(Wien, 01-07-2026) Thomas E. Dorner hat mit 1. Juli 2026 die Professur für Gerontologie (§ 98) am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien angetreten. Mit der neuen Professur baut die MedUni Wien ihre Forschung zu gesundem Altern, Gesundheitsförderung und zur Versorgung älterer Menschen weiter aus.
Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung zählen zu den zentralen Public-Health-Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Mit der wachsenden Zahl älterer Menschen steigt auch der Bedarf an wirksamen Strategien zur Gesundheitsförderung, Prävention und bedarfsgerechten gesundheitlichen Versorgung. Gleichzeitig verändern Faktoren wie Klimawandel, Digitalisierung und Lebensstilentwicklungen die Rahmenbedingungen des Alterns und stellen Gesundheitssystem und Gesellschaft vor neue Aufgaben.
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Thomas E. Dorner stehen Gesundheitsförderungsforschung und Versorgungsforschung mit besonderem Fokus auf gesundes Altern. Ziel ist es, evidenzbasierte Strategien zu entwickeln, die Gesundheit, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe bis ins hohe Alter unterstützen. Neben der Behandlung von Erkrankungen geht es dabei vor allem um die Frage, wie Prävention, Gesundheitsförderung und geeignete Versorgungsstrukturen dazu beitragen können, Lebensqualität und Autonomie älterer Menschen langfristig zu erhalten.
Ein wesentlicher Bestandteil der Professur ist die enge Zusammenarbeit mit dem Haus der Barmherzigkeit und dessen Akademie für Altersforschung. Diese Kooperation schafft wichtige Voraussetzungen für praxisnahe Forschung, da sie den Zugang zu unterschiedlichen Populationen älterer Menschen sowie zu klinischen Routinedaten ermöglicht. Dadurch können wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die Versorgungspraxis übertragen und innovative Ansätze zur Prävention, Diagnostik und Versorgung älterer Menschen entwickelt und evaluiert werden.
Darüber hinaus sollen durch die Vernetzung mit klinischen und außeruniversitären Partner:innen sowie nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken interdisziplinäre Kooperationen weiter gestärkt werden. Ziel ist es, die Gerontologie an der MedUni Wien als interdisziplinären Forschungsschwerpunkt weiterzuentwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitspolitik zu übertragen.
Auch in der Lehre wird Dorner einen Schwerpunkt auf forschungsgeleitete und interprofessionelle Ausbildung legen. Ein wichtiger Baustein ist die langjährige Zusammenarbeit mit dem Haus der Barmherzigkeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „Soziale Kompetenz“ im ersten Semester des Kerncurriculums. Neben gerontologischen Inhalten steht dabei die Selbsterfahrung der Studierenden im Umgang mit chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen im Mittelpunkt. Darüber hinaus sollen geriatrische und gerontologische Themen als Querschnittsmaterie stärker über das gesamte Medizinstudium hinweg verankert werden.
Bestehende Lehrangebote wie die Ringvorlesung „Geriatrie und Gerontologie“ sowie das „Running Team“ – ein Lehrformat, das wissenschaftliche Inhalte mit gemeinsamen Lauftreffen verbindet – sollen weiter ausgebaut werden. Damit sollen Studierende frühzeitig an aktuelle Forschung zum gesunden Altern herangeführt und zugleich für gesundheitsfördernde Lebensstile sensibilisiert werden.
Zur Person
Thomas E. Dorner ist Leiter der Akademie für Altersforschung sowie der Abteilung Forschung und Lehre am Haus der Barmherzigkeit. Zudem leitet er das von ihm 2020 gegründete Karl Landsteiner Institut für Gesundheitsförderungsforschung. An der MedUni Wien war er am Zentrum für Public Health in der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin tätig, zunächst als Assistenzprofessor, später als Assoziierter Professor. Nach zwölf Jahren als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Public Health ist er seit 2023 deren Ehrenpräsident. Seine Forschungsinteressen umfassen Gerontologie, Gesundheitsförderungsforschung, Versorgungsforschung, soziale Determinanten von Gesundheit, Lebensstil und chronische Erkrankungen sowie Determinanten von Arbeitsfähigkeit.