Skip to main content

Dan Rujescu übernimmt Professur für Psychiatrie an der MedUni Wien

Experte für Genetik, Epigenetik und Neurobiologie psychiatrischer Erkrankungen kommt aus Halle-Wittenberg nach Wien
Alle News

(Wien, 03-05-2021) Dan Rujescu hat mit 1. Mai 2021 die Professur für Psychiatrie (§98) an der MedUni Wien sowie die Leitung der Klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien und des AKH Wien übernommen.

Dan Rujescu leitete zuvor die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik inklusive der Lehre für Medizinische Psychologie der deutschen Universität Halle-Wittenberg. Seine Hauptforschungsrichtung ist die Genetik, Epigenetik und Neurobiologie psychiatrischer Erkrankungen und intermediärer Phänotypen mit besonderem Fokus auf Schizophrenie, Kognition, suizidalem Verhalten als Hauptkomplikation vieler psychiatrischer Erkrankungen und Demenzen.

Ziele in Klinik, Lehre und Forschung
Dan Rujescu sieht viele Überschneidungen zwischen seiner bisherigen Forschung und den verschiedenen Forschungsbereichen der MedUni Wien. Die MedUni Wien bündelt ihre Kompetenzen in fünf Forschungsclustern, Dan Rujescu empfindet es als äußerst vorteilhaft, dass sich im Forschungscluster „Neurowissenschaften“ das gesamte Spektrum der Forschungsaktivitäten im Bereich der Neurowissenschaften und psychosozialen Wissenschaften an der Medizinischen Universität Wien widerspiegelt. Übergeordnetes Ziel der Forschung und diverser Kooperationen in diesem Cluster ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, die zu einem besseren Verständnis der Pathophysiologie von Erkrankungen des Nervensystems und damit zu einer besseren Diagnose und Behandlung der betroffenen PatientInnen führen, sowie die Verbreitung neuer Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit fördern. In diesem Bereich wird er seine bisherige Forschung direkt einbringen können und durch eigene inter- und multidisziplinäre Forschung zur inhaltlichen Stärkung des Entwicklungsplans der MedUni Wien beitragen. Insbesondere im Bereich der grenzüberschreitenden Kooperationen und interdisziplinären Zusammenarbeit ist eine sofortige enge Vernetzung und Zusammenarbeit vorteilhaft. Dabei legt er großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den anderen psychiatrisch-psychotherapeutischen Kliniken und mit dem Zentrum für Hirnforschung, das im medizinisch-theoretischen Bereich arbeitet. Diese Kooperationen und die Beteiligung am Aufbau eines "Comprehensive Center for Clinical Neuroscience" sind sehr wertvolle Bestandteile seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Ein Schwerpunkt seiner Forschung war für Rujescu immer ein multimodaler Forschungsansatz mit dem Ziel, molekulare (Sequenzierung, genomweite Assoziationsstudien, funktionelle Genomik, Proteomik, Metabolomik), zelluläre, strukturelle (DTI, strukturelle Bildgebung), funktionelle (fMRI, Neurophysiologie) und verhaltensbezogene (intermediäre neuropsychologische Phänotypen, klinische Charakterisierung) Ansätze zu kombinieren, um den Anforderungen komplexer Krankheiten gerecht zu werden. Dieser Schwerpunkt führte zur Rekrutierung und detaillierten multimodalen Charakterisierung großer Stichproben. Die systembiologische multimodale Integration dieser Daten sowie zell- und molekularbiologische Studien wurden und werden routinemäßig durchgeführt. Ziel ist es, dass PatientInnen eine kausale auf sie individuell zugeschnittene und nebenwirkungsarme Therapie erhalten.

Zur Person
Dan Rujescu studierte Humanmedizin an der Universität Essen und schreib seine Doktorarbeit zu Neuropeptiden an den Universitäten Essen und Heidelberg. Seine berufliche Karriere führte ihn an die Psychiatrische Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität, wo er als Oberarzt arbeitete und sich habilitierte (Lehrbefähigung für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie, Titel der Habilitationsschrift: „Molekulargenetik suizidalen Verhaltens“). Im Jahr 2008 übernahm er eineW2-Professur für Psychiatrie mit Schwerpunkt psychiatrische Genomik und Neurobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und im Jahr 2012 eine W3-Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Leitung der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.