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MedUni Wien trauert um Josef Kühböck

Ehemaliger Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I verstorben
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(Wien, 25-10-2016) Univ. Prof. i.R. Dr. Josef Kühböck, Vorstand der Klinik für Innere Medizin I der Medizinischen Universität Wien und Leiter der Abteilung für Onkologie in den Jahren 1991 und 1992, ist am 17.Oktober 2016 im 91. Lebensjahr verstorben. 

Josef Kühböck

Er begann seine wissenschaftliche Laufbahn unmittelbar nach dem in Wien absolvierten Medizinstudium an der damaligen II. Medizinischen Universitätsklinik (Vorstand Prof. Dr. Karl Fellinger) und hat sich dort schon sehr früh dem Gebiet der malignen Erkrankungen zugewandt. So datiert seine erste Publikation, die die Verwendung von Cyclophosphamid in der Behandlung von Hämoblastosen beschreibt, bereits aus 1958. In der Folge übernimmt er die Leitung der Hämatologischen Ambulanz der Klinik und beschäftigt sich dort vor allem mit der Behandlung des Morbus Hodgkin. Er erkennt dabei sehr schnell, dass zur verbesserten Behandlung von soliden Tumoren eine Kombination mehrerer zytotoxischer Substanzen notwendig ist  und publiziert dann 1968 auch die erste „Polychemotherapie“ im deutschen Sprachraum. Diese erwies sich vor allem in der Behandlung von Hodentumoren als sehr vielversprechend und wurde dann 1972 auch in einer von ihm koordinierten „kooperativen Hodentumorstudie“, einem frühen Beispiel von Multicenter Studien, wissenschaftlich fundiert untersucht.

Wenige Jahre nach seiner Habilitation wurde ihm in Anerkennung dieser Leistungen 1979 der Professorentitel verliehen und ihm die Leitung einer Abteilung für Chemotherapie übertragen, die schon damals auch ambulant durchgeführt wurde.

Mit der Neuordnung der Medizinischen Kliniken im Jahr 1991 wurde er zum Vorstand der Klinik für Innere Medizin I bestellt, die er bis zu seiner Emeritierung erfolgreich leitete.

Professor Kühböck wird allen, die ihn gekannt haben, als Wissenschaftler mit großer intellektueller Neugier und kritischem Denken aber vor allem auch als warmherziger, freundlicher und von Patienten wie Mitarbeitern gleichermaßen geschätzter Mensch in guter Erinnerung bleiben.

Christoph Zielinski,
Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I