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Ellen Gelpi-Mantius gewinnt Otto-Kraupp-Preis 2020

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(Wien, 13-11-2020) Ellen Gelpi-Mantius von der Abteilung für Neuropathologie und Neurochemie der MedUni Wien (Universitätsklinik für Neurologie) wurde mit dem Otto Kraupp Preis für die beste im Vorjahr an einer österreichischen Medizinischen Universität angenommene Habilitationsschrift ausgezeichnet. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Neuropathological Characterisation Of Neurodegenerative Diseases: From Human Postmortem Studies To Tissue-Based In Vivo Biomarkers“.

Der von Siemens Healthineers gestiftete Otto-Kraupp-Preis wurde heuer zum mittlerweile 22. Mal verliehen. Die Vergabe erfolgt seit 1998 in Würdigung der Verdienste des langjährigen Dekans und ehemaligen Vorstands des Pharmakologischen Instituts der Universität Wien Otto Kraupp. Im Rahmen der Verleihung wurde heuer auch Helmut Sinzingers gedacht. Am 21. Februar 2020 war der Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien und Juryvorsitzende seiner schweren Krankheit erlegen.

Seitens des Stiftungskuratoriums wurden auch heuer alle Personen, die im Vorjahr eine Habilitationsschrift an einer Medizinischen Universität in Österreich abgeschlossen haben, zur Bewerbung eingeladen. Unter allen Einreichungen wählte die Jury vier KandidatInnen aus, die im Rahmen der Veranstaltung am 27. Oktober im Billrothhaus ihre Arbeiten präsentierten. Ellen Gelpi-Mantius erreichte den ersten Platz in der Wertung und wurde auch mit der Urkunde für den besten Vortrag ausgezeichnet.

Inhalt der Habilitation
Neurodegenerative Erkrankungen sind molekularpathologisch durch abnorme Proteinablagerungen in verschiedenen Zelltypen des Nervensystems charakterisiert. Gelpis neuropathologische Studien zum Protein Alpha-Synuclein haben dazu beigetragen, die entscheidende Rolle des peripheren autonomen Nervensystems in der Pathogenese des M. Parkinson und der REM-Schlaf-Verhaltensstörung besser zu verstehen und mit Hilfe von Speicheldrüsenbiopsien einen Biomarker im frühen Krankheitsstadium der PatientInnen zu entwickeln. Zudem konnte Gelpi mit ihren KollegInnen eine neue Tauopathie mit Autoantikörpern gegen das Zelladhäsionsmolekül IgLON5 definieren und entsprechende Diagnosekriterien etablieren, und erstmals einen Zusammenhang zwischen Neurodegeneration und Autoimmunität nachweisen. Neuropathologische Untersuchungen sind ein integraler Bestandteil der Diagnose und Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen und wichtige Voraussetzung zur Entwicklung von Biomarkern und gezielten Therapieansätzen.

Zur Person
Ellen Gelpi studierte Medizin in Barcelona, wo sie auch ihre Facharztausbildung für Neurologie absolvierte. Ihr Interesse an den Neurowissenschaften führte sie nach Wien, wo sie am Klinischen Institut für Neurologie der Medizinischen Universität Wien, unter der Leitung von Herbert Budka zuerst als wissenschaftliche Mitarbeiterin begann und dann eine Facharztausbildung für Neuropathologie anschloss, um sich auf neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns zu spezialisieren. 2009 wechselte sie an das Hospital Clinic-IDIBAPS in Barcelona, wo sie 8 Jahre die Brain Bank für neurodegenerative Erkrankungen erfolgreich leitete. Im Jahr 2017 kehrte sie zurück nach Wien und übernahm das Referenzzentrum zur Dokumentation und Erfassung menschlicher Prionenerkrankungen in Österreich. Ellen Gelpi ist Autorin von mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen und verfasste Reviews und Buchkapitel zum Thema Neurodegeneration.

 

Die PreisträgerInnen des Otto Kraupp Preises im Überblick:

1. Platz & Auszeichnung für den besten mündlichen Vortrag:
Neuropathological Characterisation Of Neurodegenerative Diseases: From Human Postmortem Studies To Tissue-Based In Vivo Biomarkers
Ellen Gelpi-Mantius
Klin. Abt. für Neuropathologie und Neurochemie (NPC), MedUni Wien

2. Platz:
Studies on the molecular basics of obesity and the risk prediction for diabetes, kidney disease, and cardiovascular disease
Andreas Leiherer
VIVIT Molekularbiologisches Labor, Feldkirch

3. Platz & Auszeichnung für die beste schriftliche Arbeit:
HDAC inhibition improves cardiopulmonary function in a feline model of diastolic dysfunction
Markus Wallner
Klin. Abt. für Kardiologie, MedUni Graz

4. Platz:
Gene therapeutic approaches for Epidermolysis bullosa
Ulrich Koller
Univ.-Klinik für Dermatologie und Allergologie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg