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Universitätsbudget - Tausende bei Protest gegen geplante Kürzungen

Protestmarsch durch die Innenstadt zum Wissenschaftsministerium und vor das Bundeskanzleramt
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(APA/Wien, 28-05-2026) - Die Universitäten haben mit einer Demo in Wien gegen ab 2028 geplante Kürzungen in ihrem Budget protestiert. Dazu aufgerufen haben Universitätenkonferenz (uniko), Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) und Arbeitnehmervertretungen. Tausende kamen am Mittwoch um 13 Uhr zur Auftaktkundgebung an der Uni Wien, der Protestmarsch führte durch die Innenstadt zum Wissenschaftsministerium und vor das Bundeskanzleramt. Am Donnerstag gibt es Kundgebungen in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt.

Bei brütender Hitze waren Delegationen der verschiedenen Wiener Universitäten und aus den Bundesländern zum Universitätsring gezogen, laut ÖH haben sich geschätzte 28.000 Personen dem Protestzug angeschlossen. Auf Schildern wurde vor "Sparen bis zur Erkenntnislücke" und vor "dumb cuts" gewarnt, dazu wurden zeitlose Unidemo-Klassiker skandiert ("Wessen Bildung? Unsere Bildung"). Das bisherige Angebot der Regierung sei "inakzeptabel", betonte Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze in seiner Rede. Die Folgen wären ein drastischer Personalabbau, schlechtere Studienbedingungen, weniger Forschungsleistung und Innovationskraft. “Wir verlangen von dieser Bundesregierung jetzt einen verlässlichen Finanzierungspfad!”

"Wir nehmen es nicht hin!"
Die Demo sei ein gemeinsamer Aufschrei gegen eine fehlgeleitete Sparpolitik, sagte uniko-Präsidentin Brigitte Hütter in ihrer Rede und forderte Studierende und Uniangehörige dazu auf, auch in den nächsten Monaten zusammenzuhalten und weiter zu demonstrieren und so Kürzungen zu verhindern. Während in der EU die Gelder für Forschung erhöht werden, seien diese in Österreich ein Sparposten, kritisierte sie. Österreich drohe im Technologiewettlauf abgehängt zu werden, Einsparungen brächten auch die Qualität der Ausbildung der künftigen Ärztinnen, Pädagogen und Juristen in Gefahr. "Wir nehmen es nicht hin!", zeigte Hütter sich kampfbereit.

Auslöser des Protests sind Pläne der Bundesregierung für das kommende Doppelbudget (2027/28). Die uniko hatte zunächst Kürzungen von einer Mrd. Euro bei ihrem nächsten Dreijahresbudget (2028 bis 2030) befürchtet - eine Zahl, die Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) "frei erfunden" nannte. 2028 muss das Wissenschaftsministerium insgesamt 190 Mio. Euro kürzen und die Medizinunis sollen, anders als bisher, die Gehälter der Ärzte an den Unikliniken selbst bezahlen müssen. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hat zuletzt mehrfach betont, dass sie insgesamt ein Plus anstrebt. Die endgültigen Summen sollen Ende Oktober feststehen. Für Schütze ist das allerdings zu spät. Die Unis bräuchten Planungssicherheit, und zwar jetzt.

Rektoren wollen Budgetplus
Die Unirektoren fordern weiter ein Plus von 1,5 Mrd. auf 18 Mrd. Euro, alles andere bedeute "gravierende Einschnitte" für Studierende und in der Forschung. Die ÖH-Bundesvertretung befürchtet ebenfalls weiter milliardenschwere Einschnitte, Vorsitzende Selina Wienerroither (Verband Sozialistischer Student_innen/VSStÖ) warnte in ihrer Rede vor überfüllten Lehrveranstaltungen, schlechten Betreuungsverhältnissen und mehr Aufnahmeverfahren. Die Junos Studierenden waren bei der Demo mit einem Schild mit der Aufschrift "Rot macht Unis tot" vor Ort. Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) hat Ministerin Holzleitner im Vorfeld ein "Kaputtsparen" der Unis vorgeworfen und ihren Rücktritt gefordert.

Unterstützung für die Protestaktionen kam am Mittwoch auch von den Vorsitzenden der Uniräte, quasi den Aufsichtsräten der Universitäten. Einsparungspotenzial gebe es in jeder Institution, das erwartete Budget-Minus bringe aber die Qualität der akademischen Ausbildung und die Arbeitsmarktchancen der Absolventen in Gefahr. "Es erscheint unvorstellbar, dass Universitätsräte den Rektoraten den Abschluss einer Leistungsvereinbarung empfehlen könnten, die einen solchen Substanzverlust umsetzt", warnten sie.

Gewessler kritisiert Sparen an der Zukunft
Auch die größten außeruniversitären Forschungsorganisationen haben auf ausreichend Mittel für die Unis gepocht. Universitäten und Forschungsinstitutionen seien kommunizierende Gefäße. "Eines ist ohne das andere weder zukunftsfähig noch international konkurrenzfähig", hieß es in einer Aussendung von Österreichischer Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Wissenschaftsfonds FWF und dem Institute of Science and Technology Austria (ISTA).
Davor hatten bereits mehrere Landeshauptleute empört auf die Einsparungspläne reagiert, Oberösterreichs Thomas Stelzer (ÖVP) warnte etwa vor einem "Rückschritt mit Anlauf für den gesamten Standort". Die Grünen verlangten am Mittwoch einmal mehr eine andere Prioritätensetzung bei den Budgeteinsparungen. Die Regierung habe Milliarden für den Lobautunnel, aber bei den Unis und der Bildung werde gespart, kritisierte Bundessprecherin Leonore Gewessler während des Demonstrationszugs.

Für den Donnerstag sind Protestaktionen in den Bundesländern angekündigt.

(Wien, APA)