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Vlad Tereshenko erhält Vortragspreis für die beste experimentelle Studie

Auszeichnung durch deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße (DAM)
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(Wien, 30-11-2021) Vlad Tereshenko, PhD-Student im MD-PhD Exzellenzprogramm an der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie der MedUni Wien, wurde bei der Jahrestagung der größten europäischen Gesellschaft der Mikrochirurgie, der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße (DAM), mit dem Vortragspreis für die beste experimentelle Studie ausgezeichnet.

Tereshenko präsentierte die Studie “Proprioceptive Feedback Augmentation via a Novel Nerve Transfer for Intuitive Prosthetic Control". In diesem Projekt soll die intuitive Kontrolle einer bionischen Prothese etabliert werden. Dabei wurde die Empfindung für den Bewegungs- und Lagesinn eines Muskels, die sogenannte Propriozeption, nach einem Nerventransfer untersucht. Die intuitive Prothesenkontrolle soll dann mittels dieser propriozeptiven Signale erreicht werden.  

Die native neuromuskuläre Kontrolle erfordert die Rückmeldung der propriozeptiven Organe (z.B. Muskelspindel), um koordinierte Bewegungen zu ermöglichen. Die Steuerung moderner myoelektischer Prothesen erfolgt aktuell allerdings ausschließlich durch die Weiterleitung der motorischen Signale von einem Muskel. In diesem experimentellen Modell wurde der Stellenwert der propriozeptiven Signale in der bionischen Steuerung untersucht. Durch einen selektiven Nerventransfer auf einen Muskel wurde ein biologisches Interface erschaffen, das motorische sowie propriozeptive Signale von einem Muskel für die bionische Hand zur Verfügung stellen kann. Damit kann dieses neuromuskuläre System eine geschlossene Feedbackschleife für die intuitive Prothesensteuerung ermöglichen.

Die künftige Vision der Arbeitsgruppe unter Leitung von Oskar Aszmann ist, ein universales biologisches Interface zu entwickeln, welches die unterschiedlichen Signalqualitäten der sensomotorischen Steuerung beinhaltet. Diese Signale sollen dann hochauflösend entschlüsselt und für präzise, koordinierte und intuitive Prothesensteuerung eingesetzt werden.

Zur Person
Vlad Tereshenko ist in Minsk, Belarus, geboren. Er schloss Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien ab und ist seit 2019 im MD-PhD Exzellenzprogramm an der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie unter Betreuung von Oskar Aszmann. Auslandsaufenthalte führten ihn an die Medizinische Hochschule Hannover an die Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie 2017 und ans Universitätsspital Zürich an der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie 2018 und 2020.

Schematische Abbildung des biologischen Interfaces mit geschlossener Feedbackschleife für Kontrolle der myoelektrischen Prothese. Dabei werden nicht nur die motorischen, sondern auch die propriozeptiven Signale von einem Muskel entschlüsselt, um die bionische Hand besser zu steuern.