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Gabor G. Kovacs erhält Bischof-Karl-Golser-Preis

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(Bozen/Wien, 19-01-2018) Gabor G. Kovacs vom Institut für Neurologie der Medizinischen Universität Wien erhält für seine Forschungsergebnisse auf dem Gebiet neurodegenerativer Erkrankungen den Bischof-Karl-Golser-Preis 2018.

Die Bischof Dr. Karl Golser Stiftung möchte hoch angesehene klinische Forscher oder Neurowissenschaftler würdigen, die ihre Forschung dem Gebiet atypischer Parkinson-Erkrankungen widmen. Der erstmals verliehene Bischof Dr. Karl Golser-Preis wird am 9. Juni 2018 für eine wegweisende Publikation im Jahr 2016/2017 sowie aufgrund internationaler Positionen vergeben. Die Auswahl des Preisträgers erfolgte durch den wissenschaftlichen Beirat der Stiftung und wird durch ein internationales Expertengremium ermöglicht.

Kovacs zusammen mit einem Wissenschafter der Harvard Universität (Boston, USA) den Preis für 2018 (20.000 Euro) geteilt erhalten. Der Preis wird in der Hofburg in Brixen in Anwesenheit von Stiftungsratspräsident Josef Matzneller und Diözesanbischof Ivo Muser (Bozen-Brixen) verliehen.

Ausgezeichnet wurde die Publikation “Evaluating the Patterns of Aging-Related Tau Astrogliopathy Unravels Novel Insights Into Brain Aging and Neurodegenerative Diseases“ (Journal of Neuropathology and Experimental Neurology; 2017 Apr 1; 76:270-288). Diese Publikation ist ein Höhepunkt einer Reihe von Studien, welche die pathogene Rolle von Astrozyten (Stützgewebe) im Alter und insbesondere im Zusammenhang mit neurodegenerativen Tauopathien, die mit atypischem Parkinsonismus einhergehen, beschreiben. Nachdem Kovacs und seine Gruppe eine spezielle Konstellation der Tau-Pathologie in den Astrozyten bei älteren Menschen mit Demenz und Parkinsonismus beschrieben hatten (Acta Neuropathologica: 2011; 122: 205-22 und 2013; 126: 365-384), organisierte er eine internationale multizentrische Studie (Acta Neuropathologica, 2016; 131 : 87-102 und J Neuropath Exp Neurology, 2017; 76: 605-619) zur Harmonisierung der Nomenklatur (nun bezeichnet als altersbedingte Tau-Astrogliopathie, age-related tau astrogliopathy, ARTAG) und Evaluierungsstrategien dieser Pathologien. Darauf aufbauend hat er im Rahmen einer Kollaboration mit Aufenthalt an der University of Pennsylvania  (Virginia M-Y. Lee und John Q. Trojanowski, Philadelphia, USA,) mehr als 600 Fälle klinikopathologisch analysiert und die Überlappung von ARTAG mit chronischer traumatischer Enzephalopathie, einer neurodegenerativen Erkrankung, die mit repetitiven milden traumatischen Hirnverletzungen durch z.B. Kontaktsport verbunden ist, sowie mit atypischem Parkinsonismus assoziierten Tau-Pathologien, beobachtet. Diese Studien stellen Astrozyten in den Mittelpunkt der Pathogenese von Tauopathien bei älteren Menschen und stellen einen Zusammenhang zu atypischem Parkinsonismus her. Schließlich erlaubten diese Studien dieses Konzept als „Protein-Astrogliopathien“ (Brain Pathol. 2017; 27: 675-690) zu erweitern, mit Relevanz für andere neurodegenerative Erkrankungen. Diese Studien konnten nur im Rahmen einer intensiven weltweiten Vernetzung durchgeführt werden und platzierten Kovacs in einer führenden Position in der klinisch-pathologischen Forschung von Tauopathien, einschließlich mehrerer Einladungen zu Konferenzen.

Zur Person
Gabor. G. Kovacs studierte Medizin an der Semmelweis Universität in Budapest/Ungarn (1994). Im Anschluss folgten Facharztausbildungen für Neurologie und Neuropathologie. Seit 2007 ist er am Klinischen Institut für Neurologie beschäftigt und habilitierte 2010 an der MedUni Wien. Er ist seit 2007 Mitarbeiter des ÖRPE (Österreichisches Referenzzentrum zur Erfassung und Dokumentation menschlicher Prionen-Erkrankungen) und seit 2011 auch Leiter des Zentrums. Darüberhinaus ist er auch an der Universitätsklinik für Neurologie, der MedUni Wien tätig. Er verbrachte wissenschaftliche Gastaufenthalte in Wien, Edinburgh, Indianapolis und Philadelphia. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befasst er sich vorrangig mit der Neuropathologie und Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen einschließlich der Prionenerkrankungen. Er koordinierte ein FP7-EU-Projekt (www.develage.eu) und ist im Editorial Board zweier internationaler Top-Journale (Acta Neuropathologica und Neuropathology & Applied Neurobiology).