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Aktualisierte Therapie-Empfehlungen für rheumatoide Arthritis

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(c) 2020 Ira Dvilyuk/Shutterstock

(Wien, 23-03-2026) – Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) entwickelt sich mit den Fortschritten in der Therapie und der klinischen Evidenz stetig weiter. Vor diesem Hintergrund hat der europäische Dachverband rheumatologischer Fachgesellschaften (EULAR) im Rahmen einer großen internationalen Initiative unter Leitung der Medizinischen Universität Wien nun aktualisierte Empfehlungen für die Therapie von RA veröffentlicht. Die Leitlinien bieten einen präzisierten, evidenzbasierten Rahmen, um Patient:innen wirksamer, sicherer und individueller behandeln zu können, und wurden kürzlich in den Annals of the Rheumatic Diseases publiziert.

Diese groß angelegte Initiative stützt sich auf systematische Übersichtsarbeiten zur aktuellen Evidenz, die von Victoria Konzett (MedUni Wien) und Faidra Laskou (University of Southampton) durchgeführt wurden. Die Empfehlungen wurden im Auftrag der EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) von einer internationalen Arbeitsgruppe aus 50 Expert:innen unter der Leitung von Josef Smolen (Klinische Abteilung für Rheumatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien) entwickelt. „Mit diesem Update wollen wir klare, evidenzbasierte Leitlinien bereitstellen, die sowohl den Fortschritt bei den verfügbaren Therapien als auch die Komplexität der heutigen Behandlung von rheumatoider Arthritis widerspiegeln,“ sagt Smolen.

Individuelle Faktoren berücksichtigen
In den letzten Jahren hat sich das Spektrum für die Therapie der RA erheblich erweitert und umfasst nun konventionelle synthetische, biologische und zielgerichtete synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs). Die aktualisierten Empfehlungen verschieben daher den Fokus von der Auswahl einzelner Wirkstoffe hin zur Optimierung von Behandlungsstrategien. Ein Kernprinzip bleibt dabei der zielgerichtete („Treat-to-Target“-) Ansatz, der bei allen Patient:innen eine anhaltende Symptomfreiheit (Remission) oder zumindest eine geringe Krankheitsaktivität anstrebt. Die Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen und bei Nichterreichen definierter Ziele regelmäßig angepasst werden. Wichtig ist, dass bei Behandlungsentscheidungen neben Wirksamkeit und Sicherheitsaspekten die individuellen Merkmale, Präferenzen und Begleiterkrankungen der Patient:innen berücksichtigt werden.

Wesentliche Präzisierungen werden in den neuen Leitlinien bei der medikamentösen Therapie eingeführt: Methotrexat (MTX) bleibt der Eckpfeiler der Erstlinientherapie, während Glukokortikoide als kurzfristige Überbrückungstherapie empfohlen werden. Bei unzureichendem Ansprechen sollten biologische DMARDs eingesetzt werden, während JAK-Inhibitoren nach sorgfältiger Risikobewertung in Betracht gezogen werden können. „Bei anhaltender Remission wird nun eine Dosisreduktion einem vollständigen Abbruch vorgezogen, um dem erneuten Auftreten von Krankheitsschüben vorzubeugen“, so Smolen über eine der wesentlichen Anpassungen.

Bestmögliche Therapie zur richtigen Zeit
Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung vor allem der Gelenke, von der weltweit rund 18 Millionen Menschen betroffen sind. Trotz enormer medizinischer Fortschritte bleibt beispielsweise das unterschiedliche Ansprechen der Patient:innen auf eine verfügbar Therapie eine Herausforderung. Darüber hinaus ist eine vollständige Heilung nach wie vor selten. Die neue Leitlinie stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer präziseren, wirksameren und personalisierten Versorgung dar. „Im Zentrum stehen dabei der strategische Treat-to-Target-Ansatz und die gemeinsame Entscheidungsfindung, um sicherzustellen, dass jede Patientin und jeder Patient zur richtigen Zeit die bestmögliche Therapie erhält“, sagt Daniel Aletaha, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien, der ebenfalls an der Publikation mitgewirkt hat. Die neue Leitlinie unterstreicht die führende Rolle der MedUni Wien bei der Entwicklung internationaler Versorgungsstandards in der Rheumatologie.

Publikation: Annals of the Rheumatic Diseases
EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biologic disease-modifying antirheumatic drugs: 2025 update
Josef S. Smolen, Christopher E Edwards, et al.
DOI: 10.1016/j.ard.2026.01.023 
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41826212/