Pollensaison 2026: Überblick
Im März kommt der Übergang vom Pollenflug der Frühblüher Hasel und Erle zu den nächsten Hauptallergenen Esche und Birke.
Was bisher geschah:
Die Hasel hat die Blühbereitschaft Ende Jänner erreicht. Am 5. Februar 2026 wurde erster Pollenflug der Hasel gemessen. Die höchste Haselpollenkonzentration in dieser Saison (Stand 5. März 2026) wurde am 1. März 2026 gemessen. Wie im Jänner angekündigt handelt es sich um eine intensivere Haselpollensaison. Bereits jetzt bei noch nicht abgeschlossenere Blüte liegt sie schon auf Platz 22 von 51 in der Messgeschichte Wiens.
Die Erle hat die Blühbereitschaft kurz nach der Hasel erreicht. Am 13. Februar 2026 wurde erster Pollenflug der Erle gemessen (Hinweis: die Blüte der Purpurerle ist nur phänologisch in Wien zu überwachen, da sie eher selten gepflanzt wird). Die höchste Erlenpollenkonzentration in dieser Saison (Stand 5. März 2026) wurde am 1. März 2026 gemessen. Wie im Jänner angekündigt handelt es sich um eine intensivere Erlenpollensaison. Bereits jetzt, bei noch nicht abgeschlossenere Blüte liegt sie schon auf Platz 15 von 51 in der Messgeschichte Wiens.
Status Quo und nahe Zukunft:
Der Pollenflug der Frühblüher Hasel und Erle ist rückläufig.
Eschenpollensaison:
Die ersten Eschen haben in Wien zu blühen begonnen und Eschenpollen wurde bereits in der Pollenfalle am Dach der Gerichtsmedizin der MedUni Wien gemessen. Es ist nicht möglich die Intensität der Blüte zuverlässig anhand der Knospen abzuschätzen. Ebenso kann man derzeit keine Aussage zum Eschensterben anhand des Pollenfluges tätigen.
Birkenpollensaison:
Das Potenzial für einen intensivere Birkenpollensaison ist wie im Jänner angekündigt dieses Jahr gegeben. Der Besatz mit Kätzchen ist gut. Allerdings hat das Wetter während der Blüte der Birken einen entscheidenden Einfluss auf den Pollenflug. In den letzten Jahren ist eine potenziell intensive Birkenpollensaison aufgrund zahlreicher Niederschläge „ins Wasser gefallen“.
Wann geht es los?
Aktuell (Stand 9. März 2026) sind die Kätzchen unreif. Ein Blühbeginn Ende März ist üblich. Bei mildem Wetter kam in Wien auch schon Mitte März vor, aber auch April ist möglich, wenn die Blüte wetterbedingt verzögert wird.
Der Pollenservice Wien der MedUni Wien berichtet laufend, sobald die Blühbereitschaft erreicht worden ist und nur noch das richtige Wetter für den Blühbeginn fehlt.
Was kommt noch?
Die Gräser:
Zum momentanen Zeitpunkt kann man keine Aussage treffen, wie intensiv die Blüte der Gräser ausfallen wird. Ein wichtiger Faktor in der Graspollensaison ist, welche Grasart von den Bedingungen mehr oder weniger profitiert. Unterschiedliche Grasarten haben nicht nur unterschiedliche Blühzeiten, sondern auch unterschiedliche Allergenität. Zwar ist die Kreuzreaktivität unter den Süßgräsern (Poaceae) sehr hoch, dennoch findet man hier große Unterschiede zwischen Betroffenen einer Graspollenallergie, was auch durch die Zusammensetzung der unterschiedlichen Gattungen und Arten, die zum Pollenflug beitragen, zu erklären ist.
Erste blühende Gräser auf natürlichen Wiesen kann man meist im April finden. Die Graspollensaison beginnt üblicherweise in der ersten Maihälfte.
Beifuß:
Zum momentanen Zeitpunkt kann man keine Aussage treffen, wie intensiv die Blüte des Beifußes ausfallen wird. Die Niederschläge im Frühling und Frühsommer sind ein entscheidender Faktor für das Pflanzenwachstum. Hinzu kommt, dass in besonders heißen Jahren (wie 2023 und 2024) eine zweite Blühphase durch neophytische Beifußarten im Herbst auftreten kann (siehe Abb. 1). Dieses Phänomen haben wir für Wien auch wissenschaftlich publiziert. Diese Arten kommen nur in einem milden Herbst zur Blüte.
