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Ursula Schmidt-Erfurth mit J. Donald M. Gass Medal ausgezeichnet

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(Wien, 08-03-2018) Ursula Schmidt-Erfurth, Leiterin der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der MedUni Wien/AKH Wien, wurde von der internationalen Macula Society in Los Angeles mit der J. Donald M. Gass Medal für außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet der Ophthalmologie ausgezeichnet.

Die J. Donald M. Gass Medal wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem Gebiet der Erforschung von Erkrankungen der Makula (Netzhaut) hervorgetan haben. Die 1977 gegründete Macula Society ist ein Forum für Forschung auf dem Gebiet der Netzhautgefäß- und Makulaerkrankungen. Die Macula Society würdigt herausragende Leistungen ihrer Mitglieder und anderer durch Auszeichnungen und Vorträge und hält einen jährlichen Kongress ab.

Die Ehrung ist nach dem Pionier der modernen Diagnostik in der Ophthalmologie benannt, dem amerikanischen Netzhaut-Experten Donald Gass, der die Fluoreszenzangiographie als Gold-Standard in die augenmedizinische Diagnostik eingeführt hat und die bis heute geltenden Kriterien zur Differentialdiagnose, dem Staging und der Therapiegrundlage aller wesentlichen Netzhauterkrankungen wie alters-bezogene Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, Gefäßerkrankungen et.al. definiert hat. Diese Würdigung der amerikanischen Fachgesellschaft wurde bisher nur einigen wenigen EuropäerInnen verliehen.

Pionierleistungen in der optischen Kohärenztomographie
Ursula Schmidt-Erfurth erhielt die J. Donald Gass-Medaille für ihren wesentlichen Beitrag in der Etablierung der optischen Kohärenztomographie (OCT), die innerhalb weniger Jahre zur häufigsten Diagnose-Methode in der Ophthalmologie wurde, und insbesondere die Einführung von Artificial Intelligence (AI) in die Auswertung dieser hochauflösenden dreidimensionalen Bildgebung, die riesige Datenmengen liefert. Um die nie dagewesene Flut an morphologischen Informationen für Diagnose und Therapie-Indikationen gerade bei den häufigsten gravierenden Augenerkrankungen nutzbar zu machen, entwickelte Schmidt-Erfurth erstmals komplett automatisierte Algorithmen, die schon diskrete Veränderungen identifizierbar und quantifizierbar machen. Mit dem Team des von ihr gegründeten Christian-Doppler-Labors für ophthalmologische Bildanalyse gelang es der Klinikerin und Wissenschafterin Methoden des Machine Learning und der Muster-Erkennung an medizinischen Imagingdaten in einer Pionierleistung anzuwenden und damit innovative und standardisierte Methoden für Screening, Prognosestellung und Therapie-Monitoring zur Verfügung zu stellen, die die personalisierte Medizin in der Augenheilkunde in großem Stil implementieren. Sie hat diese Richtung der medizinischen Bildanalyse bereits mit dem von ihr 2006 gegründeten Vienna Reading Center, einer digitalen Plattform zur Analyse von Netzhautbefunden in weltweiten multizentrischen Studien, beschritten und über die vergangenen Jahre konsequent weiterentwickelt. Neben einer wesentlichen Optimierung der Behandlung der wichtigsten zur Erblindung führenden Augenerkrankungen, hat sie damit auch den Grundstein für eine führende Rolle der MedUni Wien in der digitalen Medizin auf internationaler Ebene gelegt. Entsprechend ist sie designierte Sprecherin des Steuerungskomitees des Medizinischen Imaging Clusters (MIC) der Medizinischen Universität Wien und hier auch in der Koordination interdisziplinärer Forschung in der medizinischen Bildgebung aktiv.

Zur Person
Ursula Schmidt-Erfurth ist Professorin für Augenheilkunde und Expertin für Augenchirurgie. Sie leitet seit 2004 die Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der MedUni Wien im AKH Wien, seit 2006 das Vienna Reading Center und das seit 2013 an der MedUni Wien eingerichtete Christian Doppler Labor für Ophthalmologische Bildanalyse. Sie ist Autorin von mehr als 360 Publikationen und Buchkapiteln und Mitglied mehrerer Editorial Boards von Fachjournalen (z.B. British Journal of Ophthalmology). Ursula Schmidt-Erfurth erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Forschungspreis der Fraunhofer Gesellschaft, den Achievement Award der American Academy of Ophthalmology, den Roger Johnson Award der University of Washington und den Donald Gass Award der Retina Society (USA). Seit 2014 ist Schmidt-Erfurth Adjunct Professor an der Feinberg School of Medicine (Northwestern University, Chicago). Ursula Schmidt-Erfurth ist Vizepräsidentin des European Forum Alpbach und Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Netzhautspezialisten EURETINA.