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Nebennierentumoren: Neue schonende Operationsmethode etabliert

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(Wien, 16-05-2017) An der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien/AKH Wien, die Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna ist, wurde Anfang 2017 eine innovative Operationsmethode zur Entfernung der Nebennieren etabliert. Sie ist für alle PatientInnen mit Tumoren der Nebennieren geeignet, die endoskopisch operiert werden können. Mit Hilfe des Verfahrens wurde aus dem vormals sehr belastenden Eingriff eine OP, die über einen anderen Zugang (nicht mehr über den Bauchraum) erfolgt und rascher durchgeführt werden kann. Das Ergebnis: die OPs sind schonender als früher, die PatientInnen haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder mobil. Auch die Komplikationsraten konnten gesenkt werden.

Tumoren der Nebennieren gehören zu den häufigsten Tumoren beim Menschen. Ein Großteil ist harmlos und muss nicht behandelt werden. Bösartige Tumoren haben allerdings eine ungünstige Prognose. Ein wesentlicher Teil der Therapie ist die rasche chirurgische Entfernung des Tumors, die bislang jedoch ein belastender Eingriff war.

Das neue Verfahren erfolgt wie die bisherige Methode mittels eines Endoskops, der Zugang erfolgt aber nicht über die Bauchhöhle sondern retroperitonial, also über den Rücken. Beim neuen Verfahren zeigen sich bei den PatientInnen nach dem Eingriff praktisch keine Beschwerden, sie können zumeist am zweiten Tag (im Mittel 2,4 Tage) nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen, und benötigen nach der Operation keinerlei Schmerzmittel. Außerdem zeigen vergleichende Studien aus Deutschland, dass Verletzungen anderer Bauchorgane die, wenn auch selten, bei der OP durch den Bauchraum vorkamen, durch diese Operationsmethode vermieden werden können.

„Ein weiterer, sichtbarer Vorteil für die PatientInnen besteht darin, dass nur drei winzige Hautschnitte zwischen 0,5 cm und 1 cm am Rücken nötig sind“, bemerkt Christian Scheuba, Teamleader Endokrine Chirurgie.

„Zudem konnte die durchschnittliche Operationszeit von bis zu sechs Stunden auf 57 Minuten drastisch reduziert werden“, berichtet Philipp Riss, Mitglied des OP-Teams.

Michael Gnant, Leiter der Klinik für Chirurgie und der Abteilung Allgemeinchirurgie: „Ich bin sehr stolz auf unser interdisziplinäres Team, das nach aufwändiger Vorbereitung und Übung diese innovative und patientInnenschonende Operationsmethode nun auch in Wien etabliert hat. Bereits 12 Patientinnen wurden erfolgreich und komplikationsfrei operiert – ein weiterer Meilenstein in der erfolgreichen Geschichte der Wiener endokrinen Chirurgie.“