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Michael Fischer übernimmt Professur für Molekulare Physiologie

Deutscher Schmerzforscher kommt von der Universität Erlangen an die MedUni Wien
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Michael Fischer

(Wien, 01-09-2016) Michael Fischer übernimmt mit 1. September 2016 die Professur für Molekulare Physiologie an der MedUni Wien. Der Schmerzforscher kommt von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach Wien. Er leitete dort zuletzt eine Forschungsgruppe am Institut für Physiologie und Pathophysiologie.

Michael Fischer erforscht grundlagenorientiert die Schmerzfunktionen des peripheren Nervensystems. Dazu konzentriert er sich auf die TRP-Kanäle (englisch: transient receptor potential channels), dabei handelt es sich um porenbildende Transmembranproteine, die elektrisch geladenen Teilchen, Ionen, das Durchqueren von Biomembranen ermöglichen. Diese zellulären Ionenkanäle spielen eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Schmerzen.

Eine erstaunliche Vielzahl von täglich eingesetzten medizinischen Substanzen kann Schmerzen auslösen. Sie können auch das Empfinden von Temperatur verändern, ebenso wie Entzündungen, worauf Michael Fischer einen Forschungsschwerpunkt legte.

Es konnte gezeigt werden, dass spezielle TRP-Känale hierfür die entscheidende Rolle spielen. Denn diese Kanäle reagieren auch auf chemischen Stress. Was im Allgemeinen unerwünscht ist und dazu führt, dass eine Substanz als gefährlich eingestuft wird, kann wohl dosiert aber auch genutzt werden. Aktuelle Ergebnisse an der Haut zeigen, dass unerwünschte Zellen besonders anfällig sind und sich bevorzugt schädigen lassen.

Ein weiteres langjähriges Themenfeld von Michael Fischer ist die Kopfschmerzforschung. Hier hat er mit seiner Arbeitsgruppe grundlegend am Mechanismus und Ort der Kopfschmerzentstehung geforscht, aber auch Neuentwicklungen der pharmazeutischen Industrie frühzeitig zur Vorhersage ihrer Wirksamkeit überprüft.

„Ich freue mich auf ein kollegiales Umfeld von Experten der Schmerzforschung an der MedUni Wien, mit denen ich mich fachlich austauschen und wissenschaftlich vernetzen kann“, erklärt Fischer. Er will aber auch Kooperationen mit anderen Institutionen und Disziplinen, wie zum Beispiel aus dem Fach der Chemie, aufbauen. Der Neurophysiologe richtet seine Forschungsarbeit dabei auf ihre Umsetzbarkeit in der Praxis aus: „Meine Forschung soll einen klinischen Nutzen haben.“

Zur Person
Michael Fischer studierte Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und blieb nach seinem Abschluss dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter (Neurologische Universitätsklinik bzw. Institut für Physiologie und Pathophysiologie). Seine Habilitation (Titel: Beiträge zur Sensibilität und Sensibilisierbarkeit primärer nozizeptiver Afferenzen mit Fokus auf Calcitonin Gene-Related Peptide) schloss er im Jahr 2008 ab. Danach führte ihn eine BBSRC Postdoctoral Research Fellowship bzw. im Anschluss daran eine Feodor-Lynen Fellowship an die University of Cambridge (Department of Pharmacology), wo er vier Jahre forschend tätig war. Seit 2012 arbeitete Fischer wieder in Erlangen als Forschungsgruppenleiter, seit 2014 als außerplanmäßiger Professor.