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Hans Popper Lecture 2016: Die Fettleber und ihre Entstehungsmechanismen im Fokus

Amerikanische Top-Expertin Anne Mae Diehl referiert im Jugendstilhörsaal der MedUni Wien
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Anatomische Darstellung einer Leber

(Wien, 20-09-2016) Die nicht-alkoholische Fettleber und die molekular-biologischen Vorgänge bei ihrer Entstehung stehen im Fokus der Hans Popper Lecture 2016 an der MedUni Wien.  Am 29. September referiert Anna Mae Diehl, Director of the Duke Liver Center, und absolute Fettleber-Expertin, im Jugendstilhörsaal der MedUni Wien (29.9., Rektoratsgebäude, 14.00 Uhr) zu diesem Themenbereich. 

„Ihre Forschungen zur Fettleber sind translational und damit ganz im Sinne Hans Poppers“, sagt Michael Trauner, Leiter der klinischen Abteilung für Gastoenterologie und Hepatologie der MedUni Wien. Zugleich ist die Erforschung der Entstehungsmechanismen der nicht-alkoholischen Fettleber auch ein Forschungsschwerpunkt an der Medizinischen Universität Wien.

Bereits im Jugendalter, so Trauner, kann eine Fettleber vorliegen, dabei spielen auch genetische Vorgänge und Veränderungen des Darmmikrobioms eine wichtige Rolle. Rund 40 Prozent der Menschen in der EU leiden an der nicht-alkoholischen Fettleber. Derzeit ist es nicht möglich, den weiteren Verlauf der Erkrankung – bis hin zur Leberzirrhose und Leberkrebs – zu prognostizieren. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Nierenschäden.  Genau das soll künftig mit einem Risiko-Score mit verschiedenen Biomarkern möglich sein, dieser Risiko-Score wird an Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien in Kooperation mit der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel und dem Exzellenzzentrum Hochfeld-MR sowie den Universitätskliniken für Radiologie/Nuklerarmedizin und der Chirurgie entwickelt.  

Ziel ist es, Biomarker für den klinischen Einsatz zu finden, um nicht-invasiv das Risiko abschätzen zu können – also ohne Leber-Biopsie. Die ersten Resultate sind viel versprechend, so Michael Trauner, Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (Universitätsklink für Innere Medizin III): „Wir gehen können aus, dass es am Ende einen Mix aus Biomarkern geben wird, aus dem sich der Risiko-Score zusammensetzen lässt.“ Dieser Mix wird Marker aus dem Blut, aus dem Mikrobiom im Darm sowie genetische Marker und Marker aus Bildgebungsverfahren mittels inklusive neuester Anwendungen Hochfeld MR-Spekroskopie (virtuelle Leberbiopsie) umfassen.

„Damit werden wir künftig den Verlauf der Erkrankung besser einschätzen und damit die Frage ‚wohin geht der Weg‘, wenn bereits eine Fettleber-Erkrankung vorliegt, viel besser beantworten können, als bisher“, sagt Trauner. Gleichzeitig sei es dann auch leichter, im Rahmen einer personalisierten Medizin, rechtzeitig die richtigen therapeutischen Schritte zu setzen. Die Klinische Abteilung dür Gastroenterologie und Hepatologie spielte eine internationale Schlüsselrolle in der Entwicklung und Austestung neuer medikamentöser Therpieanätzen unter Nutzung der Signaleigenschaften von Gallensäuren für Fettleber, einige dieser neuen Medikamente wurden an der MedUniWien erstmals an PatientInnen mit NAFLD getestet.

Übrigens wurde der Begriff der „nicht-alkoholischen Fettleber“ vom Wiener Hepatologen Heribert Thaler (einem Schüler von Hans Popper) in den 1960er-Jahren geprägt und später von den amerikanischen ForscherInnen aufgegriffen. Damals war man noch der Ansicht gewesen, dass diese Erkrankung ausschließlich mit erhöhtem Alkoholkonsum in Verbindung stehe.

Über Hans Popper
Hans Popper gilt als geistiger Vater der modernen Hepatologie mit Wiener Wurzeln, nach seiner Vertreibung aus Österreich im Jahr 1938 prägte Popper mit der Fortsetzung seiner Laufbahn in den USA wie kein anderer das Fachgebiet der Hepatologie. Auf Popper gehen zahlreiche moderne Konzepte und Begriffe der Hepatologie zurück, wie die chronische Hepatitis, Cholestase und Leberzirrhose. Der visionäre Forschergeist Hans Poppers vereinte Grundlagenforschung und klinische Betrachtungsweise bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem Biochemie und Molekularbiologie noch in ihren Kinderschuhen steckten. Faszinierend am Forscher Hans Popper ist, dass er trotz der noch relativ limitierten technischen Mittel seiner Zeit bereits in der Lage war, die wesentlichen Entwicklungen der modernen Hepatologie zu antizipieren. Seit 2011 gibt es auf Initiative von Michael Trauner die Hans-Popper-Lecture an der MedUni Wien.

Termin: Hans Popper Lecture 2016 am 29.9. 2016
Jugendstilhörsaal der MedUni Wien, Rektoratsgebäude (BT 88), 1. Stock, Spitalgasse 23, 1090 Wien, 14.00 – 15.30 Uhr.  Anna Mae Diehl, Florence McAlister Professor of Medicine,  Director of the Duke Liver Center.  Zusätzlich finden begleitende Forschungsseminare am 28. und 29.9. am Vormittag statt, welche die Möglichkeit bieten, Einblicke in die intensiven Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der Hepatologie an der MedUni Wien zu erhalten. Zugleich können die ForscherInnen mit Anne Mae Diehl darüber diskutieren. 

Alle Infos zum Programm vom 29.9.

Alle Infos zum Basic Research Seminar am 28.9.

Alle Infos zum Basic Research Seminar am 29.9.