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Erfolgreicher SFB35 der MedUni Wien weiter verlängert

(Wien, 19-12-2014) Der Spezialforschungsbereich 35 an der MedUni Wien, der sich mit der Rolle von trans-membranären Transporter-Proteinen in Gesundheit und Krankheit beschäftigt, wurde wieder verlängert und ist damit bis in die letzte Fundingperiode gekommen.


Gleichzeitig wurde das Team des erfolgreichen SFB durch den ABC-Transporterspezialisten Gergely Szakacs aus Budapest und den molecular dynamics- und Proteinstrukturspezialisten Thomas Stockner verstärkt. Außerdem gibt es eine neue und enge Kooperation mit dem IST Austria (Institute of Science and Techonology Austria/Gaia Novarino). Von der MedUni Wien sind neben den Labors aus der Pharmakologie Labors mit Hauptbeschäftigung in der Zellbiologie, genetischen Mausmodellen, neurodegenerativen Erkrankungen sowie als klinischer Partner die Gastroenterologie/Hepatologie involviert.


Womit beschäftigt sich der SFB35?

Transporter ermöglichen die Translokation von Molekülen über biologische Membranen. Sie regulieren alle wesentlichen biologische Vorgänge wie den Stoffwechsel und die Energie-zufuhr, die intrazelluläre Konzentration physiologisch relevanter Ionen, die Signalübertragung zwischen Zellen etc. Sie bilden auch eine Barriere gegen potentiell toxische Stoffe. Das wissenschaftliche Interesse an der Biologie von Transportern ist stetig gestiegen, derzeit ist dieses Feld unter den am schnellsten wachsenden wissenschaftlichen Gebieten. Es gibt zahlreiche Gründe für die Beliebtheit der Transporter, unter anderem weil sie klinisch relevant sind und weil sich das zunehmende mechanistische Verständnis in einen therapeutischen Vorteil umsetzen lässt (z.B. Antidepressiva mit verbesserter Selektivität oder neue Ansätze zur Behandlung von autistischen Erkrankungen).


Der SFB35 konzentriert sich auf zwei medizinisch relevante Transportsysteme, nämlich Neurotransmitter-Transporter und ABC-Transporter und bearbeitet drei wesentliche Fragestellungen:
- die Struktur-Funktionsbeziehung dieser Transporter und deren bakterielle Homologe.
- die Kontrolle der Transporterexpression durch physiologische Stimuli, durch
Pharmakochaperone und durch den regulierten Export aus dem endoplasmatischen Retikulum.
- die Translation von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Paradigmen, um deren Bedeutung für die Pathophysiologie hepatischer Erkrankungen zu verstehen.


„Das Forschungsgebiet reicht von Bakterien bis zum Menschen, von der Strukturbiologie bis zur Analyse komplexer  Erkrankungen und der Darstellung von Einzelmolekülen. Wir spannen daher den Bogen zwischen biologischer Grundlagenforschung und klinischer Medizin“, erklärt der Leiter des SFB35, Harald Sitte vom Institut für Pharmakologie.


Service: Colloquia in Transmembrane Transport

Der SFB35 veranstaltet monatlich eine Seminarreihe zum Thema „Colloquia in Transmembrane Transport“. Weitere Infos: http://www.sfb35.at/ger/seminare.html. Der nächste Termin ist am Freitag, 16.1. 2015 (14.00 Uhr, „Glutamate transporter-associated anion channels: molecular mechanisms, physiology and pathophysiology", Christoph Fahlke, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Ort: MedUni Wien, Institut für Pharmakologie, Leseraum, Hochparterre, 1090 Wien).