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Patrick Starlinger erhält Theodor-Billroth-Preis der Wiener Ärztekammer

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(Wien, 18-11-2016) Patrick Starlinger von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien wurde von der Wiener Ärztekammer mit dem Theodor-Billroth-Preis ausgezeichnet.

Patrick Starlinger wurde für seine Arbeit „The profile of platelet α-granule released molecules affects postoperative liver regeneration.“ ausgezeichnet. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Prozess der Leberregeneration und konnte bei dem prämierten Projekt einen völlig neuen Mechanismus identifizieren über den Thrombozyten den postoperativen Regenerationsprozess modulieren.

Das Projekt
Thrombozyten sind essentiell an Wundheilungsprozessen beteiligt. Sie können gezielt wichtige Wachstumsfaktoren am Ort der Verletzung absondern (sezernieren) und damit Regenerationsprozesse des verletzten Gewebes in Gang setzen. Bereits 2014 konnten die Autoren der vorgestellten Arbeit zeigen, dass in Thrombozyten gespeichertes Serotonin die postoperative Leberregeneration entscheidend beeinflussen kann. Serotonin ist in den elektronendichten Granula von Thrombozyten gespeichert und wird aktivierungsabhängig sezerniert. Im Zuge der Thrombozytenaktivierung wird auch der Inhalt einer zweiten Art von Granula freigesetzt, die sogenannten α-Granula. Diese Granula enthalten sowohl wachstumsfördernde, wie auch wachstumshemmende Faktoren.
In vitro Daten der vergangenen Jahre konnten zeigen, dass Thrombozyten nicht, wie bisher angenommen, nur in einem aktivierten oder nicht-aktivierten Zustand vorliegen können, sondern dass sie abhängig vom zugrundeliegenden Stimulus in der Lage sind, wachstumsfördernde oder wachstumshemmende Faktoren freizusetzen.

 Ob dieser Mechanismus auch bei PatientInnen mit Leberresektion eine Rolle spielt und pathophysiologische Konsequenzen hat, war bisher nicht bekannt. In der aktuellen Arbeit konnten die WissenschafterInnen zeigen, dass die spezifische Freisetzung von Wachstumsfaktoren aus den α-Granula mit der postoperativen Leberregeneration assoziiert war. Damit konnte zum ersten Mal eine spezifische Freisetzung von α-Granula in vivo nachgewiesen und eine daraus resultierende pathophysiologische Konsequenz aufgezeigt werden.

Darüber hinaus beobachteten die WissenschafterInnen einen Zusammenhang zwischen thrombozytären Wachstumsfaktoren und dem Lebervenenblutdruck. Dieser wird durch eine vorbestehende Lebererkrankung erhöht. Es ist bekannt, dass ein erhöhter Pfortaderdruck ein  Risikofaktor für postoperative Komplikationen ist.  Nun konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass in PatientInnen mit hohem Lebervenenblutdruck die Freisetzung von wachstumsfördernden Substanzen unterdrückt und vermehrt wachstumshemmende Faktoren freigesetzt werden. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, die gefährlichen Konsequenzen von Veränderungen des Lebervenenblutdrucks besser zu verstehen.

Zur Person
Patrick Starlinger studierte von 2003-2009 Medizin in Wien und absolvierte sein PhD Studium (N094) unter der Betreuung von Christine Brostjan auf der chirurgischen Forschung der Universitätsklinik für Chirurgie 2011. Im Oktober 2010 begann er mit seiner Ausbildung zum Allgemeinchirurgen. Research Fellowships führten ihn nach Stanford und Bern, wo er seine Expertise hinsichtlich hepatobiliärer Forschung ausbauen konnte. Dieses Jahr konnte er seine Habilitation abschließen und wurde offizieller Leiter seiner eigenen Forschungsgruppe mit dem Fokus auf Leberregeneration und Onkologie. Er ist Mitglied mehrerer Fachgesellschaften und wurde im April 2015 in das Clinical Research Committee der European Society of Surgical Oncology (ESSO) gewählt. Der hier verliehene Theodor-Billroth Preis reiht sich in eine Liste von vorangegangen Preisen und Stipendien ein. So erhielt Patrick Starlinger beispielsweise bereits 2012 und 2016 den ACO-ASSO Preis, und auch der Theodor Billroth Preis der österreichischen Gesellschaft für Chirurgie wurde ihm bereits zweimal (2013, 2014) verliehen. Weiters ist er Reviewer diverser wissenschaftlicher Journale wie Gastroenterology, Hepatology und dem British Journal of Surgery.