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Oskar Aszmann übernimmt Professur für „Bionische Rekonstruktion" an der MedUni Wien

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Bild: Daniel Samer

(Wien, 03-11-2020) Der Plastische Chirurg Oskar Aszmann hat die neu ausgeschriebene Professur für „Bionische Rekonstruktion“ an der Medizinischen Universität Wien angetreten.

Oskar Aszmann von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien ist ein international renommierter Experte für Bionische Extremitätenrekonstruktion und leitet seit 2012 das klinische Labor für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen an der Medizinischen Universität Wien. Vor kurzem wurde er von der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) bei deren 25-Jahr-Feier für seine Leistungen mit dem erstmals ausgelobten und mit 40.000 Euro dotierten Preis für Forschung und Innovation ausgezeichnet.

Aszmanns wohl bekanntester Patient ist der Oberösterreicher Patrick Mayrhofer. Im Jahr 2011 war der junge Elektriker bei einem Arbeitsunfall in den Stromkreis geraten. Seine linke Hand konnte nicht gerettet werden und wurde schließlich erstmals weltweit durch eine bionische Hand ersetzt. Seine Geschichte und die neuartige Rekonstruktion von Gliedmaßen wurde zum internationalen Medienereignis – von Interviewterminen beim britischen Nachrichtensender BBC bis hin zu Auftritten in internationalen TV-Shows.

Seither ist es Aszmann und seinem Team an der MedUni Wien immer wieder gelungen, neue Meilensteine in der Bionischen Rekonstruktion zu setzen. So wurde diese Technik z.b. auch in Folge von schweren Nervenverletzungen angewandt und die Ergebnisse 2015 in „The Lancet“ publiziert. Für diese Arbeiten wurden Ihm Ehrungen der Royal Society of Medicine und zahlreiche andere Auszeichnungen verliehen. Die konsequente Weiterentwicklung dieser Thematik führte schließlich zu dem Kooperationsprojekt „Natural BionicS“, das sich mit der Entwicklung innovativer Bionik-Technologien befasst, wofür er im Jahr 2019 einen ERC-Synergy-Grant, mit einer Fördersumme von insgesamt 10 Millionen Euro einwerben konnte.

Im Frühjahr 2020 gelang unter maßgeblicher Beteiligung seiner Forschungsgruppe an der MedUni Wien die Entwicklung der weltweit ersten voll integrierten bionischen Arm-Prothese, die sofort – nach dem Motto „Plug and Play“ – einsetzbar ist. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im absoluten Top-Journal „New England Journal of Medicine“ (IF 70,670) veröffentlicht.

Zur Person
Nach einem Ausflug in die Grundlagen der Biologie und Philosophie studierte Oskar Aszmann Humanmedizin in Wien und wurde im Jahr 2004 zum Professor für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der MedUni Wien mit besonderer Berücksichtigung der Nerven- und Extremitätenrekonstruktion berufen. Er leitete seitdem die Spezialambulanz für Nervenrekonstruktion und von 2012-2019 das Christian Doppler Labor für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen an der Medizinischen Universität Wien und konnte im Juni 2019 das klinische Labor für Bionische Extremitätenrekonstruktion mit einer eigenen Spezialsprechstunde eröffnen. In diesem hoch spezialisierten Ambiente betreut er PatientInnen aus der ganzen Welt mit schwerwiegenden Verletzungen von Armen und Beinen.

Zu den Forschungsschwerpunkten seines wissenschaftlichen Teams zählen die Verbesserungen der chirurgischen Techniken und prothetischen Rekonstruktionsmöglichkeiten, die Weiterentwicklung des biotechnologischen Interfaces sowie die Entwicklung damit einhergehender Rehabilitationstechnologien, da der Umgang mit komplexer Technologie im Allgemeinen, besonders aber nach Gliedmaßenverlust eine beträchtliche kognitive Herausforderung darstellen kann.