(Wien, 01-06-2026) Pedro Wendel Garcia tritt mit Anfang Juni 2026 eine §99 (5) Assistenzprofessur für „Translational Intensive Care Medicine“ im Rahmen des Tenure-Track-Modells an der Medizinischen Universität Wien an. An der Klinischen Abteilung für Herz-Thorax-Gefäßchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin der MedUni Wien verbindet er klinische Intensivmedizin, Grundlagenforschung, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz.
Die Intensivmedizin hat in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, schwerstkranke Patient:innen am Leben zu erhalten und neue Behandlungsstandards zu entwickeln. Gleichzeitig steht das Fach heute vor einer zentralen Herausforderung: Viele Patient:innen werden nach wie vor anhand klinischer Syndrome eingeteilt und mit standardisierten Therapiebündeln behandelt. Diese Einteilung ist für die klinische Praxis wichtig, bildet aber die biologische Vielfalt schwerer Erkrankungen oft nur unzureichend ab.
Die Forschungsgruppe von Pedro Wendel Garcia verfolgt daher einen translationellen Präzisionsansatz für die Intensivmedizin. Ziel ist es, klassische Intensivsyndrome wie den therapierefraktären septischen Schock besser biologisch zu verstehen und dadurch gezieltere Behandlungen zu ermöglichen. Dafür kombiniert das Team Laborforschung mit Big-Data-Methoden und künstlicher Intelligenz.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Patient:innen von bestimmten Therapien profitieren und welche nicht. Gemeinsam mit internationalen Konsortien entwickelt Wendel Garcia datengetriebene Methoden, um behandelbare Subgruppen schwerkranker Patient:innen zu identifizieren. Zudem erforscht sein Team neue Therapieansätze wie synthetische Sauerstoffträger und arbeitet an einem zertifizierbaren KI-Assistenten für die Steuerung maschineller Beatmung.
Zur Person
Pedro Wendel Garcia studierte Maschinenbau an der ETH Zürich und absolvierte anschließend Studien in Humanmedizin und Biostatistik an der Universität Zürich. Dort promovierte er über den Einsatz extrakorporeller Blutreinigungsverfahren beim septischen Schock. Diese Verbindung aus Ingenieurwissenschaften, Datenwissenschaft und klinischer Medizin prägt seinen wissenschaftlichen Ansatz bis heute.
Seine Laufbahn führte ihn zunächst an das Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich, wo er an Mikro- und Nanorobotern für biologische Anwendungen forschte. Danach war er am Institut für Intensivmedizin des Universitätsspitals Zürich tätig. An der MedUni Wien arbeitet er als Arzt und forscht zugleich an der Klinischen Abteilung für Herz-Thorax-Gefäßchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin der Universitätsklinik für Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie. Seine aktuelle Forschung zur Anwendung künstlicher Intelligenz in der maschinellen Beatmungssteuerung wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gefördert.