Skip to main content

Expertensystemplattform

Wissensbasierte Systeme zur klinischen Entscheidungsunterstützung

Die medizinische Wissenschaft liefert ständig neue medizinische Forschungsergebnisse. Welche Erkenntnisse sind davon im klinischen Alltag relevant, welche verändern die medizinische Entscheidung hinsichtlich Diagnose, Therapie und Outcome?

Die Expertensystemplattform, im Rahmen des AKIM Projektes der Medizinischen Universität Wien etabliert, ermöglicht den Prozess der Entwicklung von wissensbasierten Systemen zur klinischen Entscheidungsunterstützung. Durch die Expertensystemplattform wird die Implementierung neuer Inferenzmechanismen, die Erstellung von Wissensbasen, bis zum Einsatz von fertigen, in das Routinesystem vollständig integrierten Anwendungen zur wissensbasierten Diagnose- und Therapieunterstützung im klinischen Routineeinsatz ermöglicht.

  • Entwicklungsumgebung für wissensbasierte Systeme und Wissensbasen von Expertensystemen
  • Basissystem für die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluierung von Reminder, Alerts und Recommendations
  • Entscheidungsunterstützung innerhalb klinischer Arbeitsabläufe (klinische Leitlinien, SOPs), sowie in Bezug auf die richtige Reaktion auf patientenbezogene Ereignisse (Patient Safety)
  • Diagnose- und Therapieunterstützung, Therapievorschläge durch Anwendung medizinisches Wissens (Daten und Regeln)
  • Entscheidungsunterstützung unter Berücksichtigung von Komplexität, Unvollständigkeit und Unsicherheit (Fuzzy-Logic)
  • Medizinisches Wissen als Wissensbasen durch Arden-Syntax in Form von MLM (Medical Logic Modules) realisiert
  • Übernahme, und nahtlose Integration der wissensbasierten Systeme, in den Krankenhausroutinebetrieb

Ein Softwaresystem, welches diesen Anforderungen gerecht wird, kann medizinische Fragen beantworten, hat eine signifikante Auswirkung auf die Behandlung und auf die Behandlungsqualität - und führt daher allgemein zu besseren Outcomes sowie besserer Produktivität. Diese wissensbasierten Systeme zur klinischen Entscheidungs-unterstützung sind in den Routinebetrieb, also in das AKIM Routinesystem i.s.h.med vollständig integrierbar.

Startprojekte wurden an der Universitätsklinik für Dermatologie, und an der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse, initiiert.
Zwei SOPs zur chemotherapeutischen Behandlung des malignen Melanoms (Dacarbazine 800 und Fotemustine) sind an der Universitätsklinik für Dermatologie elektronisch realisiert, und in klinischer Validierung. Eine weitere SOP (Cisplatin/Carboplatin), ebenso zur chemotherapeutischen Behandlung, wird derzeit realisiert. Eine andere wissensbasierte Anwendung an der Dermatologie, ebenfalls in klinischer Validierung, ist die „AJCC Stadieneinteilung Melanom“. Es handelt sich dabei um ein computerunterstütztes Vorhersagesystem für die Erkennung möglicher Metastasierung bei Melanomen. Für die Klinische Abteilung für Nephrologie und Dialyse wird aktuell ein wissensbasierte System zur Therapieplanung von Immunsuppressiva bei Nierentransplantationspatienten (TacroDS) an die Benutzeroberfläche des Routinesystems angepasst, und somit die Möglichkeit geschaffen, vorhandene Medikationsdaten in das System integrieren zu können.

Projektleiter & Kontakt

Dipl.-Ing. Dr. Christian Schuh, christian.schuh@meduniwien.ac.at

Kontakt: it4science@meduniwien.ac.at