(Wien, 21-04-2026) Methotrexat (MTX) ist die zentrale Basistherapie der rheumatoiden Arthritis (RA), dennoch erreichen viele Patient:innen damit keine Remission. Eine neue internationale klinische Studie unter der Leitung der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der Medizinischen Universität Wien setzt genau hier an und untersucht, wie die Anwendung von MTX in der klinischen Praxis optimiert werden kann. Das Studienprotokoll der MethMax-Studie wurde kürzlich im Fachjournal Trials veröffentlicht.
Die MethMax-Studie wird von Karolina Anderle und Helga Lechner-Radner von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien geleitet und an mehreren europäischen Zentren durchgeführt. Ziel der Studie ist es zu prüfen, ob durch die Optimierung von Dosierung und Applikationsweg bessere Therapieergebnisse erzielt werden können. „Methotrexat ist ein sehr wirksames Medikament, wird jedoch im klinischen Alltag oft nicht optimal ausgeschöpft“, erklärt Erstautorin Karolina Anderle. „Mit MethMax untersuchen wir systematisch, ob eine Anpassung von Dosis und Applikationsweg die Remissionsraten verbessern kann.“ – „Die Studie greift eine zentrale klinische Fragestellung auf“, ergänzt Helga Lechner-Radner. „Durch die Optimierung einer etablierten Therapie könnten wir Behandlungsergebnisse verbessern, ohne sofort auf komplexere und kostenintensivere Therapien ausweichen zu müssen.“
Optimierung einer etablierten Basistherapie
Methotrexat gilt aufgrund seiner Wirksamkeit, Sicherheit und Kostenstruktur als Standardtherapie bei rheumatoider Arthritis (RA). In der Praxis wird sein Potenzial jedoch häufig nicht vollständig genutzt, etwa durch unzureichende Dosiseskalation oder einen zu späten Wechsel auf die subkutane Applikation. Die MethMax-Studie vergleicht daher die optimierte orale MTX-Dosierung und die subkutane MTX-Gabe bei gleicher Zieldosis. Primäres Ziel ist es zu untersuchen, ob dadurch mehr Patient:innen nach 24 Wochen eine Remission erreichen.
Strukturierter multizentrischer Studienansatz
Die Studie ist als prospektive, randomisierte, multizentrische, verblindet evaluierte Studie mit 182 Patient:innen in sieben europäischen Ländern konzipiert. Alle Teilnehmenden erhalten MTX in einer Zieldosis von 25 mg pro Woche, eine standardisierte kurzfristige Glukokortikoidtherapie sowie regelmäßige Verlaufskontrollen über 24 Wochen. Neben klinischen Parametern werden auch Sicherheit und patientenberichtete Outcomes erhoben.
Neben den klinischen Endpunkten untersuchen die Forschenden auch innovative Biomarker und Therapieadhärenz, darunter Methotrexat-Polyglutamate im Blut, Metaboliten aus Fingerschweiß sowie digitale und patientenberichtete Adhärenzparameter. Diese Ansätze sollen ein besseres Verständnis individueller Therapieansprechen ermöglichen.
Teil einer europäischen Forschungsinitiative
Die MethMax-Studie ist Teil des SQUEEZE-Konsortiums, das im Rahmen von Horizon Europe gefördert wird. Ziel ist es, durch die Kombination klinischer Studien und translationaler Forschung die Behandlung rheumatischer Erkrankungen weiter zu verbessern. Die MethMax-Studie verfolgt das Ziel, die Anwendung einer etablierten Therapie zu optimieren und damit konkrete Verbesserungen in der Patientenversorgung zu erreichen. Die Ergebnisse sollen zukünftige Behandlungsstrategien unterstützen und dazu beitragen, das volle Potenzial von Methotrexat in der klinischen Praxis auszuschöpfen.
Publikation: Trials
An international, multicentre, interventional, randomised, assessor-blinded trial to MAXimise the METHotrexate therapy potential in patients with active rheumatoid arthritis (MethMax trial): Study protocol
Karolina Anderle et al.
https://link.springer.com/article/10.1186/s13063-026-09519-4