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Robert Öllinger übernimmt Professur für Chirurgie mit Schwerpunkt Transplantation

Transplantationsexperte kommt von der Berliner Charité nach Wien
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Bild: Studio 23

(Wien, 01-04-2026) Robert Öllinger tritt mit 1. April 2026 die Professur für Chirurgie mit Schwerpunkt Transplantation (§98) an der MedUni Wien an. Zudem übernimmt er die Leitung der Klinischen Abteilung für Transplantation an Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie der MedUni Wien und AKH Wien. Robert Öllinger war zuletzt Leiter der Transplantationschirurgie sowie des Europäischen Metastasenzentrums an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er bringt 25-jährige Expertise in der Organtransplantation bei Erwachsenen und Kindern sowie ausgewiesene Erfahrung in der Resektion komplexer (Leber-)Tumoren und Metastasen nach Wien.

Besonders setzt der aus Oberösterreich stammende Chirurg auf minimalinvasive, robotisch assistierte Verfahren, etwa in der Lebendorganspende, der Nierentransplantation sowie in der Leberchirurgie. Zudem engagiert sich Öllinger für Transparenz und Aufklärung rund um das Thema Organspende und ist in mehreren nationalen und internationalen Organisationen und Fachgesellschaften aktiv, darunter Eurotransplant, die Bundesärztekammer und die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

An der MedUni Wien wird sich Öllinger mit seinem Team den universitären Kernaufgaben widmen:

Forschung
In der Forschung konzentriert sich der Transplantationschirurg auf drei Themen:
•    die interdisziplinäre Behandlung onkologisch erkrankter Patient:innen mit der Option einer Lebertransplantation („Transplant Oncology“),
•    den Ausbau der maschinellen Perfusion von Spenderorganen mit besonderem Augenmerk auf Evaluation und Verbesserung der Organqualität sowie
•    die Weiterentwicklung von T-Zelltherapien als mögliche Alternative zur derzeit unverzichtbaren, aber nebenwirkungsreichen Immunsuppression.
„In der Transplantationsmedizin erweitert sich das Spektrum der onkologischen Indikationen – diese Entwicklung wollen wir in Wien aktiv mitgestalten“, betont Öllinger.

Lehre
In der Lehre setzt Öllinger auf die frühzeitige Integration von Studierenden in den klinischen Alltag und die Forschung. Interdisziplinär soll ein Transplant-Wahlfach etabliert und ein Curriculum für Transplantationsmediziner:innen entwickelt werden.
In der Facharztausbildung setzt Öllinger auf das Training junger Kolleg:innen an der Roboterkonsole sowie auf gezielte Fellowships für eine neue Generation exzellenter Chirurg:innen – „Wiener Schule“. Auch der interprofessionelle Austausch mit der Pflege soll durch Fortbildungen sowie gemeinsame Projekte und Workshops gestärkt werden.

Medizinische Versorgung
In der medizinischen Versorgung möchte Öllinger neben dem Ausbau des Transplantationsprogramms, der Etablierung der pädiatrischen Transplantation, der engen Zusammenarbeit mit der Viszeral-, Gefäß-, Herz- und Thoraxchirurgie sowie der maschinenperfusionsgestützten „erweiterten Leberchirurgie“ besonderes Augenmerk auf Ergebnisqualität und Interdisziplinarität richten.
„Transplantationsmedizin ist das Paradebeispiel für Teamwork und gelebte Interdisziplinarität und verlangt Höchstleistungen von Patient:innen, Ärzt:innen, Studierenden und dem Pflegepersonal“, so Öllinger.

Zur Person
Robert Öllinger studierte Humanmedizin an der MedUni Innsbruck und promovierte im Jahr 2000. Seine chirurgische Ausbildung absolvierte er an der MedUni Innsbruck unter der Leitung von Raimund Margreiter. 2002/2003 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston bei Fritz Bach. 2007 schloss er seine Facharztausbildung ab, 2008 habilitierte er sich.
Von 2009 bis 2014 leitete Öllinger die Transplantations- und hepatobiliäre Chirurgie an der MedUni Innsbruck. 2014 absolvierte er einen MBA in Internationalem Krankenhausmanagement und wechselte anschließend an die chirurgische Klinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dort leitete er die Transplantationschirurgie, gründete 2016 das „Europäische Metastasenzentrum der Charité“ und übernahm 2020 zusätzlich die Sarkomchirurgie. 2018 erhielt er den Ruf auf die Professur für „Spezielle und Rekonstruktive Viszeralchirurgie“ (W2).
Mit seiner Erfahrung in Transplantationschirurgie, onkologischer Chirurgie und translationaler Forschung zählt Öllinger zu den international renommiertesten Vertreter:innen seines Fachgebiets.