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Molekulare Bildgebung: Die Zukunft bei Diagnose und Therapie?

(Wien, 19-04-2011) Die Molekulare Bildgebung liefert detaillierte Ergebnisse bei der Darstellung einer Erkrankung. Dadurch werden für die PatientInnen „maßgeschneiderte“ und dadurch effizientere Therapien möglich. Allerdings befindet sich noch im Anfangsstadium der Entwicklung. Peter Brader von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik der MedUni Wien hat jetzt in einer Spezialausgabe des Fachmagazins „Pediatric Radiology“ gemeinsam mit ExpertInnen aus Europa und den USA erstmals die verschiedenen Aspekte dieses neuen Forschungsgebiets in Bezug auf die Kinderradiologie durchleuchtet.

Die bildliche Darstellung von Erkrankungen im menschlichen Körper bringt enorme Vorteile bei der Beurteilung der Krankheit. Neben Röntgenaufnahmen sind heute Computer- und Magnetresonanz-Tomographie vorherrschend. Mit der Molekularen Bildgebung ist jetzt ein neues Feld auf diesem Gebiet betreten worden, das auch biologische Vorgänge innerhalb der Krankheit darstellen kann. Die ExpertInnen erwarten sich davon bedeutende Fortschritte bei Diagnose, Therapie und Behandlungsüberwachung.

Maßgeschneiderte Diagnose und Therapie für PatientInnen
Kern des neuen Verfahrens sind spezielle Kontrastmittel, die nur an bestimmten Rezeptoren der Zellen eine Reaktion hervorrufen können. Je nach eingesetztem Kontrastmittel kann dadurch ein bestimmter Vorgang untersucht werden. Der große Vorteil dieses Verfahrens liegt daher darin, dass nicht nur die Position und Ausdehnung einer Erkrankung sehr präzise dargestellt werden, sondern gleichzeitig auch die zugrundeliegenden Prozesse.

Man erkennt etwa bei Tumoren sehr präzise, ob und wo genau die Zellen weiter wachsen oder absterben, also wie die Therapie wirkt und in welchem Ausmaß. Dadurch können die Therapiemaßnahmen für die PatientInnen individuell angepasst werden. Das erhöht wiederum die Effizienz und vermindert unnötige Nebenwirkungen.

Eine besondere Bedeutung hat dies bei Kindern, denn sie weisen spezielle molekulare Muster auf. Bei Erkrankungen im Kindesalter können die Rezeptoren daher noch präziser „angesteuert“ werden als bei Erwachsenen und man erhält so sehr genaue Ergebnisse zum Krankheitsprozess.

Die ExpertInnen erhoffen sich jedoch auch allgemein ein besseres Verständnis zur Entstehung von Krankheiten sowie deren biologische Abläufe und krankmachende Effekte durch die neue Darstellungsmethode. Erste präklinische Forschungsergebnisse unterstützen diese Erwartung.

Die Herausforderungen liegen derzeit noch darin, diese erfolgreichen Forschungsergebnisse in die klinische Routine einzubringen. Dazu müssen in erster Linie die notwendigen Substanzen wie Tracer oder Kontrastmittel zugelassen werden.

MedUni Wien in führender Position
Die Medizinische Universität Wien wird hier weltweit eine Spitzenposition einnehmen. Mit dem „Preclinical Imaging Lab - SAIL“, das demnächst eröffnet wird, gehört die MedUni Wien zu den wenigen Standorten weltweit, an denen auf diesem relativ jungen Forschungsgebiet gearbeitet wird. Derzeit gibt es international ca. zehn vergleichbare Einrichtungen.

Der aktuelle Stand im Bereich der Molekularen Bildgebung wurde kürzlich unter der Leitung von Ass. Prof. Priv. Doz. Dr. Peter Brader aus der Forschungsgruppe von Univ. Prof. Dr. Thomas Helbich im international führenden Fachjournal „Pediatric Radiology“ zusammengefasst. Dabei kamen die internationalen „Vorreiter“ auf diesem Gebiet zu Wort, darunter auch die Vorsitzende der bedeutendsten Fachvereinigung auf diesem Gebiet, Prof.in Dr.in Hedvig Hricak von der RSNA (Radiological Society of North America).


Links: 
» Pediatric Radiology
» Medical Imaging Plattform

Bildtext: Cytotoxic T lymphocytes (blue) attacking a tumor (red cells with green/yellow nuclei) in an in vitro three-dimensional culture. | © MedUni Wien