(Wien, 15-07-2026) Mit Anfang Juli übernimmt Sigrid Sandner die Professur im Fachbereich Kardiovaskuläre Medizin (§ 99 (4)). Damit beruft die Medizinische Universität Wien eine international anerkannte Herzchirurgin und Wissenschafterin, deren Arbeit die Weiterentwicklung der koronaren Bypasschirurgie in den vergangenen Jahren maßgeblich mitgeprägt hat. Als Leiterin des Coronary Surgery Program an der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie der MedUni Wien verbindet sie klinische Spitzenmedizin mit international sichtbarer Forschung und der Entwicklung evidenzbasierter Behandlungsstandards.
Nach ihrem Medizinstudium an der MedUni Wien absolvierte Sigrid Sandner einen mehrjährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston und spezialisierte sich anschließend auf Herz- und Gefäßchirurgie. Ergänzend zu ihrer klinischen Ausbildung erwarb sie einen Master of Science in Clinical Epidemiology an der Cornell University in New York. Heute zählt sie zu den international führenden akademischen Herzchirurginnen im Bereich der Koronarchirurgie. Neben ihrer Professur an der MedUni Wien ist sie Adjunct Associate Professor of Cardiothoracic Surgery an Weill Cornell Medicine. Darüber hinaus bekleidet sie führende Funktionen in internationalen Fachgesellschaften, darunter der European Society of Cardiology (ESC), der European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) und der Society of Thoracic Surgeons (STS). Seit 2026 ist sie außerdem Associate Editor der Fachzeitschrift Circulation, einer der weltweit renommiertesten Zeitschriften der Herz-Kreislauf-Medizin.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Sigrid Sandner liegt auf der Verbesserung der Langzeitergebnisse nach koronarer Bypasschirurgie (Coronary Artery Bypass Grafting, CABG). Internationale Bekanntheit erlangte sie insbesondere durch ihre Arbeiten zur antithrombotischen Therapie nach Bypassoperationen. Ihre Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, die wissenschaftliche Grundlage moderner Strategien der Sekundärprävention nach CABG zu schaffen. Aufbauend auf dieser Arbeit leitete sie das ESC/EACTS Clinical Consensus Statement zur antithrombotischen Therapie nach CABG sowie das AHA Scientific Statement zur Sekundärprävention nach CABG und gestaltet damit internationale Behandlungsempfehlungen federführend mit.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Weiterentwicklung der koronaren Bypasschirurgie. Dabei beschäftigt sie sich mit Strategien zur Verbesserung der Langzeitergebnisse nach Bypassoperationen, der Optimierung arterieller Bypasskonzepte, minimalinvasiven und hybriden Revaskularisationsverfahren sowie den Ursachen unterschiedlicher Behandlungsergebnisse bei Frauen und Männern. Als Principal Investigator mehrerer internationaler randomisierter Studien – darunter TiCAB, ROMA:Women, ODIN, PRINCE und SMARTFLOW – entwickelt sie gemeinsam mit Forschungspartnern in Europa und Nordamerika neue evidenzbasierte Behandlungsstrategien für Patient:innen mit koronarer Herzkrankheit.
Als Leiterin des Coronary Surgery Program verfolgt Sandner das Ziel, den Standort Wien als eines der international führenden Zentren für wissenschaftsgetriebene Koronarchirurgie weiter auszubauen. Bereits heute werden mehr als 80 Prozent der Patient:innen des Programms im Rahmen prospektiver Register oder randomisierter klinischer Studien betreut. Dadurch fließen wissenschaftliche Fragestellungen unmittelbar aus der klinischen Versorgung in die Forschung ein und neue Erkenntnisse können rasch in die Patient:innenversorgung übertragen werden.
Lehre und Nachwuchsförderung sind ein zentraler Bestandteil ihrer akademischen Tätigkeit. Sandner engagiert sich in der Ausbildung von Studierenden und Ärzt:innen an der MedUni Wien ebenso wie in internationalen Fortbildungsprogrammen. Sie ist Course Director der STS CABG Academy, Faculty-Mitglied der EACTS Academy und betreut über ihre Professur an Weill Cornell Medicine Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Masterprogramm Clinical Epidemiology.