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MedUni Wien zeigt: Mit der eigenen Stimme lernen angehende Ärzt:innen Transgender-Perspektiven besser zu verstehen

Begleitende Studie zum Seminar „Feminize your Resonance!“ zeigt, wie erfahrungsbasiertes Lernen Empathie und Verständnis fördern kann
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(Wien, 26-03-2026) Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien untersucht das Lehrformat „Feminize your Resonance!“ und zeigt, wie die aktive Auseinandersetzung mit Stimme, Geschlecht und digitalen Anwendungen das Verständnis von Medizinstudierenden für Transgender Personen vertiefen kann. Die Publikation stellt die wissenschaftliche Begleitstudie zu diesem Seminar dar und wurde im Journal „Frontiers in Public Health“, anlässlich des Transgender Day of Visibility am 31. März, veröffentlicht.

Das Seminar „Feminize your Resonance!“ ist im Public-Health-Modul des vierten Studienjahres an der Medizinischen Universität Wien verankert. Es kombiniert theoretische Inhalte zu Stimme, Geschlecht und geschlechtsbejahender Stimmarbeit mit einem erfahrungsbasierten Ansatz: Studierende nutzen digitale Voice-Apps, um ihre eigene Stimme zu analysieren und gezielt zu variieren. Dadurch wird Stimme nicht nur als medizinisch-technisches, sondern auch als soziales und wahrnehmungsbezogenes Phänomen erfahrbar.

Die qualitative Begleitstudie basiert auf den Reflexionen von 100 Medizinstudierenden, die an einem 135-minütigen Online-Seminar teilnahmen. Die Auswertung zeigt einen mehrphasigen Lernprozess: von anfänglicher Irritation über die eigene Stimme über die Auseinandersetzung mit algorithmischem Feedback bis hin zu einer verstärkten Perspektiv-Übernahme in Bezug auf die Erfahrungen von Transgender-Personen.

„Mit dem Seminar wollten wir einen Raum schaffen, in dem Studierende nicht nur Wissen über Stimme und die Rolle von Voice Apps in der Gesundheitsversorgung von Transgender-Personen erwerben, sondern auch ihre eigenen Wahrnehmungen hinterfragen und reflektieren“, sagt Studienleiterin Susanne Gahbauer vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien. „Die begleitende Studie zeigt, dass gerade dieser erfahrungsbasierte Zugang helfen kann, Empathie und differenzierte Versorgungskompetenz zu stärken.“

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erfahrungsbasierte und technologisch unterstützte Lehrformate dazu beitragen können, implizite Annahmen über Stimme und Geschlecht sichtbar zu machen und die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen geschlechtsangleichender Stimmarbeit zu vertiefen. Daraus ergeben sich Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der Lehre im Bereich geschlechtssensible Versorgung, insbesondere im Hinblick auf kommunikative und empathische Kompetenzen.

Publikation: Frontiers in Public Health
Gahbauer S, Sherafat S and Wagner-Menghin M (2026) From internal echoes to sharing experiences: transformative learning with voice apps to enhance transgender care literacy in medical students. Front. Public Health 14:1767576. doi: 10.3389/fpubh.2026.1767576