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Österreichischer Mikrobiologiepreis und Hygienepreis 2018 an ForscherInnen des ICC Water & Health

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Österreichischer Mikrobiologiepreis 2018 an Silvia Cervero-Aragó und Barbara Schrammel vom Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie

(Wien/Graz, 20-06-2018) Im Rahmen der 36. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP), die vom 4. bis 7. Juni 2018 in Graz stattfand, wurde sowohl der Österreichische Mikrobiologiepreis als auch der Österreichische Hygiene-Preis 2018 an MitarbeiterInnen des ICC Water & Health verliehen. Ein schöner Erfolg der Zusammenarbeit innerhalb der interuniversitären Kooperation der Medizinischen Universität Wien, der TU Wien und der Karl Landsteiner Universität in Krems.

Der Österreichische Mikrobiologiepreis 2018 ging an die beiden ICC Water & Health MitarbeiterInnen Silvia Cervero-Aragó und Barbara Schrammel vom Institut  für Hygiene und Angewandte Immunologie der MedUni Wien im Team von Alexander Kirschner aus der Abteilung für Wasserhygiene (Leitung: Regina Sommer) und an Elisabeth Dietersdorfer im Team von Julia Walochnik am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien für ihre Arbeiten* zum Thema lebende, aber nicht kultivierbare Legionellen.

Legionellen sind Verursacher der Legionärskrankheit, einer der häufigsten wasserübertragenen Infektionskrankheiten in Industrieländern. Legionellen werden üblicherweise mit Kultivierungsverfahren in Wasserproben quantifiziert, viele jüngere Studien zeigten aber, dass die Anzahl an lebenden, nicht kultivierbaren (VBNC, viable but nonculturable) Legionellen-Zellen in Wasserverteilungssystemen um ein Vielfaches über der Anzahl an kultivierbaren Legionellen liegen können. In den Untersuchungen wurde versucht, die potenzielle gesundheitliche Relevanz dieser VBNC-Legionellen abzuschätzen, indem in Laborversuchen ihre Lebensfähigkeit mit modernen zytometrischen Verfahren und ihre Infektiosität für humane Zellkulturen ermittelt wurde. Dabei konnte erstmals gezeigt werden, dass 1) ein beträchtlicher Anteil der VBNC-Legionellen ihre Lebensfähigkeit über einen langen Zeitraum beibehält und 2) diese VBNC-Legionellen humane  Makrophagen direkt infizieren können. Dies geschieht jedoch mit deutlich geringerer Effizienz (längere Infektionszeit, höhere Infektionsdosis, geringere Anzahl infizierter Zellen) als bei kultivierbaren Zellen. Eine gesundheitliche Relevanz kann daher nicht ausgeschlossen werden, langwierige Krankheitsverläufe bei immungeschwächten Personen könnten dadurch erklärt werden.

Österreichischer Hygienepreis an die DissertantInnen Claudia Kolm und Roland Martzy aus der Arbeitsgruppe Molekulare Diagnostik der TU Wien

Der diesjährige Österreichische Hygienepreis wurde an die beiden DissertantInnen Claudia Kolm und Roland Martzy aus der Arbeitsgruppe Molekulare Diagnostik der TU Wien (Forschungsgruppe Farnleitner) für ihre Arbeiten** zum Thema „Schnellverfahren zum Nachweis Fäkaler Kontaminationen“ verliehen. Beide Arbeiten befassen sich mit der Entwicklung und Evaluierung von isothermalen Amplifikationsmethoden für den Nachweis von Enterokokken in Wasser und zielen dabei auf das 23S rRNA Gen als Marker für fäkale Kontamination ab. Um einen spezifischen und einfachen Nachweis zu ermöglichen, nutzte Claudia Kolm ein Helicase-Dependent Amplification Verfahren, während Roland Martzy in seiner Arbeit LAMP (Loop-mediated isothermal amplification) als Methode anwendete. Regina Sommer steuerte für diese erfolgreiche Kooperation ihre Expertise in der Kultivierung von Enterokokkenstämmen bei. Die momentan genutzten mikrobiologischen Verfahren zum Nachweis fäkaler Verunreinigungen verlangen eine aufwändige Laborinfrastruktur und liefern erst nach einem Tag Ergebnisse. Im Gegensatz dazu könnten die neu entwickelten Methoden vor Ort und ohne Labor eingesetzt werden und innerhalb einer Stunde Auskunft über Kontaminationen geben.
Die Arbeiten entstanden aus dem FWF-Einzelprojekt „Health Relevance of VBNC Legionellae“ (Leiter: Alexander Kirschner) sowie durch das von der Niederösterreichischen Bildungs- und Forschungsgesellschaft geförderte Projekt „IsoAmp“ (Leiter: Georg Reischer). Alle Publikationen sind unter der Open Access Option frei im Netz verfügbar.

Zum ICC Water & Health
Das ICC Water & Health ist eine vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geförderte Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität Wien, der Technischen Universität Wien sowie – seit 2017 – der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (www.waterandhealth.at).

Die Publikationen
* Dietersdorfer E, Kirschner AKT, Schrammel B, Ohradanova-Repic A, Stockinger H, Sommer R, Walochnik J, Cervero-Aragó S (2018) Starved viable but non-culturable (VBNC) Legionella strains can infect and replicate in amoebae and human macrophages. Water Research 141 doi: 10.1016/j.watres.2018.01.058
* Schrammel B, Cervero-Arago S, Dietersdorfer E, Walochnik J, Lück C, Sommer R, Kirschner AKT (2018) Differential development of Legionella sub-populations during short- and long-term starvation. Water Research 141, doi: 0.1016/j.watres.2018.04.027
** Kolm, C., Martzy, R., Brunner, K., Mach, R.L. Krska, R., Heinze, G., Sommer, R., Reischer, G.H., Farnleitner, A.H., (2017) A complementary isothermal amplification method to the US EPA qPCR approach for the detection of enterococci in environmental waters. Environ Sci Technol 51(12): 7028-7035.
** Martzy, R., Kolm, C., Brunner, K., Mach, R.L. Krska, R., Šinkovec, H., Sommer, R., Farnleitner, A.H., Reischer, G.H. (2017) A loop-mediated isothermal amplification (LAMP) assay for the rapid detection of Enterococcus spp. in water. Water Res 122: 62-69.