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Kindermedika.at stellt Informationen zur Verschreibung von Arzneimitteln bei Kindern und Jugendlichen in Österreich zur Verfügung

Neue Website richtet sich an ÄrztInnen, ApothekerInnen, Pflegepersonal und weitere Betroffene
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(Wien, 27-04-2021) Die neue Website Kindermedika.at stellt Informationen zu rund 200 häufig bei Kindern und Jugendlichen in Österreich eingesetzten Arzneimitteln zur Verfügung. Das Projekt wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde unter Federführung von ExpertInnen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien umgesetzt. Die Website ist frei verfügbar und richtet sich an Ärzte, ApothekerInnen, Pflegepersonal und weitere Betroffene. Kindermedika.at wird ständig aktuell gehalten und noch weiter ausgebaut.

Viele für die Behandlung von Kindern benötigte Arzneimittel sind für Kinder nicht zugelassen. Die Arzneimitteltherapie bei Kindern basiert daher häufig nur auf praktischen Erfahrungen oder Studiendaten von heterogener Qualität, die aber nicht systematisch erfasst sind. Verlässliche und aktuelle Informationen sind für Fachpersonen bislang nur mit großem Aufwand zu finden. Kindermedika.at möchte diese Lücke schließen. Die Website bietet Information zur Arzneimitteltherapie bei Kindern nach bestverfügbarer Evidenz, national und international abgestimmt, gut übersichtlich und frei verfügbar. Der Schwerpunkt liegt auf korrekten altersentsprechenden Dosierungen für Arzneimittel, die off-label verordnet werden. Durch systematische Information soll die Wirksamkeit der Arzneimitteltherapie bei Kindern und Jugendlichen optimiert und das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler minimiert werden.

Inhalte
In Kindermedika.at sind die Informationen zu den einzelnen Arzneistoffen in Monographien zusammengestellt. Diese enthalten kinderspezifische Daten für alle Altersgruppen (Früh-/Neugeborene, Kinder, Jugendliche) zu Dosierung, Pharmakokinetik, unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Warnhinweisen, Kontraindikationen,Wechselwirkungen, für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen, sowie zum Zulassungsstatus in Österreich.
Kindermedika.at baut per Lizenzvereinbarung auf den Inhalten des etablierten niederländischen Kinderformularium (kinderformularium.nl) auf. Um die Inhalte der Monographien aktuell zu halten, werden regelmäßig systematische Recherchen aller verfügbaren Daten aus Studien, nationalen und internationalen Empfehlungen von Fachgesellschaften, Fachinformationen, klinischen Erfahrungsberichten und Expertenkonsensus durchgeführt, welche einer strukturierten kritischen Beurteilung (Nutzen-Risiko-Analyse) unterzogen werden. Diese Daten werden im Rahmen einer internationalen Kooperation mit den Kinderformularien in den Niederlanden, Deutschland (kinderformularium.de) und Norwegen (Koble.info) erarbeitet und abgestimmt. Für Kindermedika.at werden die Informationen an die lokale Verfügbarkeit von Arzneimitteln in Österreich angepasst und mit einem österreichischen Expertengremium, bestehend aus VertreterInnen der Arbeitsgruppen der ÖGKJ, niedergelassenen KinderärztInnen, ApothekerInnen und einer/m VertreterIn der AGES abgestimmt.

Das Projekt
Kindermedika.at ist ein Projekt der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Es wird unter der Leitung des Kinderarztes Christoph Male gemeinsam mit den Apothekerinnen Christina Gradwohl und Barbara Strommer an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Anstaltsapotheke des AKH Wien durchgeführt. Kindermedika.at ist seit Anfang April öffentlich verfügbar. Die zweijährige Aufbauphase des Projektes wurde von den "Gemeinsamen Gesundheitszielen aus dem Pharmarahmenvertrag" und aus Eigenmitteln der ÖGKJ gefördert, die weitere Erhaltung wird vom Dachverband der Sozialversicherungsträger gefördert.