(Wien, 09-03-2026) Die Medizinische Universität Wien ist über die Max Perutz Labs an einem neu bewilligten Emerging Field des Wissenschaftsfonds FWF beteiligt und stellt mit Gülsün Elif Karagöz auch die Koordinatorin des Konsortiums. Das Forschungsvorhaben untersucht, wie Ribosomen die Entstehung und Therapieresistenz von Krebserkrankungen im Kindesalter beeinflussen, und soll damit die Grundlage für neue, wirksamere und sicherere Therapieansätze schaffen.
Im Rahmen der Exzellenzinitiative excellent=austria fördert der FWF sechs weitere Emerging-Fields-Konsortien mit insgesamt rund 35 Millionen Euro. Eines dieser Konsortien widmet sich pädiatrischen Krebserkrankungen und ihrem „Ribosomencode“. Das Projekt wird über fünf Jahre mit 6 Millionen Euro gefördert.
Für die Medizinische Universität Wien ist das neue Emerging Field ein zentraler Beitrag zur Stärkung innovativer Grundlagenforschung an der Schnittstelle von Molekularbiologie und Krebsforschung. Koordiniert wird das Konsortium von Gülsün Elif Karagöz an den Max Perutz Labs der Medizinischen Universität Wien. Ebenfalls beteiligt sind Forschende der St. Anna Kinderkrebsforschung, der Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Neue Ansätze in der Kinderkrebsforschung
Trotz großer Fortschritte in der Krebsbehandlung sind die Therapieoptionen für viele krebskranke Kinder weiterhin begrenzt. Hinzu kommen Therapieresistenzen und teils schwere Nebenwirkungen. Das neue Emerging Field setzt daher an einer bislang wenig beachteten Ebene der Genregulation an: der Steuerung der Proteinproduktion aus RNA in der Zelle. Eine zentrale Rolle spielen dabei Ribosomen, also jene molekularen Maschinen, die Proteine herstellen.
Das Forschungsteam will entschlüsseln, ob und wie Krebszellen einen verborgenen „Ribosomencode“ nutzen, um ihr Wachstum zu sichern und Resistenzen zu entwickeln. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte nicht nur das Wissen über die Proteinsynthese grundlegend erweitern, sondern auch neue Wege für gezieltere und verträglichere Therapien gegen Krebserkrankungen im Kindesalter eröffnen. „Wir wollen eine bislang wenig erforschte Ebene der Genregulation bei Krebserkrankungen im Kindesalter besser verstehen. Durch die Verbindung von mechanistischer Biologie und pädiatrischer Krebsforschung soll der Ribosomencode bösartiger Tumoren entschlüsselt und für neue Therapieansätze nutzbar gemacht werden“, sagt Gülsün Elif Karagöz, Koordinatorin des Emerging Fields an den Max Perutz Labs der Medizinischen Universität Wien.
Förderung für Forschungsfelder mit hohem Innovationspotenzial
Laut FWF wurden die neuen Emerging Fields in einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit internationalen Gutachten und Hearing ausgewählt. Ziel des Förderprogramms ist es, kooperative Projekte mit besonders hohem Innovationspotenzial zu ermöglichen und neue Forschungsfelder an österreichischen Universitäten und Forschungsstätten zu erschließen. Mit den sechs neu bewilligten Konsortien steigt die Zahl der Emerging Fields österreichweit auf elf.