Skip to main content English

Forschungsplattform Transplantation der MedUni Wien vergibt "Start up Grants"

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Transplantationsforschung
Alle News
Bild: MedUni Wien/Robert Harson
v.l.n.r.: Rainer Oberbauer, Michaela Fritz, Emilie Han, Laurenz Wolner und Thomas Wekerle

(29-01-2026) Die Forschungsplattform Transplantation der Medizinischen Universität Wien vergibt zwei Start up Grants zur gezielten Förderung junger Wissenschafter:innen im Bereich der Transplantationsforschung. Emilie Han und Laurenz Wolner werden für ihre Projekte zur T-Zell-Immunrekonstitution nach allogener Stammzelltransplantation sowie zur Hypothermen Organprotektion in der Herztransplantation unterstützt.

 

Die Grants dienen dazu, neue Forschungsergebnisse zu generieren, die als Grundlage für die zukünftige Einwerbung von Drittmitteln dienen sollen. Die Auszeichnungen wurden von Michaela Fritz, Vizerektorin für Innovation und Forschung, und den Koordinatoren der Forschungsplattform Transplantation, Rainer Oberbauer und Thomas Wekerle, verliehen.

Über das Projekt von Emilie Han
Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation ist eine etablierte Therapie bei hämatologischen Erkrankungen. Der langfristige Therapieerfolg hängt von der Erzielung einer Remission und einer effektiven und ausgewogenen Rekonstitution des Immunsystems ab. Eine eingeschränkte Vielfalt der T-Zell-Rezeptoren (TCR) ist mit einem erhöhten Risiko für Infektionen, Krankheitsrückfälle und die Entwicklung einer Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) assoziiert. Diese Risiken sind nach haploidentischer Transplantation im Vergleich zu HLA-identischen Transplantationen erhöht, wobei die zugrunde liegenden immunologischen Mechanismen bislang noch nicht zur Gänze erforscht sind.

Diese Pilotstudie untersucht die Zusammensetzung und Diversität des TCR-Repertoires bei Empfängerinnen und Empfängern haploidentischer und HLA-identischer Stammzelltransplantationen. Durch die Analyse gepaarter Spender- und Empfängerproben werden Unterschiede in der T-Zell-Rekonstitution sowie in der Persistenz und Expansion spezifischer T-Zell-Klone erfasst. Zur Analyse wird mit NGS von TCR-Repertoires eine detaillierte und quantitative Charakterisierung des adaptiven Immunsystems erzielt. 
Die Ergebnisse sollen einen strukturierten Vergleich je nach Spendertyp liefern und leisten einen Beitrag zum besseren Verständnis von Immunrekonstitution, GvHD-Entstehung und Infektionsanfälligkeit nach der allogenen Stammzelltransplantation.

Über Emilie Han
Emilie Han ist seit 2024 Ärztin in Ausbildung an der Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie und Gründungsmitglied der NextGen Transfusion Medicine, eine Nachwuchsnetzwerk und Kommission der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI). Bereits während des Medizinstudiums und auch nach ihrem Abschluss in 2022 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik für Innere Medizin II, Klinische Abteilung für Kardiologie, tätig. Dort arbeitete sie während des PhD-Programms bei einer Vielzahl von sowohl klinischen als auch experimentellen Studien mit. Im Rahmen eines Visiting Research Fellowships (Förderung vom Marietta Blau-Stipendium) am Cardiovascular Research Center of NYU Langone Health in 2025, forschte sie im Gianarelli Lab am Einfluss von Immunzellen auf die Entstehung und Progredienz von Atherosklerose.

Über Laurenz Wolners Projekt
Die Herztransplantation ist weiterhin die effektivste Therapie für Patient:innen mit terminaler Herzinsuffizienz, ihr Erfolg wird jedoch wesentlich durch Ischämie-Reperfusionsschäden limitiert, die während Entnahme, Konservierung und Reperfusion des Spenderherzens entstehen. Die derzeit überwiegend eingesetzte statische Lagerung auf Eis ist mit unkontrollierten Temperaturschwankungen und potenziell schädlichen sub-null-Expositionen verbunden, die den myokardialen Energiestoffwechsel, die mitochondriale Funktion und das Endothel beeinträchtigen können. Temperaturkontrollierte hypotherme Lagerungssysteme ermöglichen eine konstante Kühlung und erste klinische Daten zeigen verbesserte frühe Transplantationsergebnisse; die zugrunde liegenden mechanistischen Prozesse sind jedoch bislang nicht ausreichend verstanden.

Ziel dieses Projekts ist es, in einem standardisierten ex-vivo Mausmodell systematisch zu untersuchen, wie temperaturkontrollierte hypotherme Konservierung im Vergleich zur klassischen Eis-Lagerung die funktionelle Erholung, den Energiemetabolismus und die mitochondriale Leistungsfähigkeit des Herzens beeinflusst. Isolierte Mausherzen werden nach definierter Ischämie unter unterschiedlichen Konservierungsbedingungen gelagert und anschließend reperfundiert. Die funktionelle Erholung wird mittels Langendorff-Perfusion analysiert, während hochenergetische Phosphate, Energy Charge und mitochondriale Atmungsparameter bestimmt werden. Ergänzend werden inflammatorische Begleitprozesse untersucht. Die Ergebnisse sollen mechanistisch klären, wie kontrollierte Hypothermie zur Organprotektion beiträgt, und eine Grundlage für die Optimierung zukünftiger Konservierungsstrategien in der Herztransplantation schaffen.

Über Laurenz Wolner
Laurenz Wolner hat das Studium Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien 2025 abgeschlossen und ist nun Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Herz-und Thorakale Aortenchirurgie. Derzeit absolviert er seinen PhD im Programm „Vascular Biology“ am Zentrum für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie, wo er, parallel zu seiner klinischen Tätigkeit, an der Schnittstelle von experimenteller Transplantationsforschung, Immunmodulation und Organprotektion forscht. Im Rahmen seines PhD-Projekts beschäftigt er sich mit der Rolle von regulatorischen T-Zellen (Tregs) und deren therapeutischen Nutzen bei Herztransplantationen.