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Dietmar Herndler-Brandstetter erhält Forschungsförderung der „Fellinger Krebsforschung 2018“

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(Wien, 05-07-2018) Der Immunologe Dietmar Herndler-Brandstetter vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien erhält eine Forschungsförderung der „Fellinger Krebsforschung 2018“ für ein Projekt, in dem er untersuchen wird, inwieweit eine Immuntherapie, die sich gegen Fresszellen wendet, eine erfolgreichere Behandlungsmöglichkeit von therapieresistenten Mammakarzinomen darstellen könnte. Mit Hilfe von modernsten Screening-Technologien und in vivo Modellen sollen neue diagnostische und prognostische Biomarker sowie neue therapeutische Konzepte identifiziert bzw. evaluiert werden.

Obwohl seit langem bekannt ist, dass dem Immunsystem eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Tumoren (Tumorgenese) zuteilwird, hat sich die Krebsimmuntherapie erst vor kurzem als vielversprechende Therapieoption herausgestellt. Vollständige und dauerhafte Immuntherapieerfolge werden jedoch nur bei einem Bruchteil von KrebspatientInnen beobachtet. Die Entwicklung von therapieresistenten Tumorzellen und Metastasen stellt daher nach wie vor eine enorme klinische Herausforderung dar.

Verbesserung von Immuntherapien
Herndler-Brandstetter, der auch Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien ist: „Ein Schlüsselfaktor, welcher den therapeutischen Erfolg begrenzt, ist, dass bisherige Immuntherapien nur auf einen Teil der Immunzellen im Tumor, z.B. T-Lymphozyten, abzielen. Allerdings gibt es im Tumor häufig sogenannte Fresszellen, z.B.: Makrophagen und Granulozyten, die vom Tumor so umprogrammiert werden, dass sie das Tumorwachstum, die Resistenzentwicklung gegenüber Chemotherapie und Immuntherapien sowie die Metastasenbildung fördern. In einer früheren Arbeit konnten wir zeigen, dass ein Fresszell-spezifischer Checkpoint Inhibitor das Tumorwachstum hemmt. In Zusammenarbeit mit WissenschafterInnen und ÄrztInnen an der MedUni Wien, am AKH Wien und am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM), möchten wir nun erforschen, ob so eine Fresszell-spezifische Immuntherapie zur Behandlung von therapieresistenten Mammakarzinomen eingesetzt werden könnte.“
Link zur Studie https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=29158380


Über die Fellinger Krebsforschung
Die „Fellinger Krebsforschung“ fördert Projekte der Grundlagenforschung, die das Ziel haben, neue Erkenntnisse zu gewinnen über molekulare Prozesse der malignen Transformation und der Signaltransduktion, die in weiterer Folge für die Entwicklung neuer therapeutische Ansätze hilfreich sein könnten (translationale Forschung). Weiters werden auch Projekte der klinischen Krebsforschung unterstützt. Hier sollen vor allem Fragen der Qualitätsoptimierung bei der Betreuung von PatientInnen mit Malignomen im Mittelpunkt stehen, sowie Projekte zur Erfassung und Verbesserung von Patientenbedürfnissen und der Lebensqualität.
Die Mittel des gemeinnützigen Vereins „Fellinger Krebsforschung“ stammen von Karl und Barbara Fellinger. Präsident des Vereins ist der renommierte Onkologe Heinz Ludwig.

Zur Person
Dietmar Herndler-Brandstetter studierte Pharmazie an der Universität Innsbruck und absolvierte ein PhD-Studium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Als FLARE Fellow war er am Institut für Biomedizinische Alternsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und an der Universität von Birmingham (UK) tätig. Als Erwin Schrödinger Postdoctoral Fellow forschte er im Labor von Richard A. Flavell an der Yale Universität (USA). Im Dezember 2017 trat er eine Stelle als Gruppenleiter (Translationale Tumorimmunologie) am Institut für Krebsforschung der MedUni Wien an. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der translationalen Krebsforschung, der Rolle des Immunsystems bei der Tumorgenese und Metastasierung, und der Verbesserung von Immuntherapien zur effektiveren Bekämpfung von therapieresistenten Tumoren und Metastasen. Dietmar Herndler-Brandstetter ist Autor bzw. Ko-Autor von 38 wissenschaftlichen Publikationen und Karl Landsteiner Preisträger.