(Wien, 27-01-2026) Der Pollenflug war im vergangenen Jahr 2025 durchschnittlich bis unterdurchschnittlich für die meisten Hauptallergene. Das wird sich 2026 ändern: die Haseln, insbesondere die Baumhasel, zeigt einen reichlichen Besatz mit Kätzchen und damit Potenzial für intensiveren Pollenflug. Zudem startet die Blüte der Hasel später als in den vergangenen Jahren.
Auch die Birke zeigt ein ähnliches Muster: die Bäume haben einen zahlreicheren Bestand an männlichen Blühständen als letztes Jahr. Pollen von Hasel, Erle und Birke sind kreuzreaktiv aufgrund ihrer Verwandtschaft. Das bedeutet für betroffene Allergiker:innen eine möglicherweise intensivere Saison der Frühblüher insgesamt und Vorsicht beim Genuss von potenziellen kreuzreaktiven Lebensmitteln (z.B. Nüsse, Karotte, Apfel).
Selbstbeobachtung und Beobachtung der Pflanzen im Umfeld, auf die man reagiert, werden nun wichtig. Das berichtet der Pollenservice Wien der MedUni Wien.
Rückblick: Die Pollensaison 2025 verlief nicht intensiv. Die Birkenpollensaison war gar am vorletzten Platz der 50-jährigen Messgeschichte mit einem neuen Tiefstwert für April und auch Hasel, Beifuß und Ragweed sorgten nur für unterdurchschnittlichen Pollenflug. Alle Zahlen und Diagramme sind unter „Jahresrückblick“ auf www.pollenservice.wien verfügbar.
Die Pollensaison 2026 lässt gemessen auf der Blüte der Hasel auf sich warten. Bereits um Weihnachten hat zwar wie üblich die Purpurerle (Alnus x spaethii) zu blühen begonnen. Diese Kreuzung verträgt das Stadtklima sehr gut und blüht schon sehr früh, aber der Pollenflug ist kaum messbar durch das wenig häufige Auftreten. Andere Erlenarten lassen sich noch Zeit, die Haseln sind noch davor dran und erste Haselkätzchen sind nun blühbereit. Pollenallergiker:innen sollten sich jetzt vorbereiten.
Haselpollensaison 2026 intensiver
Die Haseln zeigen einen überdurchschnittlichen Besatz mit Kätzchen. Wenn die Bedinungen günstig sind, kann das in eine überdurchschnittliche Blüte münden. Die Wetterbedinungen während der Blüte sind entscheidend.
„Die Haselpollensaison hat das Potenzial intensiver zu werden, zumindest intensiver als letztes Jahr. In Wien trägt dazu vor allem die Baumhasel, die als Stadtbaum eingesetzt wird, bei.“, berichtet Katharina Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien.
Der Pollenflug der Hasel hat noch nicht verbreitet eingesetzt und das liegt am kühleren Winter, der für einen späteren Start als in den letzten Jahren sorgt. Allerdings haben erste Pflanzen die Blühbereitschaft an sonnigen Standorten bereits erreicht. Aus unserem Nachbarland, Deutschland, gab es gar schon Berichte von ersten blühenden Haseln Mitte Dezember. Bei Sonnenschein und Temperaturen ab 5°C muss nun auch in Wien und im Osten Österreichs mit erstem Pollenflug gerechnet werden.
Selbst die Augen offen zu halten, ist äußerst sinnvoll wie Maximilian Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien empfiehlt: „Blühende Pflanzen zu erkennen und die Nähe zu meiden, ist ein großer Vorteil. Die Pollenkonzentrationen sind in unmittelbarer Nähe zur Quelle um ein Vielfaches höher.“
Erlenpollensaison komplex
Die Erlenpollensaison kommt durch die Blüte mehrerer Erlenarten zustande. Zuallerst blüht die Purpurerle, die mittlerweile schon im Abblühen ist. Gefolgt von der Grau- und der Schwarzerle, die abhängig von der Temperaturentwicklung meist erst ab Februar für Pollenflug sorgen.
Die Grauerle (Alnus incana) ist in Wien seltener anzutreffen als die Schwarzerle (Alnus glutinosa). „Bei einer Erlenpollenallergie sollte man auf Spaziergängen Auen und die Nähe zur Donau meiden.“, rät Maximilian Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien.
Birkenpollensaison intensiver
Auf die äußerst unterdurchschnittliche Birkenpollensaison 2025 folgt nun die Aussicht auf eine überdurchschnittliche Blüte der Birke in diesem Jahr. Der Besatz mit Kätzchen ist überdurchschnittlich, das Potenzial ist daher gegeben. Wichtig sind aber die Wetterbedingungen während der Blüte – insofern ist es noch fraglich ob der Birkenpollenflug sein volles Potenzial ausschöpfen kann.
Die „Frühblüher“
Hasel, Erle und Birke gehören zur Familie der Birkengewächse. Durch die nahe Verwandtschaft besteht die Möglichkeit einer Kreuzallergie, sodass man auch auf einen kreuzreaktiven Pollentyp reagieren kann.
Pollenallergiker:innen, die auf Frühblüher sensibilisiert sind, müssen sich auf ein intensiveres Jahr vorbereiten und auch auf Kreuzreaktionen zu Nahrungsmitteln (Nüsse, Apfel, Karotte etc.) achten.
Weiterführende Informationen
Website Pollenservice Wien: www.pollenservice.wien
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