Mehr zu diesen Arten und wie man Sie erkennt können Sie im Bioskop Artikel nachlesen, den wir verfasst haben. Beifuß beginnt üblicherweise im Juli zu blühen, die Hauptblüte fällt auf den August.
Ragweed
Ragweed ist ein Neophyt, der sich schon vor längerer Zeit im Osten und Süden Österreichs etabliert hat. Prof. Siegfried Jäger von der MedUni Wien war der Erste, der auf dieses damals neue Allergen hingewiesen hat. Es gibt eine hohe Kreuzreaktivität zwischen Beifuß und Ragweed, was die Zeit der Beschwerden für Betroffene deutlich verlängern kann.
Zum momentanen Zeitpunkt kann man keine Aussage treffen, wie intensiv die Blüte von Ragweed ausfallen wird. Die Niederschläge im Frühling und Frühsommer sind ein entscheidender Faktor für das Pflanzenwachstum.
Ragweed beginnt üblicherweise im August zu blühen, die Hauptblüte fällt auf Ende August/Anfang September.
Was bedeutet das für Pollenallergiker:innen?
Das vergangene Jahr 2025 war generell wenig intensiv (siehe Rückblick) und dieses Jahr wird anders. Die früh blühenden Bäume und Sträucher, die allesamt Kreuzreaktivität zeigen, haben das Potenzial für eine intensivere Blüte. Das bedeutet auch höhere Wachsamkeit bei Kreuzallergien auf Nahrungsmitteln wie Nüsse, Stein- und Kernobst oder anderen Lebensmitteln bei einer Hasel-/Erlen- oder Birkenpollenallergie.
Allergie ist individuell. Denken Sie daran Ihre Allergenvermeidung zu optimieren und anzupassen wo möglich und kontaktieren Sie Fachärzt:innen bei Problemen, damit eine möglichst hohe Lebensqualität erreicht werden kann. Ebenso lassen Sie nicht die Pollenvorhersagen außer Acht, am besten von lokalen Quellen und wissenschaftlichen Institutionen.
Neues aus der Forschung:
Vor kurzem wurde die Wichtigkeit von aromatischen milchsäureproduzierende Bifidobakterien belegt, die die Neigung zu Allergien und die Sensibilisierungsraten in der frühen Kindheit reduzieren. Hohe Konzentrationen dieser Bakterien während der Stillzeit reduzieren das Auftreten von allergischen Erkrankungen signifikant und stellen ein Schlüsselelement beim Formen des Immunsystems dar. Das Zeitfenster für eine begünstigende Wirkung durch solche Bakterien ist kurz und laut Studie bereits um den zweiten Lebensmonat erreicht. Höhere Konzentrationen dieser Bifidobakterien treten im Übrigen auch bei einer vaginalen Geburt, Geschwisterkindern und ausschließlichem Stillen auf und liefert somit eine Erklärung für diese schon bekannten begünstigenden Faktoren.
Zur Publikation geht es hier.
Erst kürzlich wurden das erste Mal Erkenntnisse zu Fehlinformationen auf social media (Facebook, Instagram, TikTok und X) im englischsprachigen Raum in Bezug auf Allergie analysiert. Die Ergebnisse: Allergie relevante Fehlinformationen sind allgegenwärtig, erreichen hohes Engagement und werden nur begrenzt korrigiert. Unter den häufigsten Narrativen sind Werbung für natürliche Heilmethoden, falsche Panikmache vor Medikation und Verschwörungstheorien zur Pharmabranche. Es braucht mehr evidenzbasierte, wissenschaftliche Kommunikation auf social media.
Zur Publikation geht es hier.
Das ist unsere Motivation, um auf social media präsent zu sein. Als „Pollenpaar“ betreiben wir Wissenschaftskommunikation zu den Themen Pollen und Allergie.
Hilfreich:
Die üblichen Pollenflugzeiten finden Sie in unserem Pollenflugkalender.
Ein FAQ zur Pollenallergie (wie viele sind betroffen, wie wird sie diagnostiziert und behandelt) finden Sie hier.
Tipps zur Allergenvermeidung gibt es hier.
Mehr?
Kontaktieren Sie uns gern für mehr Bildmaterial und Auskünfte.