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MedUni Wien trauert um Wilfried Feichtinger

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Nach langer, schwerer Krankheit ist Univ.-Prof. Dr. Wilfried Feichtinger am 3.6.2021 verstorben. Unser Kollege Feichtinger wurde 1950 in Wien geboren und studierte an der medizinischen Fakultät der Universität Wien. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hugo Husslein absolvierte er seine Ausbildung zum Frauenarzt. Er war seit der Geburt von Louise Joy Brown 1978 - dem weltweit ersten Retortenbaby - von der Reproduktionsmedizin fasziniert. An der II. Univ. Frauenklinik haben Wilfried Feichtinger und Peter Kemeter 1982 dem ersten IVF-Baby in Österreich zur Geburt verholfen – weltweit waren wir damit das 6. Land mit erfolgreichem IVF-Programm und kurz danach kamen in Wien die ersten IVF-Zwillinge in Europa auf die Welt. Für das Team unter Feichtingers Leitung war das ein sensationeller Erfolg und für tausende Paare mit Kinderwunsch ein Hoffnungsschimmer.

Kollege Feichtinger entwickelte sich in der weiteren Folge zu einem internationalen Pionier der Reproduktionsmedizin. Mitte der 80er-Jahre zeigte er eine neue, schonende Methode zur vaginalen, Ultraschall-gezielten Eizellentnahme auf. Eizellen wurden fortan weltweit nach dieser Methode wesentlich weniger invasiv durch die Scheide entnommen. 1984 gründete Feichtinger das private Wunschbaby Institut Feichtinger in Wien, das seit 2018 sein Sohn Michael Feichtinger leitet.

Wilfried Feichtinger sprach mehrere Sprachen fließend und war in seiner Freizeit ein passionierter Opernsänger, ein liebevoller Vater und ein begeisterter Großvater.

Die Medizinische Universität Wien und die traditionsreiche Frauenklinik verlieren mit dem Ableben von Wilfried Feichtinger einen der weltweit renommiertesten Reproduktionsmediziner und wir möchten seiner Frau Brigitte, seinen 7 Kinder und ebenso den vielen Enkelkinder unser tiefstes Beileid aussprechen.

 

Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Kölbl
Leiter der Universitätsklinik für Frauenheilkunde