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Stoffwechsel

Forschung über den menschlichen Metabolismus mit Magnetresonanz

Einführung

Übersicht über unsere Forschungsgebiete

Routine-MRT liefert üblicherweise strukturelle Bilder unseres Körpers um die Diagnose von Krankheiten zu ermöglichen. Doch an der anatomischen Struktur alleine lässt sich nicht jede Krankheit klar erkennen. In der Stoffwechselbildgebung arbeiten wir daran statt der Struktur biochemische Prozesse und Konzentrationen von anderen Molekülen als Wasser sichtbar zu machen.

Dazu müssen wir allerdings Signale messen die Zehnerpotenzen kleiner sind als das Wassersignal, da die Konzentrationen von Molekülen wie Glukose oder Cholin viel geringer sind. Wir können auch andere Kerne als Protonen, sogenannte X-Nuclei, als Ziel auswählen. X-Nuclei sind zum Beispiel Phosphor, Deuterium, Kohlenstoff 13 oder Natrium. Ihr Vorteil ist dass die Messung nicht vom Wassersignal beeinflusst wird und sie außerdem weitere Teile vom Metabolismus sichtbar machen.

Wie machen wir den Stoffwechsel sichtbar?

MR-Spektroskopie identifiziert verschiedene Moleküle wie Glutamat und Glutamin anhand ihrer "elektromagnetischen Fingerabdrücke".

Die wichtigste Methode um Stoffwechsel nicht-invasiv zu messen ist die MR-Spektroskopie. Bei dieser werten wir wie im oberen Beispielbild die Resonanzen von anderen Molekülen als Wasser aus. Die verschiedenen Moleküle haben eigene Resonanzfrequenzen die aber oft überlappen und so ein Spektrum mit vielen Peaks bilden. Diese Signale werden dann mit spezieller Software ausgewertet um die Konzentrationen der einzelnen Moleküle zu bestimmen. MR-Spektroskopie wird entweder in einem einzelnen Volumenselement (Voxel) gemacht um Moleküle besser auseinanderzuhalten oder in Kombination mit Techniken aus der Bildgebung als MR-spektroskopische Bildgebung die es uns erlaubt Stoffwechselbilder aufzunehmen.

Je nach Körperteil und gemessenem Kern beinhaltet das Spektrum andere Substanzen, die sich auch durch Krankheiten verändern können. Während wir im Gehirn Moleküle messen die mit der normalen Funktion von Nervenzellen oder Tumormetabolismus zusammenhängen, liegt der Schwerpunkt in Muskeln auf der Phosphorspektroskopie und Molekülen wie Phosphokreatin und ATP, die den Energieverbrauch der Muskelzellen wiedergeben.

Anwendungen und Herausforderungen

Deuteriumbildgebung macht Stoffwechselprozesse im Körper sichtbar: Links ist die Verteilung von deuteriertem Wasser im ganzen Körper zu sehen, in der Mitte die Verteilung von deuteriertem Zucker sowie Neurotransmitter Glutamat und Glutamin gemessen im menschlichen Gehirn und rechts ein beispielhaftes Deuterium-MR-Spektrum mit Signalen von Wasser, Glukose und Glutamat/Glutamin.

An unserem Zentrum verwenden wir Stoffwechselmethoden sowohl für klinische als auch Grundlagenstudien zum Verständnis des menschlichen Körpers: Gehirn, Muskeln, Herz, Leber, und andere Organe werden von uns erforscht, zum Beispiel um Stoffwechselerkrankungen, Krebs, Epilepsie, neurodegenerative Erkrankungen besser zu verstehen.

Was Methoden wie die MR-Spektroskopie besonders herausfordernd macht sind lange Messzeiten und niedrige Auflösungen bedingt durch das geringere Signal gegenüber strukturellem MRT. Als Folge sind Artefakte durch Bewegung oder die Einstreuung von ungewollten Signalen wie von Fettmolekülen eine Herausforderung die weitere Methodenentwicklung notwendig macht.

Detaillierte technische und wissenschaftliche Erklärungen finden sich auf den folgenden Unterseiten.

Methodenentwicklung

An unserem Zentrum verwenden wir nicht nur etablierte Messmethoden, sondern entwickeln selbst verbesserte Techniken um unseren Stoffwechsel besser und schneller wiederzugeben. Dazu zählen hochauflösende spektroskopische Bildgebung, X-Kern Spektroskopie, und der Einsatz neuer Hardware.

Wasserstoffspektroskopie

Protonen-Spektroskopie gibt nicht die Verteilung von Wassermolekülen wieder, sondern andere Moleküle wie Glutamat oder Phosphokreatin. Da deren Konzentration viel geringer ist sind spezielle Methoden erforderlich um sie dennoch erfolgreich abzubilden.

X-Kern Spektroskopie

Teaser image ATP and ³¹P MRS

MR mit X-Kernen - also anderen Kernen als Wasserstoff - ermöglicht die nicht-invasive Erforschung des Energiestoffwechsels im Körper. Dazu zählen Phosphor (³¹P), Kohlenstoff (¹³C) oder neuerdings auch ²H (Deuterium), die alle verschiedene Aspekte des Stoffwechsels abbilden.

Neurostoffwechsel

Das Gehirn ist ein komplexes Organ, dass sich nicht nur durch seine Struktur definiert sondern auch durch seine neurochemischen Prozesse. Mit unseren Methoden zur Stoffwechselbildgebung können wir Neurotransmitter im gesunden Gehirn oder auch krankhafte Veränderungen in Tumoren und neurodegenerativen Erkrankungen abbilden.

Körperstoffwechsel

Mit unseren Methoden der Stoffwechselbildgebung können wir Prozesse und pathologische Veränderungen in unseren Organen und Muskeln bestimmen und erforschen.