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Inga Koneczny erhält „Hertha Firnberg“ Stipendium des FWF

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(Wien,25-07-2018) Inga Koneczny, Neurowissenschafterin vom Klinischen Institut für Neurologie der MedUni Wien, wurde mit dem Hertha Firnberg Stipendium des Forschungsförderungsfonds FWF ausgezeichnet. Mit ihrem Projekt „Biologische Marker in Myasthenia gravis“ soll ein grundlegendes Verständnis für die Krankheit geschaffen und präzisere, raschere Diagnosen ermöglicht werden.

Myasthenia Gravis ist eine schwere neurologische Erkrankung, die bei den Betroffenen zu einer ermüdbaren Muskelschwäche und somit auch zu einer starken Einschränkung des Alltags führt. Den PatientInnen fallen Bewegungen, Schlucken oder Sprechen zunehmend schwerer. In manchen Fällen kommt es zu einer „Myasthenen Krise“, bei der die Atemmuskulatur von der Krankheit betroffen ist, und die PatientInnen müssen künstlich beatmet werden. Verursacher für die Krankheit sind Antikörper, die Proteine an der Synapse zwischen Nerv und Muskel attackieren und dadurch die Signalübertragung und Funktion der Synapse stören.

Autoantikörper als wichtige Biomarker
Das Projekt konzentriert sich vor allem auf SNMG-PatientInnen (seronegative Myasthenia gravis), also jene, bei denen sich keine bislang bekannten Antikörper im Serum befinden. Eben jene Antikörper sollen identifiziert werden, indem Muskelgewebe und Muskelzellen in den Zellkulturen mit Patientenserum inkubiert werden, um zunächst zu testen, ob sich Muskelantikörper darin befinden. Falls dies der Fall ist, wird mittels Massenspektrometrie untersucht, an welche Moleküle die Antikörper binden, um ihre Eigenschaften zu bestimmen. Dieses Projekt konzentriert sich auf die Entdeckung neuer Antikörper, da jene wichtige Biomarker sind, die helfen eine Diagnose zu stellen. Um zukünftige Therapiemöglichkeiten zu verbessern, wird ebenso untersucht, wie die PatientInnen mit diesen Antikörpern auf ihre Therapien ansprechen.

Über das Hertha Firnberg Stipendium
Der FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) bietet mittels seiner drei angebotenen Programme (Hertha Firnberg, Elise Richter und Elise-Richter-PEEK) hoch qualifizierten Universitätsabsolventinnen aller Fachdisziplinen die Möglichkeit, insgesamt 72 Monate Förderung in Anspruch zu nehmen. Ziel ist es, die Karrierechancen von Frauen an österreichischen Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Das Postdoc-Programm Hertha Firnberg ist dabei zur Förderung von Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere bestimmt. Die Vergabe erfolgt durch das Kuratorium des FWF auf Grundlage einer internationalen Begutachtung.

Zur Person
Inga Koneczny studierte Molekularbiologie an der Universität Wien und schloss anschließend ihr Doktoratsstudium in Clinical Neurosciences an der Universität Oxford ab. Danach war sie als Postdoktorandin an den Universitäten Yale (bis 2014) und Maastricht (bis 2016) tätig. Bereits während ihres Doktorstudiums forschte sie an den Autoantikörpern von Myasthenia-gravis-PatientInnen. An den Universitäten Yale und Maastricht setzte sie ihre Forschung an der Krankheit fort. Nach ihrer Rückkehr trat sie im November 2016 eine Stelle als Postdoktorandin am Klinischen Institut für Neurologie in der Arbeitsgruppe von Romana Höftberger an, mit der sie gemeinsam an der Entwicklung innovativer Testverfahren zur Entdeckung neuer anti-neuronaler Autoantikörper arbeitete.  Für ihre Forschungsleistungen erlangte sie bereits zwei prestigeträchtige Stipendien (DOC fFORTE der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Erwin-Schrödinger Auslandsstipendium des FWF). Außerdem ist sie Autorin und Co-Autorin von 13 wissenschaftlichen Publikationen. Das Hertha-Firnberg-Stipendium ist das erste dieser Art, das an eine Mitarbeiterin des Klinischen Instituts für Neurologie der MedUni Wien vergeben wurde.


Das Klinische Institut für Neurologie

Das 1882 von Heinrich Obersteiner gegründete Klinische Institut für Neurologie der MedUni Wien war ein weltweiter Vorreiter und Modell der Institutionalisierung der Neurologie als eigenständiges interdisziplinäres medizinwissenschaftliches Fachgebiet. Heute ist das KIN ein Zentrum für spitzenmedizinische neuropathologische, neurochemische, neuroimmunologische, und neurogenetische Diagnostik und ein Zentrum für translationelle neurowissenschaftliche Forschung und Lehre im nationalen und internationalen Verbund.