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HARMONY-Projekt - Innovative Medicines Initiative (IMI)

Der UNESCO-Lehrstuhl für Bioethik entwickelte ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für ein groß angelegtes europäisches Blutkrebsprojekt. Das Projekt ist mittlerweile beendet.

Die MedUni Wien war der Projektträger bei einem internationalen Big-Data-Projekt zur Förderung der klinischen Untersuchung maligner hämatologischer Erkrankungen. An dem EU-Projekt „HARMONY“ (2016–2019) waren 51 Partnerinstitutionen aus elf Ländern beteiligt. Die MedUni Wien – der Sitz des UNESCO-Lehrstuhls für Bioethik am Josephinum – entwickelte ethische und rechtliche Richtlinien zum Umgang mit sensiblen Patienteninformationen.

Das Ziel des 2016 ins Leben gerufenen „HARMONY“-Projekts bestand darin, große Mengen bereits bestehender Daten aus der klinischen Erforschung hämatologischer Krebserkrankungen (wie etwa Leukämie, Lymphome, Myelome etc.) zu verarbeiten und für die sekundäre Verwendung im Bereich der Big-Data-Analyse verfügbar zu machen. Dadurch sollten neue Herangehensweisen an die Behandlung von Blutkrebs gefunden werden. Dieses Projekt wurde von der „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) in Höhe von € 40 Millionen finanziert.

Beim Umgang mit Patientendaten, die von zahlreichen Forschungsinstitutionen zur Verfügung gestellt wurden, war auf jeden Fall zu gewährleisten, dass die Rechte der Patienten gewahrt und ihre Daten geschützt werden. So durften Daten zum Beispiel nur in anonymisierter Form oder mit dem Einverständnis der Personen verwendet werden, auf die sie sich beziehen. Im Rahmen des „HARMONY“-Projekts sollte eine technische, ethische und rechtliche Infrastruktur entwickelt werden, mit deren Hilfe diese Daten im Kontext der Big-Data-Analyse ordnungsgemäß verwendet werden können.

Das Josephinum (Medizingeschichte, Sammlungen und Ethik), in dem sich der UNESCO-Lehrstuhl für Bioethik befindet, war für die Leitung des Arbeitsbereichs „Recht, Ethik und Governance“ verantwortlich. „Als Kompetenzzentrum für ethische Fragen in der medizinischen Forschung haben wir es uns zur Aufgabe gestellt, diesen sensiblen Aspekt herauszuarbeiten und zu formen“, erklärt Christiane Druml, Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für Bioethik und Direktorin des Josephinums. Die industriellen Partner der MedUni Wien im „HARMONY“-Projekt waren die pharmazeutischen Unternehmen Bayer und Amgen. 

Über die Innovative Medicines Initiative (IMI)
IMI ist Europas größte Public-Private-Initiative, die dazu dienen soll, Patientinnen und Patienten einen schnellen Zugang zu besseren und sichereren Arzneimitteln zu geben. IMI unterstützt Forschungsprojekte und fördert die pharmazeutische Innovation in Europa mit Hilfe verschiedener Netzwerken von Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft. IMI ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union und der EFPIA, der „European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations“. 


Workpackage 8 - Legal, Ethics & Governance

Christiane Druml

Workpackage leader

Mag. Klaus Wassermann

Researcher