gleichgewichts in der Haut, und wie dieses Gleichgewicht in pathologischen Prozessen gestört sein kann.