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Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Geringere Sterberaten dank universitätsmedizinischer Spitzenmedizin

Umfassende Behandlungen in spezialisierten Gefäßzentren verbessern Überlebenschancen bei Gefäßerkrankungen
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(Wien, 19-10-2016) Die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in einem spezialisierten Gefäßzentrum garantiert die höchste Überlebensrate. Zeigen Daten von vor knapp 20 Jahren eine Mortalität von annähernd 100 Prozent innerhalb von 5 Jahren, liegt die Überlebensrate heute dank universitärer Spitzenmedizin beim Gefäßzentrum an der MedUni Wien/AKH Wien bei 90,8 Prozent.

Historische Daten von vor knapp 20 Jahren zeigen eine Mortalität von PatientInnen mit fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit von annähernd 100 Prozent innerhalb von 5 Jahren.
Wie die Daten der Arbeitsgruppe rund um Gerit Schernthaner von der Klinischen Abteilung für Angiologie (Universitätsklinik für Innere Medizin II) zeigen, hat sich die Behandlung in den vergangenen 10 Jahren deutlich weiterverbessert.
So haben im niedergelassenen Bereich (PCP, primary care physicians) nach fünf Jahren knapp 66 Prozent der PatientInnen überlebt.  Noch deutlicher zeigen sich die Verbesserungen an einem universitären Gefäßzentrum. PatientInnen, die am Gefäßzentrum an der Universitätsklinik der MedUni Wien eingeschlossen wurden, überlebten sogar zu 90,8 Prozent.

Umfassende Betreuung zahlt sich aus
Als mögliche Erklärung für diesen drastischen Unterschied zum niedergelassenen Bereich gibt es neben einer raschen Revaskularisation – sowohl gefäßchirurgisch oder auch interventionell (mittels Katheter) – noch zwei weitere Gründe: 1) an Hand von Case-Report-Forms (CRF) ähnlich einer Pilotencheckliste werden die PatientInnen in standardisierter Form mit wiederkehrenden Fragen, Aufklärungen, Nachschulungen, Behandlungszielen und Arzt-Patientenvereinbarungen konfrontiert; 2) die PatientInnen erhalten eine rigorose, individualisierte und konzentrierte Pharmakotherapie, die sich an den jeweils aktuellen Befunden des/der PatientIn und an den neuesten wissenschaftlichen Daten und Guidelines orientiert und bei jeder ambulanten Kontrolle adaptiert wird.

Augenscheinlich kann ein so massiver Benefit nur mit einer strukturierten Patientenbehandlung (hier gibt es auch Vergleichsdaten aus Slowenien und Kanada) erreicht werden. Die Klinische Abteilung für Angiologie der Medizinischen Universität Wien ist als führendes Gefäßzentrum ein Beispiel für die Bedeutung universitätsmedizinischer Spitzenmedizin. Neben Wien gibt es auch in Graz und Innsbruck vollständig ausgestattete Gefäßzentren.


Weiterführende Literatur:

1.    Faglia E, Clerici G, Clerissi J, Gabrielli L, Losa S, Mantero M, Caminiti M, Curci V, Quarantiello A, Lupattelli T, Morabito A. Long-term prognosis of diabetic patients with critical limb ischemia: a population-based cohort study. Diabetes Care. 2009 May;32(5):822-7.
2.    Ales Blinc B, Kozak M, Sabovic M, Bozic Mijovski M, Stegnar M, Poredos P, Kravos A, Barbic-Zagar B, Stare J, Pohar Perme M. Survival and event-free survival of patients with peripheral arterial disease undergoing prevention of cardiovascular disease. Int Angiol. 2016 Jun 22.
3.    Hussain MA, Al-Omran M, Mamdani M, Eisenberg N, Premji A, Saldanha L, Wang X, Verma S, Lindsay TF. Efficacy of a Guideline-Recommended Risk-Reduction Program to Improve Cardiovascular and Limb Outcomes in Patients With Peripheral Arterial Disease. JAMA Surg. 2016 Aug 1;151(8):742-50.
4.    Höbaus C, Herz CT, Obendorf F, Howanietz MT, Wrba T, Koppensteiner R, Schernthaner GH. Center-based patient care enhances survival of elderly patients suffering from peripheral arterial disease. Ann Med. 2016 Sep 24:1-25.