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Gabriel Bsteh erhält Karl-Vass-Multiple Sklerose Forschungspreis

Erstmals vergebene Auszeichnung der MS-Forschungsgesellschaft an Neurologen der MedUni Wien
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Hans Lassmann (l.), Gabriel Bsteh und Thomas Berger

(Wien, 10-12-2020) Gabriel Bsteh, Neurologe an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien, wurde von der Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft mit dem erstmals vergebenen Karl-Vass-Multiple Sklerose Forschungspreis ausgezeichnet.

Der neu geschaffene Preis ist dem Neurologen und MS-Forscher Karl Vass (verstorben 2012) gewidmet, Präsident der MS-Gesellschaft und Professor für Neurologie an der MedUni Wien. Er wird alle zwei Jahre an eine/n NachwuchswissenschafterIn mit bereits herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der MS in Österreich vergeben.

Gabriel Bsteh begann nach Abschluss seines Humanmedizinstudiums an der Medizinischen Universität Innsbruck im Jahr 2013 an der Universitätsklinik für Neurologie als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Neuroimmunologie und Multiple Sklerose unter Leitung von Thomas Berger ein PhD-Studium in Clinical Neurosciences. Im Rahmen seiner PhD-Thesis unter dem Titel „Personalized Medicine in Multiple Sclerosis“ untersuchte er verschiedene klinische und paraklinische Faktoren mit dem Ziel, die Prognose von MS-PatientInnen möglichst individuell vorhersagen zu können. Seine PhD-Thesis umfasste sechs Publikationen als Erstautor zu Prognosefaktoren, die erstmals die Rolle von paroxysmalen Erstsymptomen, Persönlichkeitscharakteristika, Coping und Risikoperzeption in der Prognosestellung der MS beschreiben und Prädiktoren des Outcomes nach Beendigung einer MS-Therapie und nach Schwangerschaft aufzeigen.

In dieser Zeit und während eines Auslandsaufenthalts am Universitätsspital Zürich begann Gabriel Bsteh, sich intensiv mit der optischen Kohärenztomographie (OCT) und der Riechfunktion als potentielle Biomarker bei MS zu beschäftigen. Daraus sind bisher weitere neun Publikationen als Erstautor entstanden, die dazu beigetragen haben, dass die OCT heute als Biomarker der MS-assoziierten neuroaxonalen Schädigung etabliert ist und am Sprung zur Implementierung in die klinische Routine steht.

Nach Abschluss seines PhD-Studiums in Innsbruck wechselte Gabriel Bsteh im Jahr 2019 an die Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien, wo er klinisch primär MS-PatientInnen betreut und seinen wissenschaftlichen Fokus weiterhin auf die Erforschung und Entwicklung von Faktoren und Biomarkern zur Individualisierung von Prognose und Therapie der Multiplen Sklerose bei neuroimmunologischen, aber auch anderen neurologischen Erkrankungen gerichtet hat.

Gabriel Bsteh hält innerhalb seiner sieben Jahre Forschungstätigkeit bei derzeit insgesamt 46 Publikationen (davon 30 als Erstautor) in peer-reviewed-Journalen. Aktuell befinden sich vier ambitionierte Projektanträge zur Einwerbung kompetitiver Drittmittel in den jeweiligen Begutachtungsverfahren, von denen eines bereits eine Förderzusage von der Österreichischen Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft erhalten hat.

Zusätzlich eignete sich Bsteh Expertise in medizinischer Biostatistik und Verarbeitung von „Big Data“ an, die durch die führende statistische Auswertung in insgesamt 28 Publikationen belegt ist. Aktuell befindet sich Bsteh im Rahmen der Qualifizierungsvereinbarung auf dem Weg zu einer Professur an der Medizinischen Universität Wien.

Zur Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft
Die Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft wurde 1992 von der MS-Gesellschaft Wien gegründet, um die wissenschaftliche Forschung zur Multiplen Sklerose in Österreich zu fördern und auszubauen. Sie ist ein aus Spenden finanzierter gemeinnütziger Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist. Das vorrangige Ziel der MS-Forschungsgesellschaft ist es, österreichweit neue Forschungsprojekte zur Entstehung, Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose zu ermöglichen. Durch gezielte Anschubfinanzierung ist es in den letzten Jahren gelungen, viele Projektideen, vor allem von Forschungsabteilungen der Medizinischen Universitäten in Österreich umzusetzen und dabei die Vernetzung der beteiligten Institutionen zu fördern. Neue, wichtige diagnostische oder therapeutische Verfahren, die nicht im zentralen Interesse der pharmazeutischen Industrie liegen, konnten evaluiert und damit möglichst rasch den betroffenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt werden.