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Europa-Premiere: Erste Y-Trachealstents basierend auf dem 3D-Druckverfahren implantiert

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(Wien, 14-02-2018) An der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der Medizinischen Universität Wien/AKH Wien wurden zum ersten Mal individualisierte, mittels 3D-Druckverfahren angefertigte Trachealstents implantiert. 

Bei der nun erstmals durchgeführten Intervention wurden zwei Patienten behandelt, bei denen es aufgrund einer so genannten Tracheobronchomalazie zu einer außergewöhnlichen Erweiterung und Destabilisierung der Luftröhre kam. Alle zuvor durchgeführten chirurgischen, sowie Behandlungsversuche mit herkömmlichen Stents brachten nur kurzfristige Erfolge. Die neuartigen, individualisierten Stents brachten nun bei beiden Patienten eine deutliche Besserung der Atembeschwerden.

„Der 3D-Druck hat sich in vielen Bereichen bereits als hervorragende Technik zur Herstellung von Kleinserien etabliert. In Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern hoffen wir dieses Know-how zukünftig auch Patienten mit komplexen Erkrankungen der Atemwege zugute kommen zu lassen“, so Thomas Schweiger und Konrad Hoetzenecker von der Abteilung für Thoraxchirurgie an der Medizinischen Universität Wien.

Individualisierte Anpassung für optimale Ergebnisse
Walter Klepetko, Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie an der Medizinischen Universität Wien, erklärt den Qualitätsgewinn: „Mit den herkömmlichen Stents konnten wir bisher bestenfalls gute Ergebnisse erreichen. Der 3D-Druck erlaubt uns, jedem Patienten individuell eine optimale Lösung anzubieten.“

3D-gedruckte, individualisierte Stents kommen momentan nur für einzelne PatientInnen mit außergewöhnlichen anatomischen Verhältnissen in Frage. Durch die Optimierung des Herstellungsprozesses vom Entwurf des Stents bis zur Implantation könnte diese Technik in Zukunft auch in einem breiteren Patientengut Anwendung finden.
Die Herstellung der Stents erfolgte in internationaler Zusammenarbeit mit Custom Orthopaedics, einem Spin-off der Cleveland Clinic (Cleveland, Ohio, USA) und der Firma Novatech (Frankreich).

Internationales Meeting an der MedUni Wien am 16. und 17. März 2018
Das Laryngotracheale Programm der Medizinischen Universität Wien wurde 2012 als Kooperationsprojekt der Abteilungen für Thoraxchirurgie (Leitung: Walter Klepetko) sowie Phoniatrie/Logopädie (Leitung: Doris-Maria Denk-Linnert) gegründet. Ziel des Programms ist es PatientInnen mit Erkrankungen der zentralen Atemwege mit einem bestmöglichen funktionellen Ergebnis zu behandeln.

Die Medizinische Universität Wien hat sich seither als internationales Zentrum in der Versorgung dieser Erkrankungen positioniert. Im März 2018 findet an der Medizinischen Universität Wien bereits zum dritten Mal ein internationales Symposium zum Thema Laryngotrachealchirurgie statt.
Eine Anmeldung ist unter https://www.meduniwien.ac.at/hp/laryngotrachealvienna/ möglich.