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Christian Gruber ist "Inventor of the Year" der MedUni Wien

(Wien, 10-02-2016) Christian Gruber, Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, wurde zum „Inventor of the Year 2015“ der Medizinischen Universität Wien gewählt.

Christian Gruber entwickelte gemeinsam mit seinem Team zirkuläre synthetische Peptide (Zyklotide; engl. „Cyclotides“). Die WissenschaftlerInnen konnten im EAE-Mausmodell für Multiple Sklerose bereits zeigen, dass Tiere, die mit einem speziellen Zyklotid behandelt wurden, keine klinischen Anzeichen einer autoimmunologischen Enzephalomyelitis (Multiple Sklerose) mehr entwickeln. Diese Peptide können eine solche in der Maus vorbeugen.

Zyklotide sind makrozyklische Pflanzenpeptide welche bisher aus allen bedeutenden Pflanzenfamilien (z.B. Kaffeegewächse, Kürbisgewächse, Veilchengewächse, Leguminosen, Gräser und Nachtschattengewächse) isoliert wurden und damit eine vielseitige Gruppe von Naturstoffen darstellen. Sie verfügen über außergewöhnliche Stabilität und hydrophobe Oberflächeneigenschaften; dies sind beste Voraussetzungen für einen Peptidwirkstoff, unter anderem um oral verfügbar und aktiv zu sein.

Auf dieser Entwicklung basiert das Patent zu “Cyclotides as immunosuppressive agents”. Die Abteilung Technologietransfer der MedUni Wien hat Patente in mehreren Ländern angemeldet.
Die MedUni Wien unterschrieb im Mai 2015 mit der schwedischen Investorengruppe Accequa AB einen Lizenzvertrag zur Entwicklung und Verwendung dieser Zyklotide zur Vorbeugung und Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Durch den Abschluss des Vertrages wurde die Weiterentwicklung des Projektes gewährleistet. Basierend auf der Technologie wurde die Firma „Cyxone“ gegründet. Zukünftiges Ziel ist es, ein Peptid für die Behandlung von Multiple Sklerose-PatientInnen zu entwickeln.

Bild: MedUni Wien/Kawka

Bild: Vizerektorin Michaela Fritz mit Christian Gruber und seiner Arbeitsgruppe


Gemeinschaftsentwicklung mit dem Universitätsklinikum Freiburg

Bei dem verwendeten Zyklotid handelt es sich um eine Gemeinschaftsentwicklung vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien (Arbeitsgruppe Christian Gruber und Kooperationspartner) zusammen mit dem Universitätsklinikum Freiburg. Dank eines FWF-Projektes (P24743) waren die wissenschaftlichen Arbeiten möglich. Das Projekt wurde außerdem mit der Prototypenförderung PRIZE 2013 vom Austria Wirtschaftsservice (AWS) gefördert.

Zur Person
Christian Gruber studierte Biochemie an der Universität Tübingen, Molekulare Biotechnologie an der Queensland University of Technology in Australien und promovierte an der University of Queensland im Fach Molekulare Biowissenschaften. Eine „Lise Meitner“-Postdoctoral Fellowship führte ihn 2008 an das Institut für Pharmakologie der MedUni Wien. Zwei Jahre (2009 bis 2011) forschte er am Department für Pharmakognosie  an der Universität Wien. Seit 2011 arbeitet Gruber am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie und seit Oktober 2013 ist er Assistant Professor tenure-track mit Qualifizierungsvereinbarung. Seit 2015 ist er International Research Fellow an der MedUni Wien und ARC Future Fellow an der School of Biomedical Sciences, University of Queensland (Australien). Christian Gruber erhielt für seine Arbeit bereits mehrere Auszeichnungen u.a. den Heribert-Konzett Preis 2013 der Österreichischen Pharmakologischen Gesellschaft (APHAR) und den Dr. Willmar Schwabe-Preis der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung. Die Forschungsschwerpunkte seiner Arbeitsgruppe sind die Untersuchung der pharmakologischen Wirksamkeit und der physiologischen Mechanismen von Peptidenhormonen, Neuropeptiden und Peptidtoxinen, sowie deren Entwicklung und Anwendung als neue Therapeutika.


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