(Wien, 05-05-2026) Lisa Mayr von der Medizinischen Universität Wien wurde für ihre Publikation zur gezielten Behandlung PDGFRA-alterierter hochgradiger pädiatrischer Gliome mit dem Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta-Förderpreis für Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Johannessaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien statt.
Ausgezeichnet wird die in Cancer Cell erschienene Arbeit „Effective targeting of PDGFRA-altered high-grade glioma with avapritinib“, für die Lisa Mayr bereits im Jänner 2026 als „Researcher of the Month“ der MedUni Wien gewürdigt wurde. Die Studie zeigt das Potenzial des PDGFRA/KIT-Inhibitors Avapritinib für die Behandlung aggressiver pädiatrischer Hirntumoren und verbindet molekulare Charakterisierung, präklinische Modelle und erste klinische Erfahrungen. In der ausgezeichneten Arbeit wurde eine Gruppe von mehr als 200 pädiatrischen hochaggressiven Gliomen untersucht; bei 15 Prozent der Fälle wurden Veränderungen im PDGFRA-Gen identifiziert. Avapritinib erwies sich in den untersuchten Modellen als wirksam, überwand die Blut-Hirn-Schranke und zeigte auch bei ersten klinischen Anwendungen eine gute Verträglichkeit. Bei drei von sieben Patient:innen wurde ein klinisches und radiologisches Ansprechen beobachtet.
Die prämierte Arbeit entstand im Rahmen des PhD-Studiums von Lisa Mayr an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in der Arbeitsgruppe von Johannes Gojo in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungspartner:innen, darunter das Dana-Farber Cancer Institute in Boston, die University of Michigan, das Zentrum für Krebsforschung der MedUni Wien, die Universitätsklinik für Neurochirurgie und die Abteilung für Neuropathologie und Neurochemie der Universitätsklinik für Neurologie.
Zur Person
Lisa Mayr studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien und absolvierte Auslandsstudienaufenthalte in Schanghai und Berlin. Seit 2012 war sie in der Forschungsgruppe von Walter Berger am Zentrum für Krebsforschung tätig. Nach Abschluss ihres Studiums wechselte sie an die Pädiatrische Neuroonkologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, wo sie ihre Facharztausbildung für Pädiatrie absolvierte. Danach war sie für zwölf Monate als Postdoctoral Fellow am Dana-Farber Cancer Institute tätig. Seit März 2025 ist sie als Oberärztin an der Pädiatrischen Neuroonkologie der MedUni Wien tätig. Zudem ist sie im PhD-Studium Clinical Neurosciences inskribiert und engagiert sich in der Lehre sowie in der Betreuung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.