Allergie im Griff
Der Kontakt mit Pollen, ein Bienen- oder Wespenstich oder auch bestimmte Nahrungsmittel können bei immer mehr Menschen teils heftige allergische Reaktionen auslösen. Und die Liste der möglichen Auslöser wird zunehmend länger, denn Allergien nehmen weltweit zu.
Im Rahmen des Webinars „Allergie-Sprechstunde“ erhalten Betroffene und Interessierte fundierte Information und praxisnahe Tipps für den Alltag. Sie haben zudem die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Vortragenden zu richten. Die Themen reichen von Umweltreizen und Ernährung bei Allergie und Asthma bis hin zu Diagnose und individuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Erwachsenen und im Kindesalter.
Die Patient:innenplattform IGAV – Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung gibt daher in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und unter Schirmherrschaft der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) im Vorfeld der heurigen Welt-Allergie-Woche im Rahmen einer virtuellen „Allergie-Sprechstunde“ Information und Orientierung. Die Teilnehmer haben zudem Gelegenheit, ihre Fragen an die Expert:innen zu richten.
Hier können Sie die Allergie-Sprechstunde nachsehen:
Nach der Aktivierung werden Daten an YouTube übermittelt. Weitere Infos hier: Datenschutzerklärung
Programm
- 17:00 - 17:10 Uhr
Begrüßung
Elisabeth Leeb, Obfrau der IGAV
Erika Jensen-Jarolim, ehem. Präsidentin der ÖGAI & AllergyCare, Allergiediagnose in der Privatklinik Döbling, Wien - 17:10 - 17:25 Uhr
Wenn die Umwelt (zusätzlich) reizt: Tipps für Allergikerinnen und Allergiker
Eva Untersmayr-Elsenhuber
Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, MedUni Wien - 17:25 – 17:35 Uhr
Beantwortung von Fragen - 17:35 – 17:50 Uhr
Ernährung bei Allergie und Asthma: kann man das Entzündungsgeschehen beeinflussen?
Isabella Pali
Diätologin und Ernährungswissenschaftlerin, AllergyCare – Allergiediagnose in der Privatklinik Döbling, Wien - 17:50 – 18:00 Uhr
Beantwortung von Fragen - 18:00 - 18:15 Uhr
Allergietherapie bei Kindern
Susanne Diesner-Treiber
Kinderärztin, Allergologin und ärztliche Leiterin der Kinder-PVE Donauinsel - 18:15 – 18:25 Uhr
Beantwortung von Fragen - 18:25 – 18:40 Uhr
Jedem Patienten die richtige Therapie. Überblick über den Strauß an Behandlungsoptionen
Erika Jensen-Jarolim
Fachärztin für Klinische Immunologie und Allergologin, Ärztliche Leitung AllergyCare – Allergiediagnose in der Privatklinik Döbling, Wien und stv. Ärztliche Leitung ITK - Immunologische Tagesklinik Wien - 18:40 – 18:50 Uhr
Beantwortung von Fragen - ca. 19:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Antworten zu Fragen, für die die Allergie-Sprechstunde zu kurz war
Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die während der Allergie-Sprechstunde nicht mehr beantwortet werden konnten:
Da die Mastzellen zu den wichtigsten Entzündungszellen der Allergie generell gehören, ist eine Stabilisierung mittels Cromoglycinsäure eine zusätzliche Option. Öfter werden jedoch Antihistaminika eingesetzt, weil sie rascher und verlässlicher wirken.
Der World Cancer Research Fund International (WCRF) wertet jedes Jahr die wissenschaftliche Literatur zu unterschiedlichen Krebsarten aus und bestätigte z. B. im Jahr 2018 erneut die schützende Wirkung von Milch vor Darmkrebs. Die Wirkung auf die unterschiedlichen Krebsarten scheint jedoch unterschiedlich zu sein. Im Vortrag wurde jedoch dezidiert Rohmilch angesprochen, im Unterschied zu pasteurisierter Milch. Dabei spricht man von einem Allergie-Schutzeffekt bei etwa 200 ml Rohmilch/Tag. Soviel beta-Laktoglobulin ist in 2 immunoBON Tabletten.
Referenzen: World Cancer Research Fund. Meat, fish and dairy products https://www.wcrf.org/wp-content/uploads/2024/11/TER-German-translation.pdf (Zugriff: 20.01.2026); Aune D, Lau R, Chan DSM, Vieira R, Greenwood DC, Kampman E, Norat T. Dairy products and colorectal cancer risk: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. Ann Oncol 2012;23(1):37-45. doi: 10.1093/annonc/mdr269. Epub 2011 May 26. PMID: 21617020.
Die Literatur sagt, dass eine EoE eher nicht direkt mit Kreuzreaktionen gegen Pflanzennahrung bei einer Pollenallergie zusammenhängt. In Fachkreisen wird jedoch eine mögliche EoE nach sublingualer Allergenimmuntherapie diskutiert, siehe hier.
Histamin wird durch das Enzym DAO abgebaut. Bei der Histaminintoleranz fehlt DAO oder funktioniert dieser Abbau nicht. Sehr wichtig ist es, Alkohol zu vermeiden, denn dieser hat selbst „Histaminwirkung“ und hemmt zusätzlich das Enzym DAO. DAO wird in der Darmschleimhaut gebildet. Die Ursache für eine DAO-Insuffizienz (Histaminintoleranz) besteht meist in einer durch Entzündung gestörten Darmschleimhaut.
Zu DAOsin: Nur die konsequente Einnahme 15 Minuten vor dem Essen histaminreicher Nahrung kann helfen. Problem: Es ist die Menge Histamin in der Nahrung nicht immer genau definierbar und DAOsin reicht nicht immer aus. In jedem Fall sollte man sich bei einer Histaminintoleranz nicht auf DAOsin verlassen und dann größere Mengen histaminreicher Nahrung unbesorgt essen.
Prof. Jensen-Jarolim empfiehlt zusätzlich eine Vitamin C-Kur und den Einsatz von Antihistiaminika.
Diätologien Isabella Pali: Noch wichtiger als die Einnahme von DAO (Studienlage unzureichend) ist eine gute Mahlzeitenzusammensetzung, optimale Lebensmittelauswahl (muss nicht unbedingt histaminarm sein, wenn andere Faktoren passen = individuell von Patient:in zu Patient:in verschieden!!!!) und ein umfassendes Lifestyle-Management (langsames Essen, gute Portionsgröße, Stress reduzieren, gute Schlafhygiene…); evtl. spielen auch Medikamenteneinnahme oder übermäßige Zusatzstoffe in Lebensmitteln eine Rolle => ein genaues Ernährungstagebuch kann helfen, die Ursache/n zu finden!
Eier sind prinzipiell wichtige Protein-/Mineral-/Vitaminspender, insbesondere auch in vegetarischer Lebensweise. Nur bei Eiallergie gegen das Eiweiß oder Eigelb sollen Eier vermieden werden, bzw. bei manchen Formen der Hyperlipidämie.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt: „Eier können als tierische Lebensmittel den Speiseplan ergänzen und Bestandteil einer vollwertigen Ernährung sein. Einen Orientierungswert: Zwei bis drei Eier in der Woche gelten als gesundheitsfördernd. Bei Kindern sollten es eher ein bis zwei Eier in der Woche sein, ergänzt das Bundeszentrum für Ernährung.
Kontakt zu den österreichischen Allergiezentren und Ärzten, die sich mit Allergien beschäftigen finden Sie unter https://www.allergenvermeidung.org/anlaufstellen/allergiezentren.html
Ausführliche und medizinisch geprüfte Information zu unterschiedlichen Themen finden Sie unter https://www.allergenvermeidung.org/ratgeber.html