Skip to main content English

Sanja Bauer Mikulovic übernimmt Tenure-Track-Assistenz-Professur an der MedUni Wien

Neurobiologin untersucht Gehirnvorgänge der Empathie
Alle News
Bild: Die Junge Akademie/Bernd Brundert

(Wien, 02-02-2026) Sanja Bauer Mikulovic hat mit 2. Februar 2026 eine §99 (5) Assistenzprofessur für „Neuronal Circuits for Social Bahaviour and Learning“ im Rahmen des Tenure-Track-Modells an der Medizinischen Universität Wien angetreten. Sie wechselt vom Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg an das Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien. 

Sanja Bauer Mikulovic hält einen renommierten ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrats. Das geförderte Projekt untersucht, wie Empathie im Gehirn entsteht und warum sie bei manchen Individuen fehlt oder gestört ist – mit der zugrunde liegenden Hypothese, dass Empathielosigkeit ein neurobiologisch zugängliches Problem sein könnte. Dazu nutzt sie Erkenntnisse über „Befreiungszellen“ im Hippocampus und erforscht über fünf Jahre systematisch, welche neuronalen Schaltkreise und Neurotransmitter (z. B. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, Oxytocin) Empathie steuern, wie kognitive und emotionale Hirnregionen zusammenarbeiten, wie Empathie in Mausmodellen für Autismus und Psychopathie verändert ist und ob gezielte Eingriffe Empathie stärken können.

Zur Person
Sanja Bauer Mikulovic ist Neurowissenschafterin mit einem internationalen und interdisziplinären akademischen Hintergrund. Sie wurde in Serbien geboren und wuchs dort auf, studierte Biomedizintechnik in Wien und promovierte anschließend an der Universität Uppsala in Schweden im Fach Neurowissenschaften. Bereits dort begann sie, sich mit der Rolle des Hippocampus für Gedächtnisprozesse und Emotionen auseinanderzusetzen. Darauf folgten Postdoc-Stationen am Karolinska Institutet in Stockholm sowie am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn.

Seit 2021 leitet sie am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg die Forschungsgruppe Kognition & Emotion. In ihrer Arbeit untersucht sie die Wechselwirkungen zwischen kognitiven und emotionalen Prozessen. Dabei kombiniert sie moderne Bildgebungsverfahren mit elektrophysiologischen Methoden und Verhaltensanalysen. Ihre Forschung findet international Beachtung.

Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde Sanja Bauer Mikulovic mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leibniz Best Minds Award. Im Jahr 2023 wurde sie zudem in die Junge Akademie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Neben ihrer Forschung engagiert sie sich aktiv in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.