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Elisabeth Glitzner erhält Abbvie-Preis für dermatologisches Forschungsprojekt

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(Wien, 28-04-2017) Elisabeth Glitzner vom Institut für Krebsforschung und PostDoc der Arbeitgruppe Maria Sibilia erhielt den Abbvie-Preis für ihr Forschungsprojekt im Bereich Psoriasis.

Elisabeth Glitzner erhielt den Abbvie-Preis in der Höhe von 10.000 Euro für ihr Forschungsprojekt zur Behandlung von Schuppenflechte (Psoriasis). AbbVie ist ein globales, forschendes Bio-Pharma-Unternehmen, das sich einem breiten Krankheitsspektrum mit Augenmerk auf Autoimmununerkrankungen und Krebs widmet.

In dieser Arbeit untersucht Glitzner einen Wirkmechanismus, der direkt an den Hautzellen ansetzt und das Immunsystem nicht beeinträchtigt. Bei der Studie handelt es sich um eine Kooperation mit der Charité Berlin mit dem Ziel neue therapeutische Strategien zu entwickeln.

Psoriasis zählt zu den häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen weltweit und betrifft als Systemerkrankung in manchen Fällen auch Organe und Gelenke. In Österreich sind rund 300.000 PatientInnen von der chronischen Autoimmunerkrankung betroffen. Derzeit ist Psoriasis nicht heilbar, es gibt aber unterschiedliche Behandlungsmethoden, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Die Ursachen für die Entstehung und die Ursachen der entzündlichen Prozesse, die zu Psoriasis führen, sind bis heute nicht zur Gänze erforscht. Im vergangenen Jahrzehnt konnten aber wichtige Teile dieser Mechanismen aufgeklärt werden. Dadurch konnten auch neue Medikamente, die zielgerichtet an molekularbiologischen Mechanismen ansetzen (sogenannten Biologika), als effektive Therapie entwickelt werden.

In der Therapie von Psoriasis wird meist das Immunsystem aber auch die Haut selber adressiert. Da PatientInnen, die mit Biologika behandelt werden, sehr infektanfällig sind, sucht man nach therapeutischen Wegen, die nicht in das Immunsystem eingreifen, sondern verstärkt die dermatologische Komponente der Erkrankung im Visier haben.

Spezifische Behandlung der Hautzellen
Elisabeth Glitzner untersucht in ihrem Projekt, welche Rolle Zytokine der Interleukin 10 (IL-10)-Familie bei der Entstehung und Entwicklung der Psoriasis und der psoriatischen Arthritis haben. Die Rezeptoren für IL-20 und IL-22 finden sich ausschließlich auf Epithelzellen der Haut und sind bei Psoriais-PatientInnen überdurchschnittlich häufig vorhanden. Das legt nahe, dass sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. Die Blockade dieser Rezeptoren hätte daher nur Auswirkung auf die Haut selbst, nicht aber auf Immunzellen. Somit könnten problematische Nebenwirkungen, wie sie bei derzeitigen Biologika noch auftreten, von vornherein ausgeschlossen werden.

Zudem besteht großer Bedarf an vertrauenswürdigen Biomarkern zur Vorhersage der Entwicklung von systemischen Psoriasiszeichen, wie der psoriatischen Arthritis. In dieser Studie wird evaluiert, ob Zytokine der IL-10-Familie sich als solche Biomarker eignen.

Zur Person
Elisabeth Glitzner, 1984 in Österreich geboren, studierte von 2003 bis 2008 Molekulare Biologie an den Universitäten Graz, Salzburg und Montreal. Seit 2008 ist sie Teil der Forschungsgruppe von Maria Sibilia im Institut für Krebsforschung der MedUni Wien, wo sie Ende 2014 promovierte. Ihre Dissertation beschäftigte sich mit den Entstehungsmechanismen der Psoriasis und dem Wechselspiel unterschiedlicher immunologischen Zellarten wie dendritischer Zellen und T-Zellen, die zur Ausprägung dieser Erkrankung führen. Seit 2015 arbeitet Elisabeth Glitzner als Postdoc in der Gruppe von Maria Sibilia und beschäftigt sich neben der Psoriasis mit der Funktion von epidermalen Wachstumsfaktoren in der Tumorentstehung, sowie mit dem Blutgefäßsystem von Tumoren. Elisabeth Glitzner ist außerdem Preisträgerin mehrerer wissenschaftlicher Fachgesellschaften.