Skip to main content English

2026 Oktober - Julia Maria Ressler

Abspielen

Dr.in Julia Maria Ressler, MSc, PhD

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH, Oktober 2026

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Frau Dr.in Julia Maria Ressler, MSc, PhD, anlässlich der Veröffentlichung der Arbeit „Efficacy and tolerability of neoadjuvant therapy with Talimogene laherparepvec in cutaneous basal cell carcinoma: a phase II trial (NeoBCC trial)“ im renommierten Fachjournal „Nature Cancer“(1). Diese multidisziplinäre Studie entstand im Rahmen des PhD-Studiums von Dr.in Ressler an der Universitätsklink für Dermatologie unter der Supervision von ao.Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Weninger Group von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Weninger (Universitätsklinik für Dermatologie), der INIMAC Arbeitsgruppe von Dr. Matthias Farlik (Universitätsklinik für Dermatologie), der Halbritter Group von Dr. Florian Halbritter (St. Anna Children’s Cancer Research Institute), sowie weiteren Kolleg:innen an der Universitätsklinik für Dermatologie durchgeführt.

Hautkrebs: Neue Therapiemöglichkeit erfolgreich getestet

Kutane Basalzellkarzinome zählen zu den häufigsten Tumoren weltweit mit einer Inzidenz von 24–430/100.000 Einwohnern in Europa. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde eine Verdopplung der Inzidenz beschrieben, ein weiterer Anstieg wird erwartet. Die chirurgische Exzision stellt die Standardtherapie dar, ist jedoch mit einem Rezidivrisiko von 5–15 % verbunden. Je nach Größe und Lokalisation sind häufig plastisch-rekonstruktive Verfahren erforderlich, die eine Rezidiverkennung erschweren und funktionelle sowie ästhetische Einschränkungen verursachen können. Im Rahmen dieser einarmigen Phase-II-Studie erhielten Patient:innen mit schwer resezierbaren Basalzellkarzinomen vor der chirurgischen Resektion eine neoadjuvante Behandlung mit dem onkolytischen Virus Talimogene Laherparepvec (T-VEC) mit dem Ziel, die Tumore zu verkleinern und dadurch das Ausmaß des erforderlichen operativen Eingriffs zu reduzieren. T-VEC ist ein genetisch modifiziertes Herpes-simplex-Virus Typ 1, das Tumorzellen gezielt zerstört und gleichzeitig die Immunantwort verstärkt. Es ist für das inoperable, lokal fortgeschrittene Melanom zugelassen.

Alle behandelten Basalzellkarzinome zeigten ein Ansprechen. Bei 50% der behandelten Patient:innen ermöglichte die Tumorreduktion eine Verringerung des operativen Ausmaßes. Bei 33,3% der Patient:innen wurde eine pathologische Komplettremission erreicht. Die Verträglichkeit war gut und es traten keine schwerwiegenden Toxizitäten auf. Auf immunologischer Ebene zeigte sich eine Reprogrammierung der Tumormikroumgebung, charakterisiert durch eine Zunahme zytotoxischer T-Zellen, B-Zellen und Makrophagen sowie eine gleichzeitige Reduktion regulatorischer T-Zellen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass T-VEC eine vielversprechende neoadjuvante Behandlungsstrategie für kutane Basalzellkarzinome darstellen könnte. Zur Bestätigung der Wirksamkeit sind weitere Studien in größeren Patient:innenkollektiven erforderlich.

Wissenschaftliches Umfeld

Dr.in Ressler begann ihre wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich der Dermato-Onkologie im Jahr 2017 bei ao.Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller an der Universitätsklinik für Dermatologie. Seit 2018 war sie im PhD Studienprogramm Malignant Diseases inskribiert, welches die Grundlage der vorliegenden Arbeit darstellte. Ein Clinician Scientist Fellowship der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) im Jahr 2020 ermöglichte ihr eine einjährige wissenschaftliche Freistellung und damit fokussierte Durchführung des Forschungsprojekts. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden mit dem Wissenschaftspreis der ÖGDV ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt Dr.in Ressler einen Research Grant der European Association of Dermato-oncology (EADO), sowie ein international kompetitiv vergebenes Immuno-Oncology Fellowship am Melanoma Institute Australia, Sydney, bei Prof. Georgina Long und Prof. Alexander Menzies. Der einjährige Forschungsaufenthalt ermöglichte ihr eine Vertiefung ihrer Expertise auf dem Gebiet der Immuntherapie und führte zum Aufbau nachhaltiger internationaler Forschungskooperationen.

Zur Person

Dr.in Ressler absolvierte von 2010-2016 ein Doppelstudium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität in Innsbruck und Sportwissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck mit Auslandsaufenthalten am New Somerset Hospital Kapstadt (ZA), Hospital de Clinicas Buenos Aires (AR), Hospital del Mar Barcelona (ES), Hospital Clinic Barcelona (ES), Universitätsspital Zürich (CH) sowie Marienkrankenhaus Hamburg (D). Von 2017-2022 absolvierte sie ihre Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Dermatologie an der Medizinischen Universität Wien. Nach Abschluss ihrer Facharztausbildung und des Immuno-Oncology Fellowships in Sydney ist Dr.in Ressler derzeit als Fachärztin und Wissenschafterin an der Universitätsklinik für Dermatologie tätig. Ihr wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt liegt auf der translationalen Forschung und der klinischen Dermato-Onkologie. Darüber hinaus engagiert sich Dr.in Ressler in der universitären Lehre im Humanmedizinstudium und in der Betreuung von Diplom- und PhD-Arbeiten.

Ausgewählte Literatur

  1. Ressler JM, Plaschka M, Silmbrod R, Bachmayr V, Shaw LE, Silly T, Zila N, Stepan A, Kusienicka A, Tschandl P, Tittes J, Roka F, Haslik W, Petzelbauer P, Koenig F, Kunstfeld R, Farlik M, Halbritter F, Weninger W, Hoeller C. Efficacy and tolerability of neoadjuvant therapy with Talimogene laherparepvec in cutaneous basal cell carcinoma: a phase II trial (NeoBCC trial). Nature Cancer (IF 28.5), 2025 Jan;6(1):51-66. doi: 10.1038/s43018-024-00879-x.
  2. Ressler JM, Tomasich E, Hatziioannou T, Ringl H, Heller G, Silmbrod R, Gottmann L, Starzer AM, Zila N, Tschandl P, Hoeller C, Preusser M, Berghoff AS. DNA Methylation Signatures Correlate with Response to Immune Checkpoint Inhibitors in Metastatic Melanoma. Target Oncol. 2024 Mar;19(2):263-275. doi: 10.1007/s11523-024-01041-4. Epub 2024 Feb 24. PMID: 38401029; PMCID: PMC10963567.
  3. Ressler JM, Karasek M, Koch L, Silmbrod R, Mangana J, Latifyan S, Aedo-Lopez V, Kehrer H, Weihsengruber F, Koelblinger P, Posch C, Kofler J, Michielin O, Richtig E, Hafner C, Hoeller C. Real-life use of talimogene laherparepvec (T-VEC) in melanoma patients in centers in Austria, Switzerland and Germany. J Immunother Cancer. 2021 Feb;9(2):e001701. doi: 10.1136/jitc-2020-001701. Erratum in: J Immunother Cancer. 2021 Oct;9(10):e001701corr1. doi: 10.1136/jitc-2020-001701corr1. PMID: 33608376; PMCID: PMC7898852.
  4. Ressler JM, Zila N, Korosec A, Yu J, Silmbrod R, Bachmayr V, Tittes J, Strobl J, Lichtenberger BM, Hoeller C, Petzelbauer P. Myofibroblast stroma differentiation in infiltrative basal cell carcinoma is accompanied by regulatory T-cells. J Cutan Pathol. 2023 Jun;50(6):544-551. doi: 10.1111/cup.14381. Epub 2023 Jan 16. PMID: 36562598.

Dr.in Julia Maria Ressler, MSc, PhD

Medizinische Universität Wien
Universitätsklinik für Dermatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

T: +43 (0)1 40400-77310

julia.ressler@meduniwien.ac.at