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Lernverhalten und Schlafqualität hängen eng zusammen

Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt Zusammenhang zwischen Lernansätzen und Schlaf in Prüfungsphasen
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(Wien, 11-05-2026) Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt, dass das Lernverhalten von Medizinstudierenden eng mit ihrer Schlafqualität zusammenhängt. Untersucht wurde, wie unterschiedliche Lernansätze mit subjektiver Schlafqualität in Prüfungsphasen verbunden sind. Die Ergebnisse wurden im Journal Academic Medicine veröffentlicht.

Schlaf wird in intensiven Lernphasen häufig reduziert, obwohl er eine zentrale Voraussetzung für effektives Lernen ist. Schlafdefizite beeinträchtigen kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit und Gedächtniskonsolidierung, die wesentlich für den Studienerfolg sind. Vor diesem Hintergrund untersuchte das Forschungsteam des Teaching Centers der MedUni Wien in einer Querschnittsstudie mit 224 Medizinstudierenden der Medizinischen Universität Wien den Zusammenhang zwischen verschiedenen Lernansätzen und subjektiver Schlafqualität.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein strategischer Lernansatz – also zielgerichtetes Planen und effektives Zeitmanagement – mit besserer Schlafqualität assoziiert war. 
Ein oberflächenorientierter Lernansatz, der vor allem auf oberflächliches Auswendiglernen abzielt, stand hingegen mit schlechterem Schlaf und längeren Einschlafzeiten in Zusammenhang. Auch ein tiefenorientierter Lernansatz, der auf tiefes Verständnis und integratives Lernen ausgerichtet ist, korrelierte mit geringerer Schlafqualität. 

Positive Zusammenhänge zeigten sich jedoch dann, wenn tiefenorientiertes Lernen mit ausgeprägtem strategischem Verhalten und zugleich gering ausgeprägten oberflächenorientierten Tendenzen kombiniert war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gezielte Förderung strategischer Lernkompetenzen dazu beitragen könnte, dysfunktionale Lern-Schlaf-Zyklen in Prüfungsphasen zu durchbrechen. 

„Schlaf ist keine Lernpause, sondern ein entscheidender Zeitraum, in dem unser Gehirn Wissen festigt“, sagt Studienautorin Marlen Roehe. „Wer sein Lernen daher strategisch angeht und gezielt strukturiert, gibt seinem Gehirn die nötige Ruhe, um das Gelernte nachhaltig zu verankern.“

Insbesondere effektives Zeitmanagement und gute Planung könnten günstige Voraussetzungen für kognitive Leistungsfähigkeit und nachhaltigen Studienerfolg schaffen. 
Die Studie wurde unter der Leitung von Marlen Roehe und Anita Holzinger, Leiterin der Research Unit für Curriculumentwicklung, durchgeführt. Beteiligt waren außerdem Carmen Trost, Julia Grundnig und Anahit Anvari-Pirsch, Leiterin des Teaching Centers.

Publikation: Academic Medicine
Study Smarter, Sleep Better: Learning Approaches as Predictors of Sleep Quality Among Medical Students
Marlen A Roehe, Carmen Trost, Julia S Grundnig, Anahit Anvari-Pirsch, Anita Holzinger
https://doi.org/10.1093/acamed/wvag043