(Brüssel, Wien, 01-06-2026) – Das SAMPO (Scalable Approach to Mental Illness and Self-Harm Prevention Online) genannte Projekt erhält Fördermittel aus dem EU-Programm Horizon Europe, um einen neuen digitalen Ansatz zur Förderung der psychischen Gesundheit und zur Prävention von Selbstverletzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln und zu evaluieren. SAMPO wird von der Vrije Universiteit Brussel in Belgien koordiniert und vereint acht Partner aus sechs europäischen Ländern, darunter die Medizinische Universität Wien mit zwei Teams, einem um Paul Plener von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und einem um Judit Simon von der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Zentrum für Public Health.
Im Rahmen des vierjährigen Projekts wird ein gestuftes und individualisiertes digitales Programm entwickelt, angepasst und wissenschaftlich evaluiert. Ziel ist es, Unterstützungsangebote im Bereich psychischer Gesundheit zugänglicher, skalierbarer und stärker auf die Lebenswelten junger Menschen auszurichten. SAMPO reagiert auf eine zentrale Herausforderung: Viele bestehende Angebote im Bereich psychischer Gesundheit sind fragmentiert, auf einzelne Störungsbilder fokussiert und bislang nicht ausreichend in den Lebens- und Bildungsalltag junger Menschen integriert. Um diesem Bedarf zu begegnen, bündelt SAMPO drei zentrale Komponenten in einer gemeinsamen digitalen Plattform:
• ein E-Screening-Instrument zur Früherkennung psychischer Belastungen,
• einen individualisierten Algorithmus zur passgenauen Unterstützung sowie
• digitale Trainingsmodule zur Förderung von Resilienz und zur Reduktion psychischer Risiken.
Das Programm wird im Rahmen einer groß angelegten randomisierten kontrollierten Studie in schulischen, beruflichen und universitären Kontexten mit rund 12.600 Teilnehmer:innen getestet. Eingeschlossen werden Jugendliche im Alter von 13 bis18 Jahren, Studierende zwischen 18 und 30 Jahren sowie berufstätige Erwachsene in dieser Altersgruppe. Junge Menschen und weitere relevante Interessengruppen werden über Workshops, Fokusgruppen und Pilotphasen aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. Dieser partizipative Ansatz soll sicherstellen, dass die digitalen Angebote niedrigschwellig, inklusiv und kulturell anschlussfähig gestaltet werden.
SAMPO wird von der Vrije Universiteit Brussel (VUB) in Belgien koordiniert und vereint acht Partner aus sechs europäischen Ländern. Das Konsortium bündelt Expertise aus Universitäten, Hochschulen und Unternehmen mit Spezialisierung auf digitale Gesundheitslösungen und Kommunikation. Zu den Partnern zählen das Karolinska Institutet (Schweden), die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd (Deutschland), die Universität Bern (Schweiz), die Karel de Grote Hogeschool (Belgien), die Medizinische Universität Wien (Österreich), die Reconwell GmbH (Deutschland) sowie LOBA – Globaz S.A. (Portugal).
Das österreichische klinische Team um Paul Plener (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, MedUni Wien) widmet sich insbesondere der Risikoeinschätzung und der Schaffung von Behandlungswegen bei Kriseninterventionen. „Der weltweite Anstieg psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen stellt uns vor die Herausforderung, skalierbare Ansätze zur Förderung der psychschen Gesundheit zu schaffen, die gut erprobt sein müssen. Das gelingt nur mit vereinten Kräften in einem Projekt dieser Größenordung auf EU-Ebene“, hebt Plener die enorme Bedeutung der Initiative hervor.
Das Team für Gesundheitsökonomie unter der Leitung von Judit Simon (Abteilung für Gesundheitsökonomie, Zentrum für Public Health) konzentriert sich auf die Wertbewertung, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit von SAMPO in den teilnehmenden Ländern und auf EU-Ebene. „Es ist wichtig, dass künftige Lösungen im Bereich der psychischen Gesundheit wirksam, effizient, inklusiv und in großem Maßstab nachhaltig sind. All dies sind ausdrückliche Ziele von SAMPO“, sagt Simon.
Mit einer EU-Förderung von knapp fünf Millionen Euro trägt SAMPO zu den europäischen Bestrebungen bei, psychische Gesundheit zu stärken, Resilienz zu fördern und frühzeitige sowie stärker individualisierte Präventionsangebote für junge Menschen zu etablieren.
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