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Austrotransplant 2010: Erneut zwei Auszeichnungen an MedUni Wien

(Wien, 10-11-2010) Im Rahmen des jährlichen Treffens der österreichischen Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik gingen sowohl  der Preis für die beste Arbeit im Bereich klinischer Forschung als auch im Bereich Grundlagenforschung an Dr. Gregor Bartel und Dr. Michael Haidinger von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien.

Während des Kongresses stellten zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Arbeitsgruppen ihre aktuellen Forschungsergebnisse rund um das Thema Transplantation vor und ExpertInnen aus dem In- und Ausland referierten über den aktuellen Kenntnisstand aus den wichtigsten Bereichen der Transplantationsmedizin. Erstmals wurde heuer auch eine gemeinsame Sitzung der amerikanischen und österreichischen Gesellschaft für Transplantation abgehalten. Im Rahmen dieser Tagung wurden zwei Mitarbeiter der klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Universitätsklinik für Innere Medizin III mit den renommiertesten nationalen Preisen für Transplantation ausgezeichnet.

Der Austrotransplant-Preis ging an Dr. Gregor Bartel aus der Arbeitsgruppe von Ao.Univ. Prof. Dr. Georg Böhmig [1]. Die mit dem Preis ausgezeichnete Publikation ist in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Chirurgie, der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin, sowie dem Klinischen Institut für Pathologie entstanden und beschreibt ein seit Jahren an der Medizinischen Universität Wien erfolgreich eingesetztes Protokoll zur Desensibilisierung und Crossmatch-Negativierung (Untersuchung, bei der die Verträglichkeit zwischen Empfängerblut und Spenderniere getestet wird) in der Leichennierentransplantation. Eine eingehende klinische und immunologische Evaluation eines großen Kollektivs hochimmunisierter PatientInnen zeigt, dass mit diesem auf Immunadsorption basierenden Protokoll („Peri-transplant Immunadsorption“) PatientInnen trotz exzessivem immunologischen Risiko (positives Crossmatch bzw. Nachweis Spender-spezifischer Antikörper) erfolgreich und mit gutem Langzeitergebnis transplantiert werden können.

Der Austrotransplant-Biotestpreis wurde an Dr. Michael Haidinger aus der Arbeitsgruppe von Priv. Doz. Dr. Marcus Säemann verliehen [2]. Die ausgezeichnete Arbeit konnte die Rolle des Schlüsselenzyms mTOR in den für die Funktion des Immunsystems essentiellen dendritischen Zellen nach einer Reihe kontroversieller Studien aufklären und könnte somit zu einem besseren Verständnis der in der Transplantations- und Krebsmedizin verwendeten mTOR-Inhibitoren wie Rapamycin beitragen.

Die kontinuierliche intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Transplantation und insbesondere Transplantimmunologie sowie die anhaltend hohe Qualität der Publikationen ist besonders auch dadurch dokumentiert, dass in den letzten vier Jahren nicht weniger als vier der acht vergebenen Austrotransplant-Preise an beide oben genannten Arbeitsgruppen verliehen wurden (Georg A. Böhmig, Austrotransplant-Preis 2007 [3], Thomas Weichhart, Austrotransplant-Biotestpreis 2009 [4]). Die hohe internationale Resonanz der Arbeiten beweist den Stellenwert der gewonnenen Erkenntnisse und belegt damit die Nachhaltigkeit des Forschungsschwerpunkts „Organversagen/Organersatz“ der MedUni Wien.


Zu den Personen:
Dr. Gregor Bartel, geb. 1980, schloss das Studium fuer Humanmedizin der MedUni Wien 2005 mit einer Dissertation am Christian Doppler Labor „Molecular Cancer Chemoprevention“ ab. Waehrend seiner Studienzeit war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klinische Pharmakologie taetig. Anschliessend arbeitete Bartel als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Universitätsklinik für Innere Medizin III, wo er derzeit in Facharztausbildung steht, und an der Abteilung für Klinische Pathologie. 2009 schloss er sein PhD Doktoratsstudium an der MedUni Wien im Program fuer Organversagen, Ersatz und Transplantation (POET) ab. Bartel arbeitet derzeit im Rahmen eines zwei jaehrigen FWF Schroedinger Auslandsstipendiums als Research Fellow am MRC Centre for Transplantation des Kings Colleges London.

Dr. Michael Haidinger, geb. 1976, beendete das Studium für Humanmedizin der MedUni Wien 2005 mit einer Dissertation auf der Kinderkardiologischen Abteilung. Seit 2005 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe PD Dr. Marcus Säemann an der Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Universitätsklinik für Innere Medizin III, wo er derzeit in Facharztausbildung steht.


Quellennachweis:
[1] Bartel G, Wahrmann M, Regele H, Kikić Z, Fischer G, Druml W, Mühlbacher F, Böhmig GA: Peritransplant immunoadsorption for positive crossmatch deceased donor kidney transplantation. Am J Transplant 2010, 10(9):2033-2042.

[2] Haidinger M, Poglitsch M, Geyeregger R, Kasturi S, Zeyda M, Zlabinger GJ, Pulendran B, Hörl WH, Säemann MD, Weichhart T: A versatile role of mammalian target of rapamycin in human dendritic cell function and differentiation. J Immunol 2010, 185(7):3919-3931.

[3] Böhmig GA, Wahrmann M, Regele H, Exner M, Robl B, Derfler K, Soliman T, Bauer P, Müllner M, Druml W: Immunoadsorption in severe C4d-positive acute kidney allograft rejection: a randomized controlled trial. Am J Transplant 2007, 7(1):117-121.

[4] Weichhart T, Costantino G, Poglitsch M, Rosner M, Zeyda M, Stuhlmeier KM, Kolbe T, Stulnig TM, Hörl WH, Hengstschläger M, Müller M, Säemann MD: The TSC-mTOR signaling pathway regulates the innate inflammatory response. Immunity 2008, 29(4):565-577.