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MPM9 Ethik, Politik, Gesetzgebung und Gesundheitsökonomie

Präzisionsmedizin wirft viele Fragen aus den Bereichen Ethik, Politik, Gesetzgebung und Ökonomie auf, mit denen sich unsere Gesellschaft auseinandersetzen muss.

Dieses Modul wird die TeilnehmerInnen in Kontakt mit den Problemstellungen an der Schnittstelle zwischen Ethik und Gesundheitsökomomie bringen. Ziel ist es, das Bewusstsein der Studierenden für diese Fragestellungen zu stärken und sie auf die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Herausforderungen an die moderne Medizin aus dem Blickwinkel der Gesellschaft vorzubereiten.


Modul-Überblick

In Modul 9 werden wir uns einigen der ethischen Probleme rund um die Praxis der Präzisionsmedizin zuwenden, sowie der Gesundheitsökonomie und den Herausforderungen, die mit der Personalisierung der Medizin einhergehen. Obwohl beide Themen untrennbar miteinander verbunden sind, werden sie von Ethikexperten der Universität Wien und Gesundheitsökonomieexperten der Medizinischen Universität Wien doch getrennt voneinander behandelt.

Teil A. Ethik, Politik und Gesetzgebung.

In Form von Kurzvorträgen und der Diskussion von Schlüsseltexten werden wir mit den zentralen ethischen, sozialen und regulatorischen Problemen, Herausforderungen und Prinzipien der Präzisionsmedizin vertraut gemacht. Wir erweitern unser Wissen durch die vertiefende Diskussion von Fallbeispielen der Präzisionsmedizin. Wir werden die neue Rolle von Patienten und Gesundheitsfürsprechern in der Biomedizin und der Gesellschaft sowie die ethischen und rechtlichen Prinzipien von Tierversuchen diskutieren. Am Ende sollen wir in der Lage sein, ethische, soziale und regulatorische Herausforderungen zu erkennen, die ethischen, sozialen und rechtlichen Dimensionen unserer Arbeit zu reflektieren und über disziplinäre Grenzen hinweg zu diskutieren. Insbesondere werden zentrale ethische und regulatorische Prinzipien und Fragestellungen, einschließlich Einwilligungsverfahren, Privatsphäre und Datenschutz, besprochen. Wir werden die Herausforderungen erkennen und diskutieren, die sich aus der sich ständig verändernden Rolle der Biomedizin in wissensintensiven und technologischen Gesellschaften ergeben.

Teil B. Gesundheitsökonomie

Wir entwickeln ein Verständnis für die grundlegenden Konzepte, Methoden und die Relevanz von Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemen für die molekulare Präzisionsmedizin. Wir werden verschiedene Arten von Gesundheitssystemen untersuchen und ihre jeweilige Leistung bewerten. Wir werden uns mit der Identifizierung, Bewertung und Analyse von generischen Gesundheitsergebnissen vertraut machen, einschließlich der Überlebensrate und von Patienten berichteten Ergebnismessungen (PROMs), wie z. B. der Lebensqualität, die sich aus Strategien der Präzisionsmedizin im Gesundheitswesen ergeben. Parallel dazu werden wir lernen, wie man die direkten und indirekten Kosten von Strategien der Präzisionsmedizin innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens messen und bewerten kann. Am Ende werden wir in der Lage sein, die Ergebnisse und Kosten gemeinsam zu bewerten und den Wert der präzisionsmedizinischen Versorgung im Vergleich zu konventionellen Versorgungsstandards innerhalb eines gesundheitsökonomischen Evaluationsrahmens auf Basis von Daten auf Patientenebene und entscheidungsanalytischer Modellierung zu bestimmen. Die Studierenden werden an Seminaren zur Anwendung der erlernten gesundheitsökonomischen Konzepte und Methoden anhand von datengetriebenen Präzisionsmedizin-Fallstudien teilnehmen. In diesem Rahmen werden wir auch veröffentlichte gesundheitsökonomische Evidenz der Präzisionsmedizin im Zusammenhang mit Krankheiten mit definierter und spezifischer Ursache diskutieren und kritisch bewerten.


Modul-Koordinatoren

Ingrid Metzler

Ingrid Metzler ist Senior Research Fellow am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den Schnittpunkten zwischen Biomedizin und Gesellschaft.

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Judit Simon

Judit Simon ist Professorin und Leiterin der Abteilung für Gesundheitsökonomie (DHE) und stellvertretende Leiterin des Zentrums für Public Health an der Medizinischen Universität Wien. Sie koordiniert das Doktoratsstudium Public Health und leitet die Programmlinie Gesundheitsökonomie am Ludwig Boltzmann Institut für angewandte Diagnostik. Judit verfügt über einen multidisziplinären Hintergrund in Medizin, Gesundheitsökonomie und Public Health.

